Materialien zum Bürgerlichen Gesetzbuch
für das Königreich Sachsen


Herausgegeben von
Christian Hattenhauer (Universität Heidelberg)
Frank L. Schäfer (Universität Freiburg)
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Bürgerliches Gesetzbuch für das Königreich Sachsen
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Autor:Frank Schäfer
Datum:01.01.2017
Quelle:Eigene Dokumente
Fundstelle:Hattenhauer/Schäfer, Sächsisches BGB, Einleitung, Biografien, IX. Revisionskommission

IX. Mitglieder der Revisionskommissionen



Criegern Vorkonferenz



Glöckner, Carl Gustav

Jurist, Beamter.

Glöckner studierte ab 1823 an der Universität Leipzig Jura und promovierte dort 1834. Danach schlug er die sächsische Staatslaufbahn ein. Er diente als juristischer Rat der Generalkommission für Ablösungen und Gemeinheitsteilungen, als wirklicher Kommissionsrat am Innenministerium, dann als Rat der Kreisdirektion zu Dresden und zuletzt als geheimer Finanzrat am Finanzministerium. Ferner war er zeitweise Mitglied der Kommission wegen Ausmittlung des steuerfreien Grundeigentums, Kommissar der Brandversicherungskommission und stellvertretendes Mitglied der Kommission für Entscheidung über Kompetenzzweifel zwischen Justiz- und Verwaltungsbehörden.

Werke: Selecta E Re Ivdiciaria Capita, Qvam Scripsit Et Pvblice Defendet Carolvs Gvstavvs Gloecknervs, Diss. Leipzig 1834.

Literatur: Staatshandbuch für das Königreich Sachsen, 1841, S. 205; 1843, S. 146, 203; 1845, S. 141, 195, 208; 1850, S. 50, 113; 1858, S. 21, 86, 148; 1865/66, S. 19, 104, 531 – Jens Blecher/Gerald Wiemers (Hg.), Die Matrikel der Universität Leipzig, Teilbd. 1, 2006, S. 267 – Christian Ahcin, Zur Entstehung des bürgerlichen Gesetzbuchs für das Königreich Sachsen von 1863/65, 1996, S. 259, 275.

GND: 120065207VIAF: 74674421



Groß, Georg Ernst

Jurist, Richter.

Groß diente im Herzogtum Sachsen-Meiningen mit dem Titel Geheimer Justiz- und Oberlandesgerichtsrat bzw. Appellationsrat als Archivar zu Hildburghausen, als Richter am Oberlandesgericht bzw. Appellationsgericht Hildburghausen und zuletzt als dessen Vizepräsident. Ferner war er Mitglied des Konsistoriums der Kirchen- und Schulbehörde, der Gesetzkommission und für Sachsen-Meiningen der Revisionskommission zum Sächsischen BGB.

Literatur: Herzoglich Sachsen Meiningisches Hof- und Staats-Handbuch 1843, S. 39, 42, 59, 66; 1857, S. 179; 1861, S. 185; 1867, S. 25, 180 – Christian Ahcin, Zur Entstehung des bürgerlichen Gesetzbuchs für das Königreich Sachsen von 1863/65, 1996, S. 263.



Grünler, Julius Heinrich

* 6.6.1802 in Chemnitz, † 28.8.1872 in Lauske. Jurist, Beamter, Diplomat. ∞ Camalina Elisabeth Friederica, geborene Schiele.

Grünler studierte ab 1820 Jura an der Universität Leipzig. Er diente unter dem Titel eines Geheimen Legationsrats als Ministerialrat im Außenministerium. Als Diplomat für Sachsen erhielt er zahlreiche ausländische Orden und nahm an den Dresdner Konferenzen 1850/51 zur Wiederherstellung des Deutschen Bundes teil. 1863 wurde Grünler der Titel eines Geheimrats verliehen. Einige Bibliothekskataloge nennen irrtümlich den Vornamen „Johann“.

Quellen: Hauptstaatsarchiv Dresden, Sig. Bestand 10717 Nr. 4962, Personalblatt; Kirchliche Wochenzettel, Stadtarchiv der Landeshauptstadt Dresden, Sig. 2.1.3.C.XXI.20/107.

Werke: Beiträge zum Staatsrecht des Königreichs Sachsen (Auswärtiges Staatsrecht), 1838.

Literatur: Staatshandbuch für das Königreich Sachsen, 1841, S. 245; 1847, S. 258; 1858, S. 19, 390; 1860, S. 19, 384; Zeitschrift für Rechtspflege und Verwaltung, zunächst für das Königreich Sachsen, Neue Folge, Bd. 23, 1863, S. 558; Jahresbericht über die Fürsten- und Landesschule Meissen vom Juli 1872 bis Juli 1873, 1873, S. 67 – Jens Blecher/Gerald Wiemers (Hg.), Die Matrikel der Universität Leipzig, Teilbd. 1, 2006, S. 224 – Christian Ahcin, Zur Entstehung des bürgerlichen Gesetzbuchs für das Königreich Sachsen von 1863/65, 1996, S. 259, 265 f.; Jürgen Müller, Die Dresdener Konferenz und die Wiederherstellung des Deutschen Bundes 1850/51, 1996, S. 49.

GND: 102102570VIAF: 17606559



Hänel (Haenel), (Gustav) Friedrich

* 18.4.1792 in Annaberg, † 1.8.1858 in Dresden. Jurist, Beamter, Professor, Richter. ∞ Sophia Therese, geborene Doles. Mindestens zwei Kinder. Evangelisch-lutherisch.

