Gericht/Institution:BFH
Erscheinungsdatum:17.02.2016
Entscheidungsdatum:03.12.2015
Aktenzeichen:V R 61/14
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Ermäßigter Steuersatz bei Hochzeit- und Trauerreden

 

Der BFH hat entschieden, dass Hochzeits- und Trauerredner unter bestimmten Voraussetzungen den ermäßigten Steuersatz als ausübende Künstler in Anspruch nehmen können.

Der ermäßigte Steuersatz von 7% erfasst auch die Eintrittsberechtigung für Theater, Konzerte und Museen sowie die den Theatervorführungen und Konzerten vergleichbaren Darbietungen ausübender Künstler (§ 12 Abs. 2 Nr. 7 Buchst. a UStG). Im Streitfall machte der Kläger für die von ihm gehaltenen Hochzeits-, Geburtstags-, Trennungs- und Trauerreden den ermäßigten Steuersatz geltend.
Finanzamt und Finanzgericht gingen von der Anwendung des Regelsteuersatzes aus.

Der BFH hat das Urteil des Finanzgerichts aufgehoben und die Sache zur weiteren Sachaufklärung zurückverwiesen.

Nach Auffassung des BFH ist die Anwendung des ermäßigten Steuersatzes möglich. Es komme für die Steuerbegünstigung der Darbietungen ausübender Künstler nicht auf die Art der Vergütung an. Sie müsse entgegen dem Urteil des FG Nürnberg nicht in einer von einem Zuhörer oder Zuschauer gezahlten Eintrittsberechtigung bestehen, sondern liege auch bei einer Vergütung durch den Veranstalter des Ereignisses, wie etwa dem Hochzeitspaar bei einer Hochzeit, vor.

Entscheidende Bedeutung sei dem Begriff des "ausübenden Künstlers" beizumessen. Für die Darbietungen des Trauer- oder Hochzeitsredners müssten eigenschöpferische Leistungen prägend sein. Schablonenartige Redetätigkeiten seien danach nicht begünstigt. Das Finanzgericht habe hierzu keine Feststellungen getroffen.

Vorinstanz
FG Nürnberg, Urt. v. 01.04.2014 - 2 K 1042/12

Quelle: Pressemitteilung des BFH Nr. 18/2016 v. 17.02.2016