Gericht/Institution:Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz
Erscheinungsdatum:17.02.2016
Entscheidungsdatum:17.02.2016
Aktenzeichen:4 Sa 202/15
Quelle:juris Logo

Befristetes Arbeitverhältnis im Profifußball

 

Das LArbG Mainz hat entschieden, dass die Befristung eines Arbeitsvertrages zwischen einem Fußballverein der ersten Bundesliga und einem Lizenzspieler zulässig ist, wenn sie durch einen sachlichen Grund gerechtfertigt ist.

Der Kläger ist Lizenzfußballspieler und bei dem beklagten Verein seit dem 01.07.2009 aufgrund befristeter Arbeitsverträge als Torhüter tätig. Von den ersten elf Bundesligaspielen der Saison 2013/14 bestritt der Kläger zehn. Im Spiel am 19.10.2013 fiel der Kläger krankheitsbedingt aus. Nach dem 11. Spieltag hatte er in der Hinrunde keine weiteren Einsätze. Nach dem 17. Spieltag wurde dem Kläger durch den Beklagten nur noch die Teilnahme am Trainings- und Spielbetrieb der 2. Mannschaft (Regionalliga) zugewiesen. Die Bundesligamannschaft erspielte in der Rückrunde insgesamt 29 Punkte.

Mit seiner Klage begehrt der Kläger die Feststellung, dass das Arbeitsverhältnis der Parteien aufgrund der Befristung zum 30.06.2014 nicht beendet worden ist und hilfsweise die Feststellung, dass das Arbeitsverhältnis durch Bedingungseintritt (einjährige Verlängerungsoption) bis zum 30.06.2015 zu den seitherigen Bedingungen fortbesteht. Darüber hinaus begehrt er die Zahlung der Prämie für die von der Erstliga-Mannschaft des beklagten Vereins in der Rückrunde 2014 erspielten Punkte.
Das Arbeitsgericht hatte der Klage teilweise stattgegeben. Es hatte festgestellt, dass das Arbeitsverhältnis der Parteien aufgrund der Befristung zum 30.06.2014 nicht beendet ist. Die weitergehende Klage (Punkteprämie) hatte es dagegen abgewiesen.

Die Berufung des beklagten Vereins hatte vor dem LArbG Mainz – auch hinsichtlich des Hilfsantrags des Klägers – Erfolg.

Nach Auffassung des Landesarbeitsgericht ist die Befristung des streitgegenständlichen Arbeitsvertrages wegen der Eigenart der geschuldeten Arbeitsleistung des Klägers als Profifußballspieler sachlich gerechtfertigt. Nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 TzBfG liege ein sachlicher Grund vor, wenn die Eigenart der Arbeitsleistung die Befristung rechtfertigt.

Dagegen hatte die Berufung des Klägers vor dem LArbG Mainz keinen Erfolg.

Nach Auffassung des Landesarbeitsgerichts war die Entscheidung des beklagten Vereins, dem Kläger die Chance auf die Teilnahme am aktiven Spielbetrieb und damit die Möglichkeit, die vereinbarte Punkteprämie in der Rückrunde der Saison 2013/2014 zu erreichen, zu versagen, rechtlich nicht zu beanstanden. Die Entscheidung darüber, ob der Spieler in Bundesligaspielen eingesetzt wird, unterliege dem freien Ermessen des Trainers.

Das LArbG Mainz hat wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache das Rechtsmittel der Revision zum BAG für den unterlegenen Kläger zugelassen.

Vorinstanz
ArbG Mainz, Urt. v. 19.03.2015 - 3 Ca 1197/14

Quelle: Pressemitteilung des LArbG Mainz v. 17.02.2016


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