Materialien zum Bürgerlichen Gesetzbuch
für das Königreich Sachsen


Herausgegeben von
Christian Hattenhauer (Universität Heidelberg)
Frank L. Schäfer (Universität Freiburg)
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Bürgerliches Gesetzbuch für das Königreich Sachsen
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Autor:Frank Schäfer
Datum:01.01.2017
Quelle:Eigene Dokumente
Fundstelle:Hattenhauer/Schäfer, Sächsisches BGB, Einleitung, Biografien, VI. Zwischendeputation erste Kammer

VI. Zwischendeputation erste Kammer



Nostitz und Jänckendorf, Eduard Gottlob von

* 31.3.1791 in Dresden, † 8.2.1858 in Oppach oder Dresden. Jurist, Politiker, Rittergutsbesitzer, Minister, Richter. ∞ 1) Erdmuthe von Beschwitz, geborene Sorwitz. ∞ 2) Therese Freiherrin von Gutschmid. Acht Kinder.

Der Sohn des sächsischen Konferenzministers Gottlob Adolf von Nostitz und Jänckendorf studierte von 1809 bis 1813 an den Universitäten Leipzig und Heidelberg Jura. Nachdem Nostitz in den Befreiungskriegen als Jäger im Lützowschen Corps und später im Uhlanenregiment gedient hatte, kehrte er zum Rechtsstudium zurück, das er 1815 nach erneuten Studien an der Universität Wittenberg mit dem Examen abschloss. Kurze Zeit später schlug Nostitz die sächsische Verwaltungslaufbahn ein und stieg schnell auf der Karriereleiter auf: 1817 wurde er Kammerrat am Geheimen Finanzkollegium, 1819 Amtshauptmann in Dresden, Pirna rechts der Elbe, Radeberg, Stolpen, Hohnstein und Lohmen, 1821 Geheimer Referendar bei der Geheimen Ratskanzlei, 1825 Kammerkreditkassen-Kommissar und Geheimer Finanzrat beim Geheimen Finanzkollegium und 1832 Abteilungsvorstand im Finanzministerium. Von 1836 bis 1844 übernahm Nostitz das Innenministerium, danach war er von 1845 bis 1847 noch Mitglied des Staatsrats und bis 1850 Richter am Staatsgerichtshof. In seiner Eigenschaft als Bevollmächtigter des Hochstifts Meißen wirkte Nostitz ferner 1833/34 und 1850 bis 1858 als Abgeordneter in der ersten Kammer des sächsischen Landtags. In Nostitzʼ Ministerzeit fielen wichtige Gesetzgebungsvorhaben wie die Landgemeindeordnung, die Armenordnung, das Gesetz über die Teilbarkeit des Grundeigentums sowie das Gesetz zum Schutz der Rechte an literarischen Erzeugnissen und Werken der Kunst.

Literatur: Piererʼs Universal-Lexikon, Bd. 12, 1861, S. 133; http://www.smi.sachsen.de/538.htm – Staatshandbuch für das Königreich Sachsen 1839, S. 44, 47, 242; 1847, S. 41, 48; 1850, S. 49; Leipziger Zeitung, Nr. 36, 11.2.1858, S. 680; Zweite Beilage zur Leipziger Zeitung, Nr. 36, 11.2.1858, S. 696; Wissenschaftliche Beilage der Leipziger Zeitung, Nr. 17, 28.2.1858, S. 65 f – Josef Matzerath, Aspekte sächsischer Landtagsgeschichte: Präsidenten und Abgeordnete von 1833 bis 1952, 2001, S. 47; ders., Aspekte sächsischer Landtagsgeschichte: Die Mitglieder und Wahlbezirke der sächsischen Landtage (1833-1952), Teil I: 1833-1918, 2011, S. 84 f. – Uwe Fiedler, Gottlob Adolf Ernst von Nostitz und Jänckendorf, 2016, S. 16.

GND: 117059048VIAF: 54916234



Hennig Vorkonferenz

Johann Monarchen

König Vorkonferenz



Müller, Johannes Friedrich

* 8.8.1812 in Schneckengrün, † 11.6.1878 in Ermatingen (Schweiz). Jurist, Politiker, Richter.

