Materialien zum Bürgerlichen Gesetzbuch
für das Königreich Sachsen


Herausgegeben von
Christian Hattenhauer (Universität Heidelberg)
Frank L. Schäfer (Universität Freiburg)
Gefördert durch die
Suchergebnisse insgesamt: 5.232
Einführung
Publicationsverordnung
Einführungsverordnung
Bürgerliches Gesetzbuch für das Königreich Sachsen
Materialien in Form vollständiger Quellen
  Suchergebnisse: 5.232 Treffer
in html speichern drucken pdf Dokument zurück Dokument 2 von 4674 weiter zur Gesamtansicht
 
Dokument
Autor:Frank Schäfer, Christian Hattenhauer, Nicolaus Cramer
Datum:17.01.2019
Quelle:Eigene Dokumente
Fundstelle:Hattenhauer/Schäfer, Sächsisches BGB, Einleitung, Editionsgrundsätze

Editionsgrundsätze

I. Quellenauswahl

Bei der Edition von Gesetzgebungsmaterialien stellt sich die entscheidende Frage, was überhaupt zu diesen Materialien zu zählen ist. Für die Edition der Materialien zum BGB für das Königreich Sachsen von 1863/65 ist zunächst in zeitlicher Hinsicht eine Beschränkung auf die entscheidende Gesetzgebungsphase von der Mitte der 1840er Jahre bis zum Beschluss des sächsischen Landtags im Jahr 1863 geboten. Die Entstehungsgeschichte des Sächsischen BGB lässt sich zwar mindestens bis 1763 zurückverfolgen.1 Doch sind die vor der Mitte des 19. Jahrhundert erfolgten Vorarbeiten weder über ein sehr frühes Stadium hinausgekommen, noch hatten sie Auswirkungen auf das spätere Gesetzbuch. Die Arbeiten am Sächsischen BGB begannen vielmehr erst im Jahr 1846 mit der Einsetzung einer Kommission, die mit Gustav Held als Redaktor 1852 den Entwurf eines BGB vorlegte.2 Da die Edition sich auf das Werden des Sächsischen BGB, nicht aber auf dessen Wirkungen konzentriert, bildet das Jahr 1863 mit der Verabschiedung des 1865 in Kraft getretenen Sächsischen BGB durch den Landtag die zweite zeitliche Grenze. Von der nach 1863 erschienenen Literatur sind lediglich drei Werke einbezogen, die die Entstehungsgeschichte des Gesetzes dokumentieren. Neben zwei Aufsätzen zur Entstehungsgeschichte3 handelt es sich dabei um den 1864/65 erschienenen Kommentar Eduard Siebenhaars zum Sächsischen BGB.4 Siebenhaar hat die Abfassung des Gesetzbuchs als Redaktor in der Revisions- und Redaktionskommission entscheidend beeinflusst und in seinem Kommentar die unveröffentlichten Protokolle der Kommissionen sowie die gedruckten Motive („Motiven“) nicht nur ausgewertet, sondern teilweise fast wörtlich übernommen. Für das Sächsische BGB ist Siebenhaars Kommentar daher von ähnlich hoher Bedeutung wie der Kommentar Gottlieb Plancks für das deutsche BGB von 1896/1900.

In örtlicher Hinsicht beschränkt sich die Edition bei den archivalischen Materialien auf das Sächsische Hauptstaatsarchiv in Dresden, das die Bestände des ehemaligen Königreichs Sachsen verwahrt. Thüringische und anhaltinische Quellen werden mit Ausnahme der Generalakten des Jenaer Oberappellationsgerichtspräsidenten Friedrich Ortloff und eines Gutachtens des Eisenacher Kommissionsmitglieds Friedrich Wilhelm Heerwart lediglich im Quellenverzeichnis dokumentiert. Für die Edition werden sie nicht herangezogen, da sie neue Erkenntnisse im Wesentlichen nur für das Scheitern der Zivilgesetzgebung in den thüringischen Staaten und Anhalt bieten. Den Beitrag thüringischer und anhaltinischer Juristen zum Sächsischen BGB dokumentieren die sächsischen Archivalien in ausreichender Weise.

