Gericht/Institution:BKartA
Erscheinungsdatum:26.06.2017
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Bußgelder gegen Wursthersteller in Millionenhöhe aufgehoben

 

Das Bundeskartellamt hat im "Wurstkartell-Fall" weitere Verfahren einstellen müssen, da die Unternehmen eine bis vor Kurzem geltende gesetzliche Regelungslücke in Anspruch nehmen konnten: Aufgrund von unternehmensinternen Umstrukturierungen sind Bußgelder in Höhe von rund 110 Millionen Euro aufgehoben worden.

Entfallen sind die Bußgeldbescheide gegen die Bell Deutschland Holding GmbH i.H.v. 99,6 Mio. Euro, gegen die Marten Vertriebs GmbH & Co. KG i.H.v. 3,2 Mio. Euro und gegen die Sickendiek Fleischwarenfabrik GmbH & Co. KG i.H.v. 6,9 Mio. Euro.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes: "Die Einstellung der Verfahren ließ sich aufgrund der bis vor Kurzem noch geltenden gesetzlichen Lage nicht verhindern. Allein in diesem Verfahren sind damit Bußgelder in einer Gesamthöhe von rund 238 Mio. Euro entfallen. Mit der aktuellen Novelle des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen wurde dieses Schlupfloch jedenfalls für neue Verfahren geschlossen. Es gilt nun – wie auf europäischer Ebene – eine Unternehmensverantwortlichkeit. Damit müssen nun auch lenkende Konzernmütter für die Bußgelder mit einstehen. So können die Wirkungen von Sanktionen gegenüber Großunternehmen gesichert und Umgehungslösungen verhindert werden."

Zuvor hatte das Bundeskartellamt bereits das Bußgeldverfahren gegen zwei Gesellschaften der Zur Mühlen-Gruppe einstellen müssen. Die gegen die Böklunder Plumrose GmbH & Co. KG, Böklund, sowie die Könecke Fleischwarenfabrik GmbH & Co. KG, Bremen, erlassenen Bußgeldbescheide über insgesamt 128 Mio. Euro waren damals ebenfalls infolge konzerninterner Umstrukturierungen gegenstandslos geworden.

Das Bundeskartellamt hatte am 15.07.2014 Bußgelder i.H.v. insgesamt rund 338 Mio. Euro gegen 21 Wursthersteller sowie gegen 33 verantwortlich handelnde Personen verhängt. Gegen elf Unternehmen und 15 Personen wurden die Verfahren mittlerweile durch rechtskräftige Bußgeldbescheide (in Höhe von insg. ca. 71 Mio. Euro) abgeschlossen. Gegen die darüber hinaus verhängten Bußgelder wurden Einsprüche eingelegt. Bußgeldbescheide gegen insgesamt fünf Unternehmen in einer Gesamthöhe von rund 25 Mio. Euro sind noch anhängig.

Quelle: Pressemitteilung des BKartA v. 26.06.2017


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