Materialien zum Bürgerlichen Gesetzbuch
für das Königreich Sachsen


Herausgegeben von
Christian Hattenhauer (Universität Heidelberg)
Frank L. Schäfer (Universität Freiburg)
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Bürgerliches Gesetzbuch für das Königreich Sachsen
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Autor:Frank Schäfer
Datum:01.01.2017
Quelle:Eigene Dokumente
Fundstelle:Hattenhauer/Schäfer, Sächsisches BGB, Einleitung, Biografien, I. Mitglieder der Kommission zum E1852

III. Mitglieder der Kommission zum Entwurf 1852



Held Justizminister

Könneritz Justizminister



Langenn, Friedrich Albert von

* 26.1.1798 in Merseburg, † 30.12.1868 in Dresden. Historiker, Jurist, Beamter, Richter. Evangelisch-lutherisch.

Langen stammte aus einem Niederlausitzer Adelsgeschlecht. Er besuchte seit 1816 an der Universität Leipzig vorbereitende Vorlesungen, seit 1817 studierte er dort Jura und Geschichte. Nach dem Examen im Jahr 1820 las Langenn auf Anregung Christian Gottlieb Haubolds hin in Leipzig als Privatdozent über römisches Recht. Zum Ende des Jahres 1821 wurde er zum Oberhofgerichtsrat am Oberhofgericht ernannt. Endgültig in die sächsische Justiz wechselte Langenn 1823 mit der Ernennung zum Appellationsrat am Appellationsgericht Dresden. 1829 stieg er zum Hof- und Justizrat im Zivilsenat der Landesregierung zu Dresden, 1831 zum Regierungskommissar für Leipzig und zum Regierungsbevollmächtigten für die Universität Leipzig, 1834 zum Direktor der Kreisdirektion zu Leipzig, 1835 zum ordentlichen Mitglied des Staatsrats, zum Geheimen Rat und Erzieher des Kronprinzen Albert, 1841 zusätzlich zum Erzieher der jüngeren Prinzen Ernst und Georg, 1845 zum Wirklichen Geheimen Rat und Mitglied des Gesamtministeriums, Direktor am Justizministerium und 1846 zuletzt zum Präsidenten des Oberappellationsgerichts Dresden auf. Des Weiteren diente er als Präsident des Staatsgerichtshofs und als Schiedsrichter für Mecklenburg-Schwerin und für das Herzogtum Meiningen. An den Arbeiten zum sächsischen BGB war er in führender Position beteiligt: zunächst als Nachfolger Könneritzʼ durch die Leitung der ersten Kommission zum Entwurf von 1852 und später durch den Vorsitz der Revisions- und Redaktionskommission.

Werke: Hg. von Karl Salomo Zachariä, Handbuch des Königlich Sächsischen Lehnrechts, 2. Aufl. 1823, zusammen mit Christian Ernst Weiße; Erörterungen praktischer Rechtsfragen aus dem gemeinen und Sächsischen Civilrechte und Civilprozesse: mit Beziehung auf die darüber vom Königl. Sächs. vormaligen Appellations- und nunmehrigen Oberappellations-Gericht ertheilten Entscheidungen, 3 Teile, 1829-1833, 2. Aufl. 1836/1837, weitere Aufl. 1850, zusammen mit August Sigismund Kori; Herzog Albrecht der Beherzte, Stammvater des Königlichen Hauses Sachsen: Eine Darstellung aus der sächsischen Regenten-, Staats- und Cultur-Geschichte des XV. Jahrhunderts, großentheils aus archivalischen Quellen, 1838; Moritz, Herzog und Churfürst zu Sachsen: eine Darstellung aus dem Zeitalter der Reformation, 2 Teile, 1841; Züge aus dem Familienleben der Herzogin Sidonie und ihrer fürstlichen Verwandten aus dem XV. und XVI. Jahrhundert: nach ungedruckten Briefen, 1852; Christoph von Carlowitz: eine Darstellung aus dem 16. Jahrhundert, 1854; Doctor Melchior von Ossa: eine Darstellung aus dem XVI. Jahrhundert, 1858; Hg. der Annalen des Königl. Sächs. Oberappellationsgerichts zu Dresden, zusammen mit Conrad Sickel und Karl Magnus Pöschmann, 1859 ff.