(Gustav) Friedrich Hänel ist nicht mit seinem weitaus bekannteren gleichnamigen Vetter Gustav (Friedrich) Hänel (5.10.1792-18.10.1878) zu verwechseln, der als Professor an der Universität Leipzig lehrte und an der Schlussredaktion teilnahm. Hänel studierte Jura an der Universität Leipzig. Nach der Promotion 1817 lehrte er zunächst ab 1818 an der Universität Leipzig als außerordentlicher Professor der Rechte. 1820 wurde er Konsistorialassessor, 1821 Beisitzer des Schöppenstuhls zu Leipzig, 1823 Supernumerar-Oberkonsistorialrat in Dresden, 1827 Appellationsrat am Appellationsgericht, 1831 Geheimer Kirchenrat im Kultusministerium, 1841 Oberappellationsrat am Oberappellationsgericht Dresden und später dessen Vizepräsident. Daneben wirkte Hänel als Richter am Staatsgerichtshof, zeitweise als abgeordneter Rat am Kultusministerium bzw. Justizministerium und als Mitglied der Prüfungskommission am Justizministerium.

Werke: Versuch einer kurzen und faßlichen Darstellung der Lehre vom Schadenersatze, nach heutigem Römischen Rechte, hauptsächlich zum Gebrauche für Studirende, 1823; Bearbeitung von Carl Friedrich Curtius, Handbuch des im Königreich Sachsen geltenden Zivilrechts, Teil 4, 2. Aufl. 1831.

Literatur: Meyers Konversationslexikon, 4. Aufl., Bd. 8, 1887, S. 120 – Leipziger Zeitung, Nr. 302, 23.12.1829, S. 3579; Zweite Beilage der Leipziger Zeitung, Nr. 184, 5.8.1858, S. 3970; Staatshandbuch für das Königreich Sachsen, 1839, S. 16, 287; 1843, S. 13, 57, 244, 266; 1845, S. 11, 48, 56, 57, 235; 1858, S. 18, 85, 86, 94 – Barbara Dölemeyer, Kodifikationen und Projekte, in: Helmut Coing (Hg.), Handbuch der Quellen und Literatur der neueren europäischen Privatrechtsgeschichte, Bd. III/2, 1982, S. 1440 (1559); Christian Ahcin, Zur Entstehung des bürgerlichen Gesetzbuchs für das Königreich Sachsen von 1863/65, 1996, S. 256, 266 f.; Hans-Martin Moderow, Volksschule zwischen Staat und Kirche: Das Beispiel Sachsen im 18. und 19. Jahrhundert, 2007, S. 107, Fn. 90.



Heerwart, Friedrich Wilhelm

* 1.11.1787 in Eisenach, † 18.6.1863 ebenda. Jurist, Politiker, Advokat, Beamter, Privatdozent, Richter.

Der Sohn eines Hofrats begann 1803 sein Jurastudium in Göttingen und schloss es 1806 an seiner Heimatuniversität Jena mit dem Doktortitel ab. Heerwart wollte zunächst die akademische Laufbahn einschlagen und habilitierte sich in Jena. Die ungünstigen äußeren Umstände zwangen ihn jedoch zu einem Wechsel in die Rechtspraxis des Herzogtums und späteren Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach. Zunächst arbeitete Heerwart als Etappenkommissar in Buttelstedt. 1808 wurde er zum Hofadvokat, 1810 zum Sekretär der herzoglichen Landesregierung in Weimar ernannt. Heerwart bewährte sich so gut, dass ihn der Großherzog 1816 zum stimmführenden Rat in diesem Kollegium und 1831 zum Geheimen Regierungsrat ernannte. Nach der Reorganisation der Staatsbehörden wechselte Heerwart 1850 als erster Rat mit dem Titel Geheimer Justizrat an das neu errichtete großherzoglich sächsische und fürstlich schwarzburgische Appellationsgericht zu Eisenach. Zuletzt wurde er 1863 zum Vizepräsidenten des Gerichts befördert. Daneben bekleidete Heerwart zahlreiche weitere öffentliche Ämter. Von 1822 bis 1850 diente er seiner Heimatstadt als Stadtältester, wofür er 1858 die Ehrenbürgerrechte erhielt. Heerwart leitete über viele Jahre die Prüfung der Rechtskandidaten und war seit 1851 Mitglied des Staatsgerichtshofs. Auch brachte er sich intensiv in die Gesetzgebung ein. Hervorzuheben ist sein Entwurf einer ZPO für das Großherzogtum aus dem Jahr 1852, der aber wegen der königlich sächsischen Arbeiten am BGB und an einer eigenen ZPO nicht in Kraft treten sollte. An der Revisionskommission zum Sächsischen BGB nahm Heerwart für die im Gesamt-Oberappellationsgericht Jena vereinigten anhaltinisch-thüringischen Staaten teil.

Werke: Dissertatio inauguralis iuridica sistens disquisitionem Num legatum dotis constituendae sit conditionale an modale, 1806; Blätter für Rechtspflege in Thüringen und Anhalt, 1856-1863 als Mitherausgeber.