Inhaltlich lässt sich die Edition dank moderner elektronischer Datenverarbeitungsmethoden auf eine sehr breite Quellenbasis stellen. Zwar müssen handschriftliche Quellen nach wie vor manuell transkribiert werden, doch lassen sich gedruckter Quellen durch OCR-Software erheblich leichter erfassen. Damit können alle aus dem Königreich Sachsen bekannten Materialien einbezogen werden. Das gilt sowohl für die elektronische Datenbank als auch für die Druckausgabe im Print-on-Demand-Verfahren. Anders als bei der gedruckter Edition der Materialien zum deutschen BGB5 beschränkt sich die Edition zum Sächsischen BGB nicht auf die eigentlichen Gesetzesmaterialien wie Motive, Sitzungsprotokolle oder Monita, sondern enthält auch weitere Materialien, darunter etwa Stellungnahmen in wissenschaftlichen Publikationen. Ob und wie diese Quellen in die Beratung der Entwürfe eingegangen sind, ergibt sich aus den Protokollen und Berichten. Insgesamt umfasst die Edition folgende Materialien zum Sächsischen BGB sowie zur Publikations- und zur Einführungsverordnung:

1.
Akten zur Entstehung des Entwurfs von 1852
2.
Entwurf von 1852 und Motiven dazu
3.
Handschriftliche Monita zum Entwurf von 1852
4.
Gedruckte Bemerkungen zum Entwurf von 1852
5.
Materialien der ständischen Zwischendeputationen von 1852–1854
6.
Materialien zur Beratung des Entwurfs von 1860 auf dem außerordentlichen Landtag von 1854
7.
Akten zur Organisation der Revisionskommission
8.
Protokolle der Revisionskommission
9.
Fassungsvorschläge der Mitglieder der Revisionskommission
10.
Ergänzungen zu den ersten 33 Sitzungen der Revisionskommission
11.
Protokolle der Redaktionskommission
12.
Text der ersten Lesung mit den Änderungen der zweiten Lesung
13.
Protokolle der 4. Lesung des Entwurfs
14.
Akten des Innenministeriums, des Kultusministeriums, des Außenministeriums und des Gesamtministeriums zum Sächsischen BGB
15.
Generalakten Ortloff, Korrespondenz und Berichte über die Beratung in der Revisionskommission enthaltend
16.
Akten aus den thüringischen Staaten ausschnittsweise mit dem Gutachten Heerwarts
17.
Entwurf von 1860 und Motiven dazu
18.
Gedruckte Bemerkungen zum Entwurf von 1860
19.
Materialien zur Beratung des Entwurfs von 1860 auf dem ordentlichen Landtag von 1860/61
20.
Gesetzesfassung
21.
Literatur zur Gesetzesfassung

Die unter den Ziffern 2, 4, 17, 18, 20 und 21 aufgeführten Materialien sind gedruckt erschienen, die zu den Ziffern 5, 6 und 19 liegen teilweise in Druckform vor; Details finden sich im Quellen- und Literaturverzeichnis.

Nicht festzustellen war, ob folgende Unterlagen existiert haben bzw. wo sie sich ggf. befinden:

1.
Protokolle der Kommission zur Erstellung des Entwurfs von 18526
2.
Fassungsvorschläge und Monita zum Allgemeinen Teil und zum Familienrecht
3.
Akten des Justizministeriums zur Beratung des Entwurfs.
4.
Protokolle der Schlussredaktion.


II. Editionsrichtlinien

1. Allgemeines

Die Wiedergabe der Quellen folgt möglichst buchstabengetreu dem Original. Die Edition behält insbesondere die zeitgenössische Orthografie, bestimmte Eigenheiten der Schreiber und die Interpunktion bei. Druck- oder Schreibfehler werden mit dem Zusatz „[sic!]“ hinter dem Wort, Zeichen oder Abschnitt gekennzeichnet. Auf einen textkritischen Apparat kann im Wesentlichen verzichtet werden. Zwar liegen für einige handschriftlichen Quellen mehrere Fassungen vor, dabei handelt es sich ganz überwiegend aber um identische Abschriften. Im Einzelfall dennoch erforderlich textkritische Anmerkungen stehen in Fußnoten mit eckigen Klammern. Nicht leserliche Wörter oder Buchstaben sind im Text mit [?] gekennzeichnet; für jeden Buchstaben wird ein Fragezeichen gesetzt.

