Gericht/Institution:AG München
Erscheinungsdatum:05.02.2016
Entscheidungsdatum:24.10.2013
Aktenzeichen:122 C 15000/13
Quelle:juris Logo

Perückenkauf umfasst keine Beratung über medizinische Aspekte

 

Das AG München hat entschieden, dass den Verkäufer einer Perücke keine Beratungspflicht zu medizinischen Sachverhalten trifft, insbesondere zur künftigen gesundheitlichen Entwicklung.

Am 02.04.2013 kaufte die 25-jährige Klägerin bei dem beklagten Zweithaarstudio eine blonde Echthaarperücke zum Preis von 3.500 Euro. Die Klägerin hatte zu diesem Zeitpunkt zwei etwa "Fünf D-Mark" große Flecken im Bereich des Hinterkopfes, wo das Haar ausgefallen war. Ansonsten trug die Klägerin schulterlanges Haar. Zum Zeitpunkt des Kaufes saß die Perücke perfekt. Die Klägerin verlangt mit Klageschrift vom 15.07.2013 von dem Zweithaarstudio ihr Geld zurück gegen Rückgabe der Perücke, da die Perücke zu groß sei und eine Nachbesserung durch das Studio verweigert worden sei. Die Klägerin leidet an einer Autoimmunerkrankung, in deren Folge sie ihr Kopfhaar vollständig verloren hat. Ohne das Eigenhaar war nunmehr die Perücke zu groß. Die Klägerin behauptet, die Beratung durch die Beklagte sei nicht fachkundig gewesen. Das Zweithaarstudio behauptet, von der Erkrankung und den Konsequenzen nichts gewusst zu haben. Es sei darauf hingewiesen worden, dass die Passform der Perücke nur nach dem gegenwärtigen Zustand des Kopfes und des darauf befindlichen Eigenhaars gestaltet werden könne. Die Beklagte weigerte sich, das Geld zurückzuzahlen.

Das AG München hat die Klage zurückgewiesen.

Nach Auffassung des Amtsgerichts trägt der Käufer allgemein das Verwendungsrisiko der Kaufsache. Zum Zeitpunkt des Kaufes habe die Perücke gepasst und keinen Mangel gehabt. Das Zweithaarstudio habe keine Beratungspflicht verletzt. Besondere Fachkunde der Beklagten bestehe mit Blick auf die technischen Fragen einer Ersatzhaarperücke, aber nicht zu medizinischen Sachverhalten, insbesondere nicht die künftige gesundheitliche Entwicklung bei der Klägerin.

Das Urteil ist rechtskräftig.

Quelle: Pressemitteilung des AG München v. 05.02.2016


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