Müller studierte ab 1835 an der Universität Leipzig Jura. Danach arbeitete er ab 1839 als Ratsaktuar, später als Aktuar am Justizamt Forderglauchau (nach anderer Quelle am Stadtgericht Schneeberg) und an verschiedenen Stadtgerichten wie Neustädtel und Hohenstein als Richter. Müller wurde 1841 in Neustädtel zum Bürgermeister und Stadtrichter ernannt. Im Zeitraum von 1848 bis 1873 war er Bürgermeister der Stadt Chemnitz und von 1851 bis 1874 als erste Magistratsperson der Stadt Chemnitz Abgeordneter in der ersten Kammer des sächsischen Landtags.

Literatur: Jutta Aurich, Von André bis Zöllner: 125 Biografien zur Chemnitzer Geschichte, 1998, S. 71 – Staatshandbuch für das Königreich Sachsen 1841, S. 70; 1843, S. 76; 1845, S. 75; 1850, S. 77 – Josef Matzerath, Aspekte sächsischer Landtagsgeschichte: Präsidenten und Abgeordnete von 1833 bis 1952, 2001, S. 47; ders., Aspekte sächsischer Landtagsgeschichte: Die Mitglieder und Wahlbezirke der sächsischen Landtage (1833-1952), Teil I: 1833-1918, 2011, S. 82 f.

GND: 1073934446VIAF: 316764811



Römer, Rudolph Benno von

* 15.3.1803, † 18.11.1871. Botaniker, Politiker, Privatgelehrter, Rittergutsbesitzer. Unverheiratet.

Der adlige Römer war Rittergutsbesitzer auf Löthain und Neumark. Er hatte sich 1821 an der Universität Leipzig für das Fach Jura immatrikuliert. Tatsächlich dürfte er dort an der philosophischen Fakultät naturwissenschaftliche Vorlesungen besucht haben. Dafür sprechen zwei Vorlesungsnachschriften Römers im Universitätsarchiv Leipzig zu Gustav Kunzes (1793-1851) Botanik. Durch die Freundschaft mit letzterem wandte sich Römer als Privatgelehrter der Botanik zu. Von 1836 bis 1864 war er konservativer Abgeordneter im sächsischen Landtag. Zunächst vertrat er von 1836 bis 1847 den erzgebirgischen Kreis in der zweiten Kammer. In der ersten Kammer repräsentierte er 1848 sowie von 1850 bis 1864 kraft königlicher Ernennung allgemein die Rittergutsbesitzer und war von 1849 bis 1850 Abgeordneter des 14., 15. und 16. Wahlbezirks. Zeitweise gehörte er dem Alterbländischen Ritterschaftlichen Kreditverein und dem Statistischen Verein an.

Literatur: Staatshandbuch für das Königreich Sachsen 1847, S. 219; 1850, S. 223 – Jens Blecher/Gerald Wiemers (Hg.), Die Matrikel der Universität Leipzig, Teilbd. 1, 2006, S. 173 – Josef Matzerath, Aspekte sächsischer Landtagsgeschichte: Präsidenten und Abgeordnete von 1833 bis 1952, 2001, S. 49, 122; ders., Aspekte sächsischer Landtagsgeschichte: Die Mitglieder und Wahlbezirke der sächsischen Landtage (1833-1952), Teil I: 1833-1918, 2011, S. 92 f., 320 f. – Bernhard Hirschel, Sachsens Regierung, Stände und Volk, 1846, S. 134 f.; Peter König/Cordula Reuss, Gelehrtenbibliotheken als bestandsprägender Faktor in der Universitätsbibliothek Leipzig, in: Das Buch in Antike, Mittelalter und Neuzeit- Sonderbestände der Universitätsbibliothek Leipzig, 2012, S. 221-252; Ulrich Johannes Schneider, Rudolph Benno von Römer, in: ders./Astrid Vieler (Hg.), Römers Garten: Aus der Pflanzenbuchsammlung der Universitätsbibliothek Leipzig, Katalog zur Ausstellung der Universitätsbibliothek Leipzig 15.11.2013-30.03.2014, 2013, S. 7-10.