Seiten- bzw. Blattumbrüche sind durch Angabe der folgenden Seite in eckigen Klammern in rotem Fettdruck gekennzeichnet. Eine im Original vorhandene oder beim Reproduktionsvorgang durch Archive vorgenommene Paginierung oder Foliierung der Quellen ist übernommen. Abweichungen sind als Fußnote in eckigen Klammern vermerkt. Bei nicht paginierten oder foliierten Quellen richten sich die Seitenzahlen nach der Anordnung der Seiten im Original. Fallen Seiten- und Wortumbruch zusammen, wird der Seitenumbruch ohne Trennungsstriche im getrennten Wort dargestellt. Sofern bei Zeilenumbrüchen getrennte Wörter auftreten, werden daraus entstehende Änderungen an der Schreibform zur regulären Schreibform umgewandelt. Groß- und Kleinschreibung folgen der Vorlage. Dasselbe gilt für die Zusammen- und Getrenntschreibung. Bindestriche sind in der heute gebräuchlichen Form als Viertelgeviertstriche („-“) ausgeführt. Abkürzungen sind grundsätzlich nicht aufgelöst, für Reichsthaler steht etwa „rthlr.“. Die Abkürzungszeichen für „Herr“/„Herrn“ sind ausnahmsweise aufgelöst, „&c“ wird zu „etc.“. Planetenzeichen ( und ☽) sind möglichst originalgetreu wiedergegeben. Verweise auf römische Rechtsquellen sind in mit eckigen Klammern gekennzeichneten Fußnoten aufgelöst, etwa „[= D. 46, 1, 41, 1.]“. Tabellen, mathematische Formeln und Berechnungen sind möglichst originalgetreu wiedergegeben. Auslassungszeichen („-″, d.h. Viertelgeviertstrich für Wort, „–“, d.h. Halbgeviertstrich für ganzen Satzteil) sind durch die ausgelassenen Wörter ersetzt. Bei Verklammerung mehrerer Punkte durch geschweifte Klammern unter einem Oberbegriff ist dieser Oberbegriff wegen der schwierigen computergrafischen Wiedergabe als Überschrift mit Doppelpunkten wiedergegeben. Anführungszeichen jeder Art sind einheitlich doppelt dargestellt („“), Hochstellungen und Hervorhebungen durch Unterstreichungen oder gesperrten Druck sind originalgetreu übernommen. Grafische Trennstriche im Text sind als zentrierte Trennstriche dargestellt, Einrückungen des Textes einheitlich mit hängendem Einzug von 1,75 cm. Die Schreibweise von Paragraphen folgt dem Original; etwa ist „§.“ nicht in „§“ geändert.

2. Gedruckte Materialien

Anmerkungen, End- und Fußnoten sind als Fußnoten dargestellt; die Zählung des Originals ist beibehalten. Hervorhebungen in Antiqua sind kursiv dargestellt. Bei Quellen im Spaltensatz sind Spalten- wie Zeilenumbrüche gekennzeichnet.

3. Handschriftliche Materialien

Löschungen sind auch bei gepunkteter Unterstreichung im Original einheitlich als Durchstreichungen dargestellt. Anfangssilben des ersten Wortes oder das erste Zeichen (etwa §) der Folgeseite am Seitenende entfallen. Der Strich über dem u entfällt. U und v sind buchstabengetreu wiedergegeben, zwei Punkte oder ein Strich über dem y dagegen weggelassen. Verklammerungen, auch mit „/:“ oder „:/“ oder anderen Zeichen, sind einheitlich als normale Klammern wiedergegeben. Deutsche Kurrentschrift ist als Normalschrift, Hervorhebungen in lateinischer Schrift sind kursiv dargestellt.

Randbemerkungen sind nach dem jeweiligen Absatz rechtsbündig in normaler Schrift gesetzt und ggf. durch Fußnoten in eckigen Klammern erläutert. Notizen ohne inhaltlichen Bezug sind entfallen, Ergänzungen von zweiter Hand sind als normaler Text oder als Anmerkung dargestellt und durch eine entsprechende Fußnote gekennzeichnet. Datierungen, Schlussformeln und Unterschriften sind der originalen Position im Text angenähert.

III. Aufbau der Edition, Herausgabeschema

Die Edition besteht aus einem Gesetzesteil mit systematisch-historisch fragmentierten Materialien und aus einem Dokumentteil mit unfragmentierten Materialien.