Literatur: Herzoglich Weimar und Eisenachischer Hof- und Adreß-Calender, 1813, S. 155; Weimar-Schwarzburgischer Behörden-Almanach, 1851, S. 60; Weimarer Zeitung, 17.3.1858, Nr. 64 – J. Chr. Hotzel, Nekrolog, in: Blätter für Rechtspflege in Thüringen und Anhalt, Bd. 10, 1863, S. 265-272; Barbara Dölemeyer, Kodifikationen und Projekte, in: Helmut Coing (Hg.), Handbuch der Quellen und Literatur der neueren europäischen Privatrechtsgeschichte, Bd. III/2, 1982, S. 1440 (1559); Christian Ahcin, Zur Entstehung des bürgerlichen Gesetzbuchs für das Königreich Sachsen von 1863/65, 1996, S. 263, 275.

GND: 1067951520VIAF: 314882250



Held Justizminister

König Vorkonferenz

Langenn Mitglieder der Kommission zum Entwurf 1852

Marschner Zweite Lesung des Entwurfs



Merbach, Johann Daniel

* 14.4.1777 in Dresden, † 15.5.1861 ebenda. Jurist, Beamter, Richter.

Merbach absolvierte sein Rechtsstudium 1795 bis 1798 in Leipzig. Zunächst wandte er sich u.a. als Advokat in Dresden, Stolpen und Radeberg der Rechtspraxis zu, nachdem sich seine Pläne für eine wissenschaftliche Laufbahn mangels ausreichender Finanzen zerschlagen hatten. 1802 trat Merbach in den sächsischen Staatsdienst ein. Dort wirkte er für mehr als ein halbes Jahrhundert bis 1857 und beendete den aktiven Dienst erst im 80. Lebensjahr. Merbach begann seine Laufbahn als Aktuar beim Stadtgericht Dresden, 1803 wechselte er als Aktuar zum Stadtrat von Leipzig, 1813 wurde er als Senator Mitglied im Stadtrat von Dresden, 1820 Appellationsrat am Appellationsgericht Dresden. Ebenfalls im Jahr 1820 holte Merbach die für die Ernennung zum Appellationsrat erforderliche Promotion in Leipzig nach. 1823 wurde er als Geheimer Referendar zum Geheimen Rat versetzt, 1831 als Ministerialrat zum Innenministerium. Merbach verfasste in dieser Funktion zahlreiche Gesetze. Bereits am Appellationsgericht hatte er zusammen mit anderen Praktikern einen Reformentwurf für die Gerichtsordnung ausgearbeitet. 1835 lehnte Merbach das Amt eines Präsidenten des Appellationsgerichts Dresden ab. 1840 wurde er stattdessen Kreisdirektor zu Dresden, um seine Arbeitsbelastung zu verringern. Neben diesen Ämtern wirkte Merbach als Direktor der Brandversicherungskommission, als ordentliches Mitglied des Staatsrates und später als von der zweiten Kammer des Landtags gewählter Richter des Staatsgerichtshofs. Zuletzt arbeitete er ab 1850 statt eines Ruhestandes im Finanzministerium.

Quellen: Kirchliche Wochenzettel, Stadtarchiv der Landeshauptstadt Dresden, Sig. 2.1.3.C.XXI.20/145.

Werke: Theorie des Zunftzwanges, oder des Zunft-Verbietungsrechts nach allgemeinen Deutschen und besondern Königl. Sächsischen Rechten und Versuch einer Kritik der jetzt in Deutschland bestehenden Zunftverfassung: zwey Abhandlungen, 1808; Entwickelung des inneren Wesens öffentlicher Geschäftsvorträge: Gegründet auf die Natur der Mittheilung und auf die allgemeinen Grundsätze des Staatsdienstes und des öffentlichen Geschäftsganges, 1813; Ueber die Zulässigkeit und Einrichtung öffentlicher Hurenhäuser in großen Städten, 1815; Quaestio iuris Saxonici: de restitutione depositorum iudicialium, orto in bonis domini iurisdictionis patrimonialis creditorum concursu ad illustrand. §15. General. de instruenda custodia depositorum apud iudicia patrimonialia, 1820; Die dringendsten Gebrechen der vaterländischen Civilrechtspflege, und Ideen, denselben abzuhelfen, 1826; Chronik des zu Dresden bestehenden Vereins zu Rath und That: zur Feier des den 18. Februar 1853 eintretenden Funfzigjährigen Stiftungstages desselben, ca. 1853.

Literatur: DBA I 828, 328 f. – Staatshandbuch für das Königreich Sachsen 1839, S. 16, 47, 242, 261; 1841, S. 12, 39, 192; 1854, S. 24, 60; 1857, S. 144; Wissenschaftliche Beilage der Leipziger Zeitung, Nr. 48, 16.10.1861, S. 189-191 – Paul Alfred Merbach, Aus dem Leben eines sächsischen Staatsbeamten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (Johann Daniel Merbach, 1777-1861.): Nach seiner handschriftlichen Selbstbiographie, in: Neues Archiv für Sächsische Geschichte und Altertumskunde, Bd. 36, 1915, S. 84-112; Barbara Dölemeyer, Kodifikationen und Projekte, in: Helmut Coing (Hg.), Handbuch der Quellen und Literatur der neueren europäischen Privatrechtsgeschichte, Bd. III/2, 1982, S. 1440 (1559); Christian Ahcin, Zur Entstehung des bürgerlichen Gesetzbuchs für das Königreich Sachsen von 1863/65, 1996, S. 259.