GND: 116583355VIAF: 64761362



Schönfels, Friedrich Ernst von

* 25.11.1796 in Tobertitz, † 1.5.1878 in Dresden. Offizier, Politiker, Rittergutsbesitzer. ∞ Julia Franziska, geborene Merz, verwitwete Dittmar, Tochter des vogtländischen Rittergutsbesitzers Johann Christian Merz. Kinder.

Der Sohn eines adligen Amtshauptmanns erhielt von seinem Vater die Rittergüter Rodersdorf unterer Teil und Reuth. Vor dem Hintergrund der Befreiungskriege brach Schönfels 1814 das Studium an der Universität Leipzig zugunsten einer Offizierskarriere ab. 1825 kehrte er dem Militär als Rittmeister den Rücken und widmete sich seinen Rittergütern. Obwohl ihn diese Position zur Teilnahme an der vorkonstitutionellen Ständeversammlung berechtigte, verzichtete er zunächst auf einen Sitz in der Versammlung. Dafür vertrat er die Rittergutsbesitzer des vogtländischen Kreises von 1842 an für zwanzig Jahre lang in der ersten Kammer des sächsischen Landtages. 1848 bis 1862 amtierte er als Präsident dieses Hauses. Lediglich die Revolution von 1848/49 unterbrach kurzfristig Schönfelsʼ parlamentarische Karriere. Obwohl die Zeitgenossen in ihm einen Vertreter des „ächten Liberalismus“ (Hirschel) sahen, vertrieb ihn die Revolution im Winter 1848/49 kurzfristig von seinem Parlamentssitz. Zeitweise wirkte er im Alterbländischen ritterschaftlichen Kreditverein mit.

Literatur: Josef Matzerath, in: Sächsische Biografie, http://saebi.isgv.de/ – Staatshandbuch für das Königreich Sachsen 1854, S. 271; Zweite Beilage zur Leipziger Zeitung, Nr. 104, 3.5.1878, S. 1326 – Josef Matzerath, Aspekte sächsischer Landtagsgeschichte: Präsidenten und Abgeordnete von 1833 bis 1952, 2001, S. 17 f., 50; ders., Aspekte sächsischer Landtagsgeschichte: Die Mitglieder und Wahlbezirke der sächsischen Landtage (1833-1952), Teil I: 1833-1918, 2011, S. 17 f., 110 f. – Bernhard Hirschel, Sachsens Regierung, Stände und Volk, 1846, S. 249, S. 253-257.

GND: 139852662VIAF: 102691883



Welck, Curt Robert Freiherr von

* 31.1.1798 in Meißen, † 14.6.1866 in Oberlößnitz. Jurist, Politiker, Rittergutsbesitzer. ∞ Emma Luise, geborene Freiherrin von Beust-Thossfell (*13.11.1805 in Gansgrün, † 27.1.1892 in Serkowitz). 5 Kinder.

Der Sohn eines Freiherrn und einer Gräfin studierte an der Universität Leipzig von 1816 bis 1820 Jura. 1825 bis 1838 fungierte er als Amtmann bzw. Amtshauptmann von Rochlitz, dann als Amtshauptmann von Riesa sowie als stellvertretender Vorsitzender bzw. Vorsitzender des Meißner Kreises. 1824, 1830 und 1831 vertrat er als schriftsässiger Rittergutsbesitzer zu Oberrabenstein die Rittergutsbesitzer im zweiten Corpus der sächsischen Ständeversammlung. Unter der neuen Verfassung war er 1833/34 stellvertretender Abgeordneter der Rittergutsbesitzer vom Meißner Kreis in der zweiten Kammer des sächsischen Landtags und von 1836 bis 1866 durch königliche Ernennung Abgeordneter der Rittergutsbesitzer in der ersten Kammer.

Quellen: Sächsisches Hauptstaatsarchiv, Familiennachlass Freiherren v. Welck, Tagebücher, Sig. 12633.