Literatur: DBA I 738, 247, III 542, 143 f.; Heinrich Theodor Flathe, in: ADB, Bd. 17, 1883, S. 671 f. – Staatshandbuch für das Königreich Sachsen 1858, S. 85, 94; Friedrich Albert von Langenn: ein Lebens- und Charakterbild aus Sachsens jüngster Vergangenheit, in: Wissenschaftliche Beilage der Leipziger Zeitung, Nr. 16, 21.2.1869, S. 65-68 – Barbara Dölemeyer, Kodifikationen und Projekte, in: Helmut Coing (Hg.), Handbuch der Quellen und Literatur der neueren europäischen Privatrechtsgeschichte, Bd. III/2, 1982, S. 1440 (1559); Christian Ahcin, Zur Entstehung des bürgerlichen Gesetzbuchs für das Königreich Sachsen von 1863/65, 1996, S. 132 Fn. 113, 256, 268 f., 275.

GND: 116708077VIAF: 45060920



Schmidt, Bernhard Gottlob

* 14.9.1822 in Kaditz, † 1.1.1869 in Leipzig. Jurist, Professor, Richter. ∞ N.N., geborene Baumgarten-Crusius. Zwei Kinder. Evangelisch-lutherisch.

Nachdem Schmidt von 1841 bis 1844 an der Universität Leipzig Jura studiert hatte, schlug er in Sachsen zunächst die Praktikerlaufbahn ein. Zeitgleich wirkte er ab 1841 als Akzessist beim Kreisamt Meißen, dann als Protokollant beim Justizamt Eibenstock und als Auditor beim Appellationsgericht Dresden bzw. als Aktuarius des dortigen Justizamtes. Nach seinem hervorragenden Advokatenexamen im Jahr 1847 wurde Schmidt zum Protokollanten der Kommission berufen, die den Entwurf des sächsischen BGB von 1852 vorbereitete. In dieser Funktion bewährte er sich so gut, dass er ohne das übliche Richterexamen 1850 sofort zum Assessor beim Appellationsgericht Leipzig berufen wurde. Schmidt arbeitete dann vorübergehend bei der Abschaffung der Patrimonialgerichtsbarkeit in Dresden mit. 1858 kehrte er an das Appellationsgericht Leipzig als Appellationsrat zurück. Zuletzt bestieg er 1863 in der Nachfolge Steinackers an der Universität Leipzig den Lehrstuhl für Sächsisches Recht und unterrichtete dort ab 1865 das „Sächsische Privatrecht nach Anleitung des bürgerlichen Gesetzbuchs“. 1866 wurde er Dekan der Juristenfakultät. Nach Schmidts frühem Tod wurden die Vorlesungen zum sächsischen BGB postum herausgegeben.

Quellen: Hauptstaatsarchiv Dresden, Sig. Bestand 19116, Karton 210, S 225.

Werke: De mortis causa donationis, quam Codex jur. civ. Saxon. Reg. ponit, vi et indole observ. I, 1866; Vorlesungen über das in dem Königreiche Sachsen geltende Privatrecht, 2 Bde., postum 1869 hg.; Symbola ad vitam Gregorii Holoandri, o.J.

Literatur: Wissenschaftliche Beilage der Leipziger Zeitung, Nr. 26, 28.3.1869, S. 121-125; Professorenkatalog der Universität Leipzig, https://www.uni-leipzig.de/unigeschichte/professorenkatalogErnst Landsberg, Geschichte der deutschen Rechtswissenschaft, Bd. III/2, Noten, 1910, S. 393 f.; Christian Ahcin, Zur Entstehung des bürgerlichen Gesetzbuchs für das Königreich Sachsen von 1863/65, 1996, S. 132 f. Fn. 114.

GND: 139630503VIAF: 101349550



Siebdrat, Gustav Albert

* 2.2.1806 in Leipzig, † 17.1.1876 in Dresden. Jurist, Beamter, Richter. Drei Kinder. Evangelisch-lutherisch.

