Gericht/Institution:OLG Celle
Erscheinungsdatum:21.03.2016
Entscheidungsdatum:14.03.2016
Aktenzeichen:20 U 30/13
Quelle:juris Logo

Haftung für Panikreaktion des Pferdes bei versehentlicher Bewässerung des Nachbargrundstücks

 

Das OLG Celle hat entschieden, dass ein Landwirt, der beim Bewässern seiner Ackerflächen auch eine daneben liegende Pferdeweide beregnet, eine Verkehrssicherungspflicht verletzt, wenn aufgrund des Wasserstrahls ein Pferd in Panik gerät und auf seiner Flucht einen tödlichen Unfall erleidet.

Die Klägerin hatte 40.000 Euro Schadensersatz für ihre Stute begehrt, die sich beim Überspringen eines Weidezauns so schwer verletzt hatte, dass sie eingeschläfert werden musste. Das Tier war in Panik vor einem Wasserstrahl geflüchtet, der wie eine Treibhilfe gewirkt und die Flucht des Tieres ausgelöst hatte.

Das OLG Celle hat eine Haftung des Beklagte für Schäden der Klägerin bejaht.

Nach Auffassung des Oberlandesgerichts hat der Beklagte vor Einschalten der Bewässerungsanlage nicht sichergestellt, dass der Wasserstrahl nicht auf die angrenzende Weide reicht. Mangelnde Kenntnisse über das übliche Fluchtverhalten eines Pferdes entlasteten ihn nicht. Er müsse sicherstellen, dass die Anlage nur das eigene Grundstück beregnet, anderenfalls handele er fahrlässig.

Quelle: Pressemitteilung des OLG Celle Nr. 16/2016 v. 21.03.2016