1. Gesetzesteil

Der Gesetzesteil folgt dem Aufbau des Sächsischen BGB und fragmentiert die Materialien nach bestimmten Gesichtspunkten.7 Oberster und somit systematischer Gliederpunkt ist die Legalordnung des Sächsischen BGB. Daher werden nicht für jeden einzelnen Paragraphen die Materialien separat dargestellt, sondern sämtliche Paragraphen der jeweils untersten gesetzlichen Gliederungsebene zusammengefasst, etwa §§ 244, 245 SächsBGB unter: II. „Fruchterwerbung.“ im Zweiten Abschnitt „Erwerb des Eigenthums an beweglichen Sachen.“. Umfasst die unterste Gliederungsebene des Gesetzes eine große Anzahl von Paragraphen, ist nach inhaltlichen Kriterien eine weitere Untergliederung nach Paragraphengruppen und im Einzelfall nach singulären Paragraphen erfolgt. Beispiel: „IX. Pacht- und Miethvertrag“ (§§ 1187-1228) wird in „Allgemeines“ (§§ 1187-1189, 1191-1192), „Zins“ (§ 1190), „Verschulden (§ 1193) etc. bis „Zurückhaltung“ (§ 1228) untergliedert. Diese Bezeichnungen sind redaktioneller Natur, sie stammen also nicht aus dem Gesetz.

Unterhalb der Ebene der Legalordnung gliedert die Edition die Darstellung soweit als möglich nach dem Verlauf des Gesetzgebungsverfahrens, d.h. chronologisch. Der Edition der einzelnen Paragraphenabschnitte ist der Gesetzestext vorangestellt. Ihm folgen die Materialien nach dem folgenden Schema:

A.
Entwurf von 1852 und Motiven
I.
Entwurf eines bürgerlichen Königreich Sachsen. Nebst allgemeinen Motiven und Inhaltsverzeichnisse. Dresden 1853.
II.
Specielle Motiven zu dem Entwurfe eines bürgerlichen Gesetzbuchs für das Königreich Sachsen. Dresden 1853.
B.
Handschriftliche Bemerkungen zum Entwurf von 1852 und Fassungsvorschläge
C.
Gedruckte Bemerkungen zum Entwurf von 1852
D.
Zwischendeputationen des Landtags (1852-1854)
I.
Bemerkungen des Referenten der I. Kammer
II.
Bemerkungen des Referenten der II. Kammer
III.
Protokolle der Vorkonferenzen
1.
I. Sitzung vom TT.MM.JJJJ
IV.
Protokolle der Zwischendeputation der I. Kammer
1.
I. Sitzung vom TT.MM.JJJJ
V.
Protokolle der Zwischendeputation der II. Kammer
1.
I. Sitzung vom TT.MM.JJJJ
VI.
Protokolle der gemeinschaftlichen Konferenzen
1.
I. Sitzung vom TT.MM.JJJJ
E.
Außerordentlicher Landtag von 1854
I.
Allgemeine Landtags-Acten (1. Abteilung)
II.
Landtags-Acten der I. Kammer (2. Abteilung und Beilagen dazu)
III.
Landtags-Acten der II. Kammer (3. Abteilung und Beilagen dazu)
IV.
Sonstiges
F.
Revisionskommission
I.
Protokolle der 1. Lesung
1.
I. Sitzung vom TT.MM.JJJJ
II.
Ergänzungen zu den Protocollen No. 1-No. 33 der Revisions-Commission
III.
Protokolle der 2. Lesung
1.
I. Sitzung vom TT.MM.JJJJ
IV.
1. Lesung mit den Änderungen der 2. Lesung
V.
3. Lesung
VI.
Sonstiges
G.
Redaktionskommission
I.
Protokolle
1.
I. Sitzung vom TT.MM.JJJJ
H.
4. Lesung des Entwurfs
I.
Ministerialakten (Protokolle, Schriftverkehr etc.)
J.
Entwurf von 1860 und Motiven
I.
Entwurf eines bürgerlichen Gesetzbuchs für das Königreich Sachsen nebst allgemeinen Motiven und Inhaltsverzeichniß, Dresden 1860
II.
Specielle Motiven und Publications-Verordnung zu dem Entwurfe eines bürgerlichen Gesetzbuchs für das Königreich Sachsen, Dresden 1861
K.
Gedruckte Bemerkungen zum Entwurf von 1860
L.
Ordentlicher Landtag von 1860/61
I.
Deputationen
1.
1. Deputation der I. Kammer
2.
1. Deputation der II. Kammer
II.
Allgemeine Landtags-Acten (1. Abteilung)
III.
Landtags-Acten der I. Kammer (2. Abteilung und Beilagen dazu)
IV.
Landtags-Mittheilungen der I. Kammer (stenographische Protocolle)
1.
Mitteilung No. 1 vom TT.MM.JJJJ
V.
Landtags-Acten der II. Kammer (3. Abteilung und Beilagen dazu)
VI.
Landtags-Mittheilungen der II. Kammer (stenographische Protocolle)
1.
Mitteilung No. 1 vom TT.MM.JJJJ
VII.
Sonstiges (Petitionen, Schriftverkehr etc.)
M.
Gesetzesfassung
N.
Literatur zur Gesetzesfassung
O.
Thüringen und Anhalt (Gutachten Heerwart)