GND: 1048528057VIAF: 307294469



Ortloff, Friedrich

* 10.10.1797 in Erlangen, † 10.10.1868 in Jena. Jurist, Professor, Richter. ∞ 1) Amalie (* 1800, † 1833), geborene Stark. Vier Kinder. ∞ 2) Christine Caroline Luise (* 1805, † 1883), geborene Stark. Drei Kinder. Evangelisch-lutherisch.

Ortloff war der Sohn des Erlanger Philosophieprofessors Johann Andreas Ortloff (1769-1828). Seit 1814 studierte er Jura an den Universitäten Jena, Göttingen und Erlangen. Danach promovierte Ortloff 1816 in Erlangen mit dem Doktor der Philosophie und zwei Jahre später mit dem Doktor der Rechte. 1816 arbeitete er als Hofadvokat in Coburg. Bereits im folgenden Jahr trat Ortloff eine Stelle am Gymnasium Casimirianum als Professor der Geschichte an. Drei Jahre später wechselte er mit gerade einmal 22 Jahren auf eine ordentliche Professur an der Universität Jena für Deutsches Privatrecht und wirkte dort im Schöppenstuhl mit, nachdem er zuvor Rufe nach Halle und Königsberg abgelehnt hatte. „In der deutschen Rechtswissenschaft ist Ortloff als germanistischer Vertreter der historischen Schule einzuordnen“ (Landau). Seit 1826 war Ortloff Richter am Oberappellationsgericht Jena und seit 1844 dessen Präsident. Zuvor war er bereits zum Herzoglichen Hofrat ernannt worden. Er übernahm umfangreiche Referate am Gericht und prägte die Rechtsprechung, die als wegweisend für ganz Deutschland galt. Daneben unterrichtete er bis zur Ernennung als Präsident als Honorarprofessor an der Universität Jena. In die Praktikerzeit fallen Ortloffs Beiträge zur Deutschen Rechtsgeschichte. 1836 edierte er das Meißner Rechtsbuch und das sog. ältere Eisenacher Rechtsbuch. 1860 folgte das Rechtsbuch Johann Purgoldts sowie die Gothaer und Eisenacher Statuten. Ebenso wichtig ist seine vierbändige „Geschichte der Grumbachschen Händel“ (1868-1870), die einen wichtigen politischen Streit in Thüringen während der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts dokumentiert. Ortloff nahm an der Revisionskommission zum Sächsischen BGB als Abgesandter der im Gesamt-Oberappellationsgericht Jena vereinigten anhaltinisch-thüringischen Staaten teil. Ortloff beeinflusste über seine Vorlagen besonders den Allgemeinen Teil sowie den Allgemeinen Teil des Schuldrechts und verdrängte damit den Entwurf von 1852. Obwohl sich Ortloff mit Nachdruck für die Einführung des sächsischen BGB in den anhaltinisch-thüringischen Staaten einsetzte, übernahmen diese nicht das moderne Gesetzbuch. Danach wirkte er als einziger Vertreter der thüringischen Staaten an der Kommission zur Ausarbeitung einer ZPO für Sachsen und die thüringischen Staaten mit. Auch in dieser Funktion beeinflusste er wesentliche die Abfassung des Entwurfs. Die Leistungen Ortloffs für die thüringischen Staaten können kaum überschätzt werden. „War Ortloff unzweifelhaft ein bedeutender und scharfsinniger Jurist, so war er nichts weniger als ein einseitiger“ (Schulz).

Werke: Justinianʼs neue Verordnungen über die Intestaterbfolge: oder Versuch einer Übersetzung der Novelle CXVIII und der sie betreffende Stelle der Novelle CXXVII, 1816; Von dem Pabstthum über der Kirche und den Staaten und von der Reformation, 1817; Commentatio iuris Romani de thesauris ad § XXXIX.I. de rer. div. (II.I) Fr. III. § X. D. De iure fisci (XLIX.XIV) et C. un. C. de thesauris (X.XV.), 1818; Ueber die Erziehung zum Bürger, 1818; Von den Handschriften und Ausgaben des salischen Gesetzes: nebst Beschreibung einer auf der königlichen Bibliothek zu Bamberg befindlichen Handschrift des salischen, ripuarischen und alemannischen Gesetzes aus den Zeiten Kaisers Carl des Großen, 1819; Grundzüge eines Systems des teutschen Privatrechts mit Einschluß des Lehnrechts, 1828; Sammlung deutscher Rechtsquellen, Bd. 1, 1836: Das Rechtsbuch nach Distinctionen nebst einem Eisenachischen Rechtsbuch, Bd. 2, 1860: Das Rechtsbuch Johannes Purgoldts nebst statuarischen Rechten von Gotha und Eisenach; Grundriß des catholischen und protestantischen Kirchenrechts, 1842; Juristische Abhandlungen und Rechtsfälle: mit besonderer Rücksicht auf die Länder des Sächsischen Rechts und die Entscheidungen des Gesammtoberappellations-Gerichts zu Jena, zusammen mit Heimbach, Guyet und Schüler (Bd. 1) bzw. Heimbach und Vermehren (Bd. 2) hg., 2 Bde., 1847/57; Allgemeine deutsche Wechselordnung: mit vollständiger Erläuterung nach den Protocollen der zu Leipzig abgehaltenen Conferenz, 1848, 2. Aufl. 1868; Geschichte der Grumbachischen Händel, 4 Teile, 1868-1870.