Literatur: Ernst Heinrich Kneschke (Hg.), Neues allgemeines Adels-Lexicon, Bd. 9, 1870, S. 516 f.; www.stammreihen.de – Staatshandbuch für das Königreich Sachsen 1839, S. 248; 1841, S. 195; 1854, S. 242; Leipziger Zeitung, Nr. 142, 17.6.1866, S. 3276 – Josef Matzerath, Aspekte sächsischer Landtagsgeschichte: Präsidenten und Abgeordnete von 1833 bis 1952, 2001, S. 53, 134; ders., Aspekte sächsischer Landtagsgeschichte: Die Mitglieder der (kur-)sächsischen Landstände (1763–1831), 2009, S. 156 f.; ders., Aspekte sächsischer Landtagsgeschichte: Die Mitglieder und Wahlbezirke der sächsischen Landtage (1833-1952), Teil I: 1833-1918, 2011, S. 126 f., 374 f. – Bernhard Hirschel, Sachsens Regierung, Stände und Volk, 1846, S. 197-200; Josef Matzerath, Adelsprobe an der Moderne: Sächsischer Adel 1763 bis 1866. Entkonkretisierung einer traditionellen Sozialformation, 2006, S. 202-208.

GND: 1019757728VIAF: 232168627



Zehmen, Ludwig Eduard Victor Freiherr von

* 1.2.1812 in Wermsdorf, † 24.10.1892 in Stauchitz. Jurist, Politiker, Rittergutsbesitzer. ∞ Victoire Genovefa Louise, geborene Gräfin von Mengersen (* 1818, † 1887). 4 Kinder. Evangelisch-lutherisch.

Der Sohn eines adligen Rittergutsbesitzers und Oberhofgerichtsrats studierte Jura ab 1830 an der Universität Leipzig und ab 1834 an der Universität Heidelberg. Zehmen beschränkte sich nicht auf ein Dasein als Rittergutsbesitzer, sondern entschied sich für die sächsische Staatslaufbahn. 1838 begann er als Assessor bei der Kreisdirektion Dresden, wurde dann im Innenministerium Referendar und anschließend Supernumenar-Regierungsrat der Kreisdrektion Dresden. 1848 wechselte der reformkonservative Zehmen für die nächsten 42 Jahre in die Politik. Der König ernannte ihn zum Abgeordneten der Rittergutsbesitzer in der ersten Kammer des sächsischen Landtags. 1851/52 war er zweiter Sekretär, von 1871 bis zum Ende seiner Parlamentskarriere im Jahr 1890 Präsident dieses Hauses. Zusätzlich gehörte er von 1867 bis zur Reichsgründung für Meißen-Großenhain der konservativen Fraktion des Reichstages des Norddeutschen Bundes an. Ferner wurde er zum Kammerherrn, 1872 zum Domherrn im Kapitel des Meißner Hochstifts, 1879 zum Domprobst in Bautzen, 1886 zum Wirklichen Geheimrat und 1891 zum Freiherrn ernannt. Daneben fungierte er zeitweise als Kreisvorsitzenden im Meißner Kreis sowie als Friedensrichter.

Literatur: DBA III 1017, 450-452 – Josef Matzerath, in: Sächsische Biografie, http://saebi.isgv.de/ – Staatshandbuch für das Königreich Sachsen 1845, S. 196; 1847, S. 195 – Gustav Toepke, Die Matrikel der Universität Heidelberg, Teil 5, 1904, S. 538; Jens Blecher/Gerald Wiemers (Hg.), Die Matrikel der Universität Leipzig, Teilbd. 1, 2006, S. 397 – Max Schwarz, MdR: Biographisches Handbuch der deutschen Reichstage, 1965, S. 504; Josef Matzerath, Aspekte sächsischer Landtagsgeschichte: Präsidenten und Abgeordnete von 1833 bis 1952, 2001, S. 23 f., 54; ders., Aspekte sächsischer Landtagsgeschichte: Die Mitglieder und Wahlbezirke der sächsischen Landtage (1833-1952), Teil I: 1833-1918, 2011, S. 23 f., 130-133.

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