Siebdrat studierte ab 1821 Jura an der Universität Leipzig, wo er dann von 1826 bis 1829 als Dozent zahlreiche Rechtsgebiete, darunter Pandekten, sächsisches Privatrecht und Verfahrensrecht, unterrichtete. Im Anschluss promovierte Siebdrat 1829 in Leipzig. Die sächsische Justizlaufbahn führte ihn zunächst als Appellationsrat an das Appellationsgericht Zwickau. 1843 wechselte Siebdrat als Oberappellationsrat an das Oberappellationsgericht Dresden. 1849 wurde er zum Geheimen Justizrat am Justizministerium ernannt und arbeitete dort als Ministerialrat. Zeitweise war er am Ministerium auch Mitglied der Prüfungskommission. Nach Könneritz‘ Abgang als Minister rückte er 1848 in die erste Kommission zum Entwurf eines sächsischen BGB von 1852 nach.

Quellen: Kirchennachrichten 1843/44, Stadtarchiv der Landeshauptstadt Dresden, Sig. 2.1.3.C.XXI.20/124; Kirchennachrichten 1860/61, Stadtarchiv der Landeshauptstadt Dresden, Sig. 2.1.3.C.XXI.20/145; Sterberegister Stadt Dresden, Standesamt III, Stadtarchiv der Landeshauptstadt Dresden, Sig. 6.4.25 – 3.4.2-1, Nr. 43.

Werke: De dominio epistolarum: Dissertatio, 1829; Systema processus iudiciarii et communis et Saxonici in usum scholae ac fori scriptum, 2 Teile, 1834/35, zusammen mit Christian Gottlob Biener und August Otto Krug; Hg. der Jahrbücher für sächsisches Strafrecht, 1839, Hg. der Neuen Jahrbücher für sächsisches Strafrecht, 1841 ff., jeweils mit zusammen mit Christian Bernhard von Watzdorf u.a.; Criminalgesetzbuch und forststrafrechtliche Bestimmungen für das Königreich Sachsen, das Grossherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach, die Herzogthümer Sachsen-Altenburg und Sachsen-Meiningen und das Fürstenthum Schwarzburg-Sondershausen: nebst einem durchlaufenden Commentar zum Handgebrauche bei jeder Art des gerichtlichen Verfahrens, sowie für Universitätsstudien, zusammen mit Gustav Friedrich Held, 1848; Das Strafgesetzbuch für das Königreich Sachsen vom 11. August 1855: mit den damit in Verbindung stehenden Gesetzen bis zum Schlusse des Jahres 1861 und einem durchlaufenden Commentare zum Handgebrauche beim gerichtlichen Verfahren, sowie für Universitätsstudien, 1862.

Literatur: Sächsische Biografie, http://saebi.isgv.de/ – Allgemeines Repertorium der neuesten in- und ausländischen Literatur, Bd. 3, 1829, S. 368; Staatshandbuch für das Königreich Sachsen 1841, S. 57; 1845, S. 57; 1854, S. 68 f.; Wochenblatt für merkwürdige Rechtsfälle, Bd. 3, 1843, Nr. 42, S. 336; Sitzungsberichte der naturwissenschaftlichen Gesellschaft ISIS in Dresden, Jahrgang 1876, S. 1 – Jens Blecher/Gerald Wiemers (Hg), Matrikel der Universität Leipzig, Teilbd. 1, 2006, S. 177; Historische Vorlesungsverzeichnisse der Universität Leipzig, http://histvv.uni-leipzig.de/Barbara Dölemeyer, Kodifikationen und Projekte, in: Helmut Coing (Hg.), Handbuch der Quellen und Literatur der neueren europäischen Privatrechtsgeschichte, Bd. III/2, 1982, S. 1440 (1560); Christian Ahcin, Zur Entstehung des bürgerlichen Gesetzbuchs für das Königreich Sachsen von 1863/65, 1996, S. 136.