Literatur: DBA I 920, 206-208, III 680, 451; K. Schulz, in: ADB, Bd. 24, 1887, S. 449-453 Peter Landau, in: NDB, Bd. 19, 1999, S. 602 f. – Hermann Ortloff, Nekrolog, in: Blätter für Rechtspflege in Thüringen und Anhalt, Bd. 16, 1869, S. 53-64; Ernst Landsberg, Geschichte der Deutschen Rechtswissenschaft, Bd. III/2, Noten, 1910, 230; Barbara Dölemeyer, Kodifikationen und Projekte, in: Helmut Coing (Hg.), Handbuch der Quellen und Literatur der neueren europäischen Privatrechtsgeschichte, Bd. III/2, 1982, S. 1440 (1559); Christian Ahcin, Zur Entstehung des bürgerlichen Gesetzbuchs für das Königreich Sachsen von 1863/65, 1996, S. 263 Fn. 53, 264, 272 f., 275.

GND: 117149276VIAF: 52459629



Richter, Friedrich Wilhelm

* 1803/04 in Oberreinsberg. Jurist, Politiker, Beamter.

Richter arbeitete zunächst als Stadtschreiber und Stadtrichter in Grimma bzw. Rochlitz. Seit 1835 war er zusätzlich Amtshauptmann. Danach wurde er zum Geheimen Kriegsrat und dann zum Geheimen Rat ernannt und wirkte als Ministerialrat im Kriegsministerium sowie im Direktorium des Statistischen Vereins für das Königreich Sachsen. 1833/34 und 1836/37 vertrat er den vierten städtischen Wahlbezirk als Abgeordneter und zweiter bzw. erster Sekretär in der zweiten Kammer des sächsischen Landtags.

Literatur: Staatshandbuch für das Königreich Sachsen 1839, S. 17, 246; 1843, S. 230; 1847, S. 12, 219, 224; 1858, S. 348 – Josef Matzerath, Aspekte sächsischer Landtagsgeschichte: Präsidenten und Abgeordnete von 1833 bis 1952, 2001, S. 122; ders., Aspekte sächsischer Landtagsgeschichte: Die Mitglieder und Wahlbezirke der sächsischen Landtage (1833-1952), Teil I: 1833-1918, 2011, S. 316-319 – Christian Ahcin, Zur Entstehung des bürgerlichen Gesetzbuchs für das Königreich Sachsen von 1863/65, 1996, S. 259 Fn. 45.



Schmalz, Carl (Karl) Theophil (Gottlieb) Emminghard

* 22.5.1811 in Stolpen, † 6.5.1893 in Dresden. Jurist, Advokat, Beamter, Richter. ∞ Clara, geborene Francke. Kinder.

Schmalz studierte seit 1829 Jura an der Universität Leipzig. Zunächst arbeitete er als Advokat und Gerichtsdirektor in Dresden. Daneben amtierte Schmalz als Gerichtsverwalter an den Patrimonialgerichten Hausdorf und Wachau, dann als Regierungsrat bzw. Geheimer Regierungsrat. Anschließend wechselte er in das Innenministerium. Schmalz begann dort 1845 als Hilfsarbeiter, wurde 1846 zum Regierungsrat und später zum Geheimen Regierungsrat, 1872 Geheimen Rat und zuletzt zum Wirklichen Geheimen Rat ernannt. Am Innenministerium übte er die Funktionen eines Referenten, Ministerialrats bzw. Ministerialdirektors für Landtagssachen (1857 bis 1872) sowie für Ackerbau, Gewerbe und Handel aus. Daneben wurde Schmalz als Stellvertreter in die Kommission für Entscheidung über Kompetenzzweifel zwischen Justiz- und Verwaltungsbehörden (1856-1863), als Mitglied in die Ministerialprüfungskommission (1861-1865), als Mitglied in die Oberreklamationsbehörde des Kriegsministeriums (1866/67), zum Kommissar der Land-, Landeskultur- und Altersrentenbankverwaltung (1864-1886) sowie des Blindeninstituts, außerdem noch in den Kompetenzgerichtshof berufen.

Quellen: Hauptstaatsarchiv Dresden, Sig. Bestand 12881 (Genealogica).

Literatur: Staatshandbuch für das Königreich Sachsen 1839, S. 123; 1843, S. 86, 104; 1850, S. 194; 1857, S. 84, 262; 1858, S. 277, 278; Dresdner Journal, Nr. 105, 8.5.1893, S. 199; Leipziger Zeitung, Nr. 105, 8.5.1893, S. 1652; Illustrirte Zeitung, Bd. 100, 1893, Nr. 2602, 13.5.1893, S. 510 – Jens Blecher/Gerald Wiemers (Hg.), Die Matrikel der Universität Leipzig, Teilbd. 1, 2006, S. 378 – Christian Ahcin, Zur Entstehung des bürgerlichen Gesetzbuchs für das Königreich Sachsen von 1863/65, 1996, S. 259.



Schneider, Robert Justizminister



Siebenhaar, Eduard

* 28.3.1806 in Görlsdorf oder Senftenberg, † 28.4.1893 in Dresden. Jurist, Advokat, Beamter, Richter. Evangelisch-lutherisch.