Die Fassungsvorschläge einzelner Mitglieder der Revisionskommission bilden in diesem Schema keinen eigenständigen Gliederungspunkt. Dasselbe gilt für die handschriftlichen Monita verschiedener Herkunft. Beide werden unter Gliederungspunkt B „Handschriftliche Bemerkungen zum Entwurf von 1852 und Fassungsvorschläge“ zusammengefasst, weil in der Struktur der Originalakten mit sämtlichen Monita und Vorlagen auch die Fassungsvorschläge nach der Legalordnung des Entwurfs von 1852 abgelegt sind. Soweit in den Beratungen der Revisionskommission auf die Paragraphen einer „Vorlage“ verwiesen wird, sind damit die unter Gliederungspunkt B aufgeführten Fassungsvorschläge gemeint.

Jeder mit einem Großbuchstaben nummerierte Gliederungspunkt umfasst grundsätzlich eine eigene Seite. Sie entfällt, wenn ein Paragraphenabschnitt zu einzelnen Gliederungspunkten keine Materialien enthält; die Gliederung nach Großbuchstaben wird aber beibehalten. Jeder Gliederungspunkt setzt sich in der Regel aus Fragmenten einer oder mehrerer Quellen zusammen. Die Fragmente sind mit Kurzüberschriften versehen, die sich anhand des Literatur- und Quellenverzeichnisses auflösen lassen. Beispiel: Hattenhauer/Schäfer, Sächsisches BGB, §§ 1-5 E. enthält zum Außerordentlichen Landtag von 1854 folgende Quellen: I. Landtags-Acten. Beilagen zu den Protocollen der ersten Kammer: 1. Bericht der Zwischendeputation der ersten Kammer über den Entwurf eines bürgerlichen Gesetzbuchs für das Königreich Sachsen (04.10.1854) und II. Landtags-Acten. Beilagen zu den Protocollen der zweiten Kammer: 1. Bericht der außerordentlichen Deputation der zweiten Kammer, den Entwurf eines bürgerlichen Gesetzbuchs für das Königreich Sachsen betreffend (17.10.1854). Die Quelle I.1. verweist auf die gedruckten Beilagen zu den Protokollen der ersten Kammer, Bd. 3, Dresden 1854 mit der Beschreibung „S. 1: Beilage A: Bericht der Zwischendeputation der ersten Kammer vom 4. October 1854 über den Entwurf eines bürgerlichen Gesetzbuchs für das Königreich Sachsen.“ Die Quelle II.1. verweist auf die gedruckten Beilagen zu den Protokollen der zweiten Kammer, Bd. 3, Dresden 1854 mit der Beschreibung „S. 1: Beilage A: Bericht der Zwischendeputation der zweiten Kammer über die ihr zur Begutachtung überwiesenen Gesetzentwürfe und deren fernere Behandlung“.