GND: 115861181VIAF: 265669095



Weber, Carl (Karl) von

* 1.1.1806 in Dresden, † 17./18.7.1879 in Loschwitz. Historiker, Jurist, Archivar, Beamter. ∞ N.N. Kinder. Evangelisch-lutherisch.

Der Sohn des geadelten Kirchenrechtslehrers und Verwaltungsbeamten Karl Gottlieb von Weber (1773-1849) studierte Jura ab 1824 in Leipzig und ab 1827 in Göttingen. Nach dem Examen in Leipzig im Jahr 1828 arbeitete er als Akzessist beim Justizamt in Zwickau, 1829 in derselben Position beim Oberkonsistorium in Dresden. Die Promotion folgte 1830 in Leipzig. Nach dem zweiten Examen entschied sich Weber zunächst für die sächsische Justizlaufbahn: 1831 wurde er Referendar beim Oberkonsistorium in Dresden, 1833 beim Landesjustizkollegium, 1835 Beisitzer beim Appellationsgericht Dresden und 1839 dort Appellationsrat. Dann wechselte Weber in die Verwaltung. 1840 übernahm er das Referat bei den Ministern in Evangelicis, 1843 wurde er zum Ministerialrat und Geheimen Referendar beim Gesamtministerium ernannt. Daneben wirkte Weber in der Prüfungskommission des Justizministeriums mit. An der Kommission zum Entwurf eines sächsischen BGB von 1852 nahm er als Protokollant teil. Durch politische Zurückhaltung überstand Weber die Märzrevolution trotz seiner liberalen Grundhaltung unbeschadet. Ende 1848 wurde er mit der Verwaltung des Hauptstaatsarchivs betraut und im Folgejahr zum Direktor dieses Archivs ernannt. Weber öffnete sein Archiv – wegweisend für ganz Deutschland – für die Wissenschaft und trat auf der Grundlage der reichen Quellen des Archivs als Historiker hervor. Abseits dessen betätigte er sich rechtspolitisch und politisch durch den Entwurf zu einem Bundesschiedsgericht sowie als Referent der Landesregierung. 1872 wurde Weber zuletzt zum Geheimen Rat ernannt.

Quellen: Hauptstaatsarchiv Dresden, Sig. Bestand 19116, Karton 268, W 14.

Werke: De Eo, Qvod Ivstvm Est Circa Fiscos Vidvarvm, Inprimis Clericorvm, 1830; Aus vier Jahrhunderten. Mittheilungen aus dem Haupt-Staatsarchive zu Dresden, 2 Teile, 1857-1861; Maria Antonia Walpurgis, Churfürstin zu Sachsen, geborene kaiserliche Prinzessin in Bayern, 2 Teile, 1857; Zur Chronik Dresdens, 1859; Moritz Graf von Sachsen, Marschall von Frankreich: nach archivalischen Quellen, 1863; Anna Churfürstin zu Sachsen: geboren aus königlichem Stamm zu Dänemark; ein Lebens- und Sittenbild aus dem sechzehnten Jahrhundert. Nach archivalischen Quellen, 1865; Zur Geschichte Sachsens während der letzten drei Monate des Jahres 1806, 1873.

Literatur: Paul Hassel, in: ADB, Bd. 41, 1896, S. 345 f. – Staatshandbuch für das Königreich Sachsen 1841, S. 55; 1845, S. 39, 56; Wissenschaftliche Beilage der Leipziger Zeitung, Nr. 59, 24.7.1879, S. 356 – Caesar Dietrich v. Witzleben, Karl von Weber, in: Archiv für die Sächsische Geschichte, Neue Folge, Bd. 6, 1880, S. 355-382; Hellmut Kretzschmar, Karl von Weber, 1958; Barbara Dölemeyer, Kodifikationen und Projekte, in: Helmut Coing (Hg.), Handbuch der Quellen und Literatur der neueren europäischen Privatrechtsgeschichte, Bd. III/2, 1982, S. 1440 (1560); Christian Ahcin, Zur Entstehung des bürgerlichen Gesetzbuchs für das Königreich Sachsen von 1863/65, 1996, S. 132.

GND: 104154624VIAF: 61981882




 

 


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