Der Spross einer alten Gelehrtenfamilie studierte ab 1825 an der Universität Leipzig Jura. Nach dem Examen im Jahr 1828 arbeitete Siebenhaar von 1832 bis 1841 in Dresden als Advokat, bis ihn Justizminister Könneritz zum Übertritt in die Justiz bewegte. Siebenhaar arbeitete zunächst als Assessor am Appellationsgericht Dresden, dann am Appellationsgericht Leipzig, wo er 1843 zum Appellationsrat ernannt wurde. 1852 erfolgte die Ernennung zum Oberappellationsrat am Oberappellationsgericht Dresden. 1856 wurde Siebenhaar zum Mitglied der Revisionskommission zum sächsischen BGB berufen. Im Folgejahr übernahm er nach Helds Tod sowohl für die Revisions- als auch für die Redaktionskommission das Referentenamt. Siebenhaar prägte mit seinen Vorlagen, unter denen das Besondere Schuldrecht herausragt, zusammen mit Ortloff den Gesetzestext. Sein Lehrbuch und sein Kommentar beeinflussten nachhaltig die Rechtspraxis des neuen Gesetzbuchs in seinen ersten Jahren. In Würdigung seiner Verdienste wurde Siebenhaar noch während der Beratungen im Jahr 1859 zum Geheimen Justizrat ernannt und als Ministerialrat in das Justizministerium berufen. 1863 ordnete ihn die sächsische Regierung in die Kommission ab, welche 1866 den Dresdner Entwurf eines allgemeinen deutschen Gesetzes über Schuldverhältnisse vorlegen sollte. Die Kommission wählte Siebenhaar zum Berichterstatter, so dass sein Einfluss auf den Entwurf ebenfalls sehr groß war. Siebenhaars Karriere gipfelte 1869 in der Ernennung zum Vizepräsidenten des Oberappellationsgerichts Dresden. Zeitweise war er Mitglied der Prüfungskommission am Justizministerium und Deputierter der Kollegialbehörde beim Innenministerium für Administrativ-Justizsachen. Die Leipziger Juristenfakultät zeichnete Siebenhaar 1861 mit der Ehrendoktorwürde aus.

Quellen: Universitätsbibliothek Leipzig, Sammlung Hänel, Bd. 20, Nr. 36, Bl. 74r-75r.

Werke: Vollständiges Wort- und Sachregister für das Wochenblatt für merkwürdige Rechtsfälle 1841-1855, 1856; (Hg.), Das Bürgerliche Gesetzbuch für das Königreich Sachsen mit einem von Eduard Siebenhaar gefertigten, ausführlichen alph. Wort- und Sachregister, 1863, 5. Aufl. 1883; (Hg.), Commentar zu dem bürgerlichen Gesetzbuche für das Königreich Sachsen und zu der damit in Verbindung stehenden Publicationsverordnung vom 2. Januar 1863, 3 Bde., 1864/65, 2. Aufl. 1869; Correalobligationen nach römischem, gemeinem und sächsischem Rechte, 3 Teile, 1867/68; (Hg.), Gewerbe-Ordnung für den Norddeutschen Bund: mit einem ausführlichen alphabetischen Wort- und Sachregister und Inhaltsverzeichnisse, 1869; Lehrbuch des sächsischen Privatrechts, 1872; Ideen über die Abfassung eines deutschen Bürgerlichen Gesetzbuches: das deutsche Recht im Lichte der Vernunft und Wahrheit, 1874; Kommentar zur deutschen Civilproceßordnung, 1877. Hg. der Zeitschrift Archiv für deutsches Wechselrecht und Handelsrecht, 1851-1874.

Literatur: DBA I 1182, 349; Max Pagenstecher, in: ADB, Bd. 54, 1908, S. 336-338 – Staatshandbuch für das Königreich Sachsen 1843, S. 58; 1845, S. 59; 1854, S. 69; 1857, S. 92, 264; 1860, S. 96; Dr. Eduard Siebenhaar. Ein Nekrolog, in: Wissenschaftliche Beilage der Leipziger Zeitung, Nr. 99, 19.8.1893, S. 393-395 – Jens Blecher/Gerald Wiemers (Hg.), Die Matrikel der Universität Leipzig, Teilbd. 1, 2006, S. 305 f. – Lobe, Zu Dr. Eduard Siebenhaars Gedächtnis, in: Wissenschaftliche Beilage der Leipziger Zeitung, Nr. 37, 29.3.1906, S. 147 f.; Ernst Landsberg, Geschichte der Deutschen Rechtswissenschaft, Bd. III/2, Noten, 1910, S. 392 f.; Barbara Dölemeyer, Kodifikationen und Projekte, in: Helmut Coing (Hg.), Handbuch der Quellen und Literatur der neueren europäischen Privatrechtsgeschichte, Bd. III/2, 1982, S. 1440 (1560); Christian Ahcin, Zur Entstehung des bürgerlichen Gesetzbuchs für das Königreich Sachsen von 1863/65, 1996, S. 271 Fn. 79; 272-275.

GND: 117338745VIAF: 12004773



Sintenis, Karl (Carl) Friedrich Ferdinand

* 25.6.1804 in Zerbst, † 2.8.1868 in Dessau. Jurist, Politiker, Professor, Richter. ∞ Jenny, geborene Hausmann (* 4.6.1807 in Zerbst, † 1.6.1874 in Dessau). Evangelisch-lutherisch.

