Gericht/Institution:LG Dessau-Roßlau
Erscheinungsdatum:04.08.2017
Entscheidungsdatum:04.08.2017
Aktenzeichen:2 Ks 111 Js 11214/16
Quelle:juris Logo

Lebenslange Haft für Mord an chinesischer Studentin

 

Das LG Dessau-Roßlau hat einen 21-jährigen Angeklagten wegen sexueller Nötigung im besonders schweren Fall (Vergewaltigung) und Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt und zusätzlich die besondere Schwere der Schuld festgestellt.

Der Angeklagte war wegen sexueller Nötigung im besonders schweren Fall (Vergewaltigung) und Mordes sowie wegen Vergewaltigung in zwei weiteren Fällen angeklagt.

Das LG Dessau-Roßlau hat den Angeklagten wegen sexueller Nötigung im besonders schweren Fall und Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt und zusätzlich die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Vom Vorwurf der Vergewaltigung in zwei weiteren Fällen hat das Landgericht ihn aus tatsächlichen Gründen freigesprochen.
Die gleichaltrige Lebensgefährtin des Angeklagten ist als Mittäterin der Vergewaltigung zu einer Jugendstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten verurteilt worden.

Nach Auffassung des Landgerichts hat die Angeklagte entsprechend einem gemeinsamen Tatplan in den Abendstunden des 11.05.2016 das spätere Opfer, eine aus der Volksrepublik China stammende Studentin, in eine leerstehende Wohnung in Dessau gelockt hat. Dort habe der Angeklagte die Geschädigte gewaltsam wiederholt vergewaltigt, woran sich auf seine Aufforderung hin die Lebensgefährtin beteiligt habe. Im Anschluss habe der Angeklagte den Entschluss gefasst, das Opfer zur Verdeckung der Tat zu töten. Er habe sodann versucht, die Geschädigte zu erwürgen und in einem Wassereimer zu ertränken und letztlich mit derart massiver Gewalt auf die Frau eingewirkt, dass sie nach den rechtsmedizinischen Feststellungen an einer Einschwemmung von Fetttröpfchen in die Lungenstrombahn verstorben sei. Im Anschluss habe der Angeklagte die Leiche mit Hilfe einer Mülltonne in den hinteren Außenbereich des Grundstücks transportiert und an einem schwer einsehbaren Ort abgelegt, wo sie am 13.05.2016 im Zuge einer Suchaktion aufgefunden worden sei. Die Angeklagten seien einige Tage später inhaftiert worden.

Das Landgericht ist davon ausgegangen, dass die Angeklagte zwar an den sexuellen Übergriffen beteiligt gewesen sei, nicht aber an der anschließenden Tötung des Opfers. Sie habe sich nach Beendigung der Vergewaltigung in ihre Wohnung im gleichen Haus begeben, nachdem ihr der Angeklagte erklärt habe, er werde die Geschädigte gehen lassen. Erst geraume Zeit später habe sie erfahren, dass dieser die Geschädigte stattdessen getötet habe.

Entgegen wiederholten öffentlichen Stimmen lägen keinerlei Anhaltspunkte dafür vor, dass die Eltern des Angeklagten, die beide Polizeibeamte sind, die Ermittlungen beeinflusst haben könnten. Den Eltern des Opfers, die als Nebenkläger im Verfahren anwaltlich vertreten waren, habe das Landgericht im Adhäsionsverfahren ein von den Angeklagten zu zahlendes Schmerzensgeld von insgesamt 60.000 Euro zuerkannt.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Quelle: Pressemitteilung des LG Dessau-Roßlau Nr. 12/2017 v. 04.08.2017

Hinweis des Landgerichts v. 11.08.2017 (Pressemitteilung Nr. 13/2017):

Gegen das am 04.08.2017 verkündete Urteil des Landgerichts haben sowohl die Angeklagten als auch die Staatsanwaltschaft und die Nebenkläger Revision beim BGH eingelegt. Die Revision muss binnen eines Monats nach Zustellung des Urteils begründet werden.


Das ganze Wirtschaftsstrafrecht.
Auf einen Klick.

Die Leuchtturmtitel des juris PartnerModul Wirtschaftsstrafrecht

juris PartnerModul Wirtschaftsstrafrecht

partnered by C.F. Müller | De Gruyter | Erich Schmidt Verlag | Verlag Dr. Otto Schmidt

Jetzt hier gratis testen!