Gericht/Institution:SG Koblenz
Erscheinungsdatum:23.03.2016
Entscheidungsdatum:01.03.2016
Aktenzeichen:S 14 KR 760/14
Quelle:juris Logo

Kostenübernahme für Gebärdensprachkurse

 

Das SG Koblenz hat entschieden, dass gesetzliche Krankenkassen bei Bedarf für Kosten von Sprachkursen zum Erlernen der Gebärdensprache aufkommen müssen.

Geklagt hatte ein Bürger, der an einer nicht heilbaren Hörstörung leidet, die, wie ärztlich bescheinigt, mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Taubheit führen wird. Aus diesem Grund möchte er schon jetzt die Gebärdensprache erlernen, zumal ihm sein Facharzt bescheinigt hat, dass es wichtig sei, möglichst frühzeitig, noch vor dem Eintreten vollständiger Taubheit, mit der Gebärdensprache vertraut zu werden. Die beklagte Krankenkasse hatte zunächst die Kosten entsprechender Sprachkurse übernommen, sich dann aber geweigert und behauptet, die Gewährung von Sprachkursen gehöre nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen.

Das SG Koblenz hat der Klage stattgegeben.

Nach Auffassung des Sozialgerichts ist die Krankenkasse jedoch leistungspflichtig und ist deshalb zur Kostenübernahme verpflichtet. Die Teilnahme an solchen Kursen sei als Krankenbehandlung einzustufen, für die die Krankenkassen im Falle medizinischer Notwendigkeit aufzukommen hätten.

Quelle: Pressemitteilung des SG Koblenz Nr. 2/2016 v. 23.03.2016


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