Der Sohn des Zerbster Oberbürgermeisters Johann Karl Heinrich Sintenis studierte von 1822 bis 1824 Jura an der Universität Leipzig und promovierte 1825 an der Universität Jena. Im selben Jahr wurde Sintenis Regierungsadvokat in seiner Vaterstadt Zerbst, 1834 Oberappellationsgerichtsadvokat. 1837 wechselte er als ordentlicher Professor an die Universität Gießen, um 1841 wieder nach Anhalt zurückzukehren. Dort diente Sintenis zunächst in der Landesregierung und im Konsistorium des Herzogtums Anhalt-Dessau als Regierungsrat. 1847 berief Herzog Luitpold Friedrich von Anhalt-Dessau ihn nach Erlöschen der Linie in Köthen in das Landesdirektionskollegium des Herzogtums Anhalt-Köthen, wo er zugleich die Kabinettsangelegenheiten leitete. Im Jahr darauf wechselte Sintenis als Oberlandesgerichtsrat an das Oberlandesgericht Dessau, dem er nach der Reorganisation seit 1850 als zweiter Präsident und seit 1853 als alleiniger Präsident vorstand. 1862 wurde er neben seiner Richtertätigkeit zum Mitglied des Staatsministeriums berufen. Von 1863 bis 1868 bekleidete er als Wirklicher Geheimer und Staatsminister den Vorsitz des für ganz Anhalt neuerrichteten Staatsministeriums mit der Leitung der Abteilungen der auswärtigen Angelegenheiten, der Justiz, des Kultus und des Herzoglichen Hauses. Daneben war Sintenis politisch engagiert. Er zog 1849 für die Konservativen als Abgeordneter in den zweiten Sonderlandtag von Anhalt-Dessau und den zweiten Gesamtlandtag von Anhalt-Dessau und Anhalt-Köthen ein. 1850 saß er im Staatenhaus des Erfurter Unionsparlaments. Ferner diente Sintenis als herzoglicher Gesamtarchivar und Ordenskanzler sowie in den Jahren 1866 und 1867 als Gesandter beim Norddeutschen Bund. An der Revisionskommission zum sächsischen BGB nahm er als Abgesandter der im Gesamt-Oberappellationsgericht Jena vereinigten anhaltinisch-thüringischen Staaten teil. Sein Einfluss blieb dort trotz zahlreicher Fassungsvorschläge hinter Ortloff und Siebenhaar zurück.

Quellen: Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, Abteilung Dessau, Sig. E 145 (Nachlass).

Werke: Dissertatio De Delictis Et Poenis Universitatum: Quam ad summos in utroque jure honores capessendos, 1825; Von den Majestätsverbrechen: Eine criminalistische Abhandlung, 1825; Der Ungehorsam der Parteien im bürgerlichen Process in seinen rechtsnachtheiligen Folgen: eine processualische Abhandlung, als Versuch einer theoretischen und practischen Erörterung dieser Lehre, 1828; Das Corpus Juris Civilis inʼs Deutsche übersetzt, zusammen mit Carl Eduard Otto und Bruno Schilling, 14 Bde., 1830-1833, 2. Aufl. 1839; Das Corpus Juris Canonici in seinen wichtigsten und anwendbarsten Theilen in’s Deutsche übersetzt, zusammen mit Bruno Schilling, 2 Bde., 1834/1837; Pfandrechtliche Streitfragen, I. Heft, 1835; Handbuch des gemeinen Pfandrechts, 1836; Erläuterungen über verschiedene Lehren des Civilprozesses nach Linde's Lehrbuch, in einzelnen Abhandlungen, 1840; Das practische gemeine Civilrecht, 3 Bde., 1844-1851, 3. Aufl. 1868/69; Anleitung zum Studium des bürgerlichen Gesetzbuches für das Königreich Sachsen, 1864; Das agnatische Erbfolgerecht des Durchlauchtigsten Herzoglichen Hauses Anhalt auf das Herzogthum Sachsen-Lauenburg und das Land Hadeln, 1864.

Literatur: DBA I 1188, 185-189, III 857, 231; Wilhelm Hosäus, in: ADB, Bd, 34, 1892, S. 404 f. – Mitteilungen des Vereins für Anhaltische Geschichte und Alterthumskunde, 1890, S. 714 f. – S., Karl Friedrich Ferdinand Sintenis, wirklicher Geheimerath und Doktor der Rechte in Dessau, in: Blätter für Rechtspflege in Thüringen und Anhalt, Bd. 16, 1869, S. 125-128; Ernst Landsberg, Geschichte der deutschen Rechtswissenschaft, Bd. III/2, 1910, Text, S. 600 f., Noten, 1910, S. 263 f.; Barbara Dölemeyer, Kodifikationen und Projekte, in: Helmut Coing (Hg.), Handbuch der Quellen und Literatur der neueren europäischen Privatrechtsgeschichte, Bd. III/2, 1982, S. 1440 (1560); Christian Ahcin, Zur Entstehung des bürgerlichen Gesetzbuchs für das Königreich Sachsen von 1863/65, 1996, S. 178 f.; 183 f.; 187 f., 263; Jochen Lengemann, Das Deutsche Parlament (Erfurter Unionsparlament) von 1850, 2000, S. 290 f.; Anke Boeck, Karl Friedrich Ferdinand Sintenis (1804-1868) – „gelehrter Praktiker und praktischer Gelehrter“: eine biographische Skizze, in: Festschrift für Mathias Tullner, 2009, S. 118-129.

