Gericht/Institution:OLG Karlsruhe
Erscheinungsdatum:19.06.2017
Entscheidungsdatum:16.06.2017
Aktenzeichen:HEs 2 Ws 157/17
Quelle:juris Logo
Norm:§ 121 StPO

Mutmaßlicher Mörder von Freiburger Studentin bleibt in Haft

 

Das OLG Karlsruhe hat die Fortdauer der eigentlich auf sechs Monate beschränkten Untersuchungshaft gegen einen mutmaßlich aus Afghanistan stammenden Flüchtling angeordnet, der in Freiburg eine 19 Jahre alte Studentin vergewaltigt und ermordet haben soll.

Die Studentin war in der Tatnacht im Oktober 2016 auf dem Heimweg zu ihrem Wohnheim. Die 19-Jährige hatte eine Feier besucht und sich gegen 2.40 Uhr in der Nacht allein mit dem Fahrrad auf den Weg gemacht. Nach wenigen Kilometern wurde sie Opfer des Verbrechens.
Da sich der Angeschuldigte, der nach eigenen Angaben 17 Jahre alt ist, bereits seit sechs Monaten in Untersuchungshaft befindet, ohne dass ein Urteil ergangen ist, war gemäß § 121 Abs. 1 StPO zu prüfen, ob ein wichtiger Grund noch kein Urteil zugelassen hat und deshalb die Fortdauer der Haft gerechtfertigt ist.

Das OLG Karlsruhe hat die weitere Unterbringung in Untersuchungshaft angeordnet.

Nach Auffassung des Oberlandesgerichts ist eine Haftverlängerung festzusetzen aufgrund der noch immer laufen Ermittlungen, um das tatsächliche Alter des Verdächtigen festzustellen.Die Ermittlungen zur Klärung des Alters des Angeschuldigten, wovon sowohl die Anwendbarkeit von Jugendstrafrecht als auch die Bestimmung des für die Durchführung eines Hauptverfahrens zuständigen Gerichts abhänge, seien umfangreich und teilweise auch im Ausland durchzuführen.

Sollte der Angeschuldigte Jugendlicher oder Heranwachsender sein, also noch nicht das 18. bzw. 21. Lebensjahr vollendet haben, sei die Jugendkammer des LG Freiburg zuständig, während er als Erwachsener in die Zuständigkeit des Schwurgerichts falle.

Quelle: Pressemitteilung des OLG Karlsruhe v. 19.06.2017


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