Die originale Seitenzahl, auf der das Fragment beginnt, findet sich zu Beginn jedes Fragments in eckigen Klammern in rotem Fettdruck. Fehlende Übereinstimmung von Fragment- und Seitenanfang ist durch drei Punkte („…“) als Hinweis auf die Auslassungen hinter der Seitenzahl vermerkt. Mehrere Fragmente derselben Quelle sind unter einer Überschrift zusammengefasst, durch eine Leerzeile getrennt und bei jedem Fragment ist die Anfangsseitenzahl vermerkt. Das gilt auch, wenn die Anfangsseitenzahl mit der Seitenzahl identisch ist, mit der das vorherige Fragment endet. Jeder Gliederungspunkt ist mit fortlaufenden Randnummern versehen, die jeweils neu beginnen. Grundsätzlich hat jeder in der Quelle behandelte Paragraph eine Randnummer, längere Texte umfassen bei inhaltlicher Untergliederung auch mehrere Randnummern pro Paragraph.

2. Dokumentteil

Im Dokumentteil sind die Entwürfe, Motiven, literarische Bemerkungen sowie die Aktengruppe OAG Dresden und die Generalakten Ortloff als Gesamtdokumente bzw. Bücher aufgenommen. Die Protokolle der Zwischendeputationen, Revisions- und Redaktionskommission sind in Bücher und Sitzungen gegliedert. Bei den Landtagsprotokollen werden nur die für das Gesetzbuch relevanten Passagen der Sitzungen wiedergegeben. Auch die vor allem in Ministerialakten niedergelegten handschriftlichen Bemerkungen sind nur dokumentiert, soweit sie das Gesetzbuch betreffen.

IV. Zitierweise

Als Zitierweise für den Gesetzesteil wird vorgeschlagen, nach Paragraphen, Gliederungspunkten und Randnummern zu zitieren. Beispiel: Hattenhauer/Schäfer, Sächsisches BGB, §§ 186-192, G. Rn. 1.

Fußnoten ausblendenFußnoten

1)

Ausführlich Christian Ahcin, Zur Entstehung des bürgerlichen Gesetzbuchs für das Königreich Sachsen von 1863/65, Frankfurt/Main 1996.

2)

Ahcin (Fn. 1), 118.

3)

Karl Magnus Pöschmann, Ueber die Bedeutung der speciellen Motiven zu dem Entwurfe des bürgerlichen Gesetzbuchs für Auslegung des Letzteren; in: Annalen des Königl. Sächs. Oberappellationsgerichts zu Dresden. N.F. 1 (1866), 1-5; Gustav Richard Wagner, Zur Gesetzgebung für bürgerliches Recht und Proceß in den Thüringer Staaten, in: Blätter für Rechtspflege in Thüringen und Anhalt 14 (1867) 65-81, 129-146, 209-225.

4)

Eduard Siebenhaar, Commentar zu dem bürgerlichen Gesetzbuche für das Königreich Sachsen und zu der damit in Verbindung stehenden Publicationsverordnung vom 2. Januar 1863, 1. Bd. Die Publicationsverordnung, der allgemeine Theil und das Sachenrecht, Leipzig 1864; 2. Bd. Das Recht der Forderungen, Leipzig 1865; 3. Bd. Das Familien-, Vormundschafts- und Erbschaftsrecht, Leipzig 1865.

5)

Zu den damaligen Quellenbeschränkungen Werner Schubert, Materialien zur Entstehungsgeschichte des BGB: Einführung, Biographien, Materialien (Die Beratung des Bürgerlichen Gesetzbuchs in systematischer Zusammenstellung der unveröffentlichten Quellen, hg. von Horst-Heinrich Jakobs/Werner Schubert, Bd. 1), Berlin/New York 1978, 2 f.

6)

Ahcin (Fn. 1), 132 f., Fn. 114.

7)

Als Vorbild diente die Materialienedition zum deutschen BGB von Jakobs und Schubert, Horst Heinrich Jakobs/Werner Schubert (Hg.), Die Beratung des Bürgerlichen Gesetzbuchs in systematischer Zusammenstellung der unveröffentlichten Quellen, Berlin/New York 1978-2002. Ähnlich Mathias Schmoeckel/Joachim Rückert/Reinhard Zimmermann (Hg.), Historisch-kritischer Kommentar zum BGB, 2003 ff., im Erscheinen.


 

 


Abkürzung Fundstelle Diesen Link können Sie kopieren und verwenden, wenn Sie genau dieses Dokument verlinken möchten:
https://www.juris.de/jportal/?quelle=jlink&docid=CUST000019976&psml=sammlung.psml&max=true&bs=22

zurück Dokument 2 von 4674 weiter