GND: 11741624XVIAF: 10622834



Susemihl, Franz Heinrich Georg

* 1817, † 25.8.1857 in Dresden. Jurist, Beamter. ∞ Marie Therese, geborene Harcke (* 1832, † 1904).

Er ist nicht mit dem klassischen Philologen und Greifswalder Professor gleichen Namens zu verwechseln, der von 1826 bis 1901 lebte. Susemihl studierte ab 1837 an der Universität Leipzig Jura. Danach diente er zunächst als Vizeaktuar bzw. Aktuar beim Justizamt in Chemnitz, dann als Referendar, Regierungsrat bzw. Geheimer Regierungsrat im sächsischen Innenministerium.

Literatur: Staatshandbuch für das Königreich Sachsen 1845, S. 61; 1847, S. 62; 1854, S. 234; 1857, S. 263; Zeitschrift für Rechtspflege und Verwaltung, zunächst für das Königreich Sachsen, Neue Folge, Bd. 8, 1850; Leipziger Zeitung, Nr. 205, 29.8.1857, S. 4364 – Jens Blecher/Gerald Wiemers (Hg.), Die Matrikel der Universität Leipzig, Teilbd. 2, 2007, S. 131 – Protokolle der Revisionskommission zum Sächsischen BGB, Bd. 4, Nr. LXXXIV, S. 1 – Christian Ahcin, Zur Entstehung des bürgerlichen Gesetzbuchs für das Königreich Sachsen von 1863/65, 1996, S. 259 Fn. 45.



Teucher, Carl Gustav Robert

* 16./18.7.1820. Jurist, Beamter. Evangelisch-lutherisch.

Teucher besuchte das Gymnasium in Dresden bis 1840 und studierte dann an der Universität Leipzig Jura. Danach wurde er zum Kriegsrat und 1859 zum Geheimen Kriegsrat ernannt und arbeitete in der Funktion eines Ministerialrats am sächsischen Kriegsministerium. Teucher stand dort der Abteilung für Justizangelegenheiten vor.

Quellen: Hauptstaatsarchiv Dresden, Sig. Bestand 19116, Karton 251, T 46; Kirchliche Wochenzettel, Stadtarchiv der Landeshauptstadt Dresden, Sig. 2.1.3.C.XXI.20-96.

Literatur: Ad examen publicum […] in gymnasio Dresdensi, 1840, S. 43; Staatshandbuch für das Königreich Sachsen 1858, S. 348; 1860, S. 340; 1863, S. 437; Wochenblatt für merkwürdige Rechtsfälle, N.F. Bd. 7, 1859, S. 104 – Jens Blecher/Gerald Wiemers (Hg.), Die Matrikel der Universität Leipzig, Teilbd. 2, 2007, S. 177 – Christian Ahcin, Zur Entstehung des bürgerlichen Gesetzbuchs für das Königreich Sachsen von 1863/65, 1996, S. 259, 275.



Zobel, Carl Adolf (Adolph) Eduard von

* 1801 in Wiederau. Jurist, Beamter, Richter. ∞ Juliane Auguste, geborene von Wolfersdorff. Ein Kind. Evangelisch-lutherisch.

Der Sohn des Theologen Johann Carl Heinrich von Zobel studierte ab 1819 an der Universität Leipzig Jura. Im Anschluss unterrichtete Zobel dort im Schwerpunkt Lehnsrecht und promovierte 1825. Danach wurde er zum Supernumerar-Oberkonsistorialrat, 1827 zum Rat am Appellationsgericht und später zum Rat am Oberappellationsgericht Dresden berufen. Seit 1841 diente er als Geheimer Kirchenrat am Kultus- und Unterrichtsministerium.

Quellen: Hauptstaatsarchiv Dresden, Sig. Bestand 12628 (Familiennachlass von Zobel), Stammbaum.

Werke: Patri Patriae Optumo, Regi ... Friderico Augusto Principi Saxonum Pio, Justo Constanti, Festum Saecularis Imperii Diem Obeunt Pio Sinceroque Animo, 1818; Tractatus Juris Ecclesiastici, Quo Disquiritur: Asservatio Conjugis In Ergastulo, Propter Criminis Suspicionem Decreta, An Causam Suppeditet Divortio Jure Saxonico, Et Quatenus?, 1823; De Nomine Correali Conventionali Chirographario, Excitato Ad Rei Reorumque Promittendi Bona Creditorum Concursu, 1825; Anleitung zum Referiren und Decretiren aus Gerichts-Acten, 1826.

Literatur: Allgemeines Repertorium der neusten in- und ausländischen Literatur für 1825, Bd. 3, 1825, S. 377; Leipziger Zeitung, Nr. 289, 7.12.1827, S. 3565; Kritische Jahrbücher für deutsche Rechtswissenschaft, Bd. 5, 1841, S. 381; Staatshandbuch für das Königreich Sachsen 1843, S. 245; 1858, S. 382 – Jens Blecher/Gerald Wiemers (Hg.), Die Matrikel der Universität Leipzig, Teilbd. 1, 2006, S. 150; Historische Vorlesungsverzeichnisse der Universität Leipzig, http://histvv.uni-leipzig.de/Christian Ahcin, Zur Entstehung des bürgerlichen Gesetzbuchs für das Königreich Sachsen von 1863/65, 1996, S. 259; Hans-Martin Moderow, Volksschule zwischen Staat und Kirche: Das Beispiel Sachsen im 18. und 19. Jahrhundert, 2007, S. 192.

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