Gericht/Institution:LG Kempten
Erscheinungsdatum:10.08.2018
Entscheidungsdatum:09.08.2018
Aktenzeichen:1 Ks 210 Js 4846/17
Quelle:juris Logo

Lebenslang mit Sicherungsverwahrung für Mord an Lindauer Rentner

 

Das LG Kempten hat im Strafverfahren gegen zwei Mitglieder einer Bettlergruppe einen 38-Jährigen wegen Mordes, besonders schwerer Brandstiftung und Wohnungseinbruchsdiebstahls zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt und die Unterbringung in der Sicherungsverwahrung angeordnet.

Ein 27-Jähriger, der als Mittäter eines versuchten schweren Bandendiebstahls angeklagt war, wurde freigesprochen.

Den beiden Männern wurde zur Last gelegt, sich in der Nacht vom 08.03.2017 auf den 09.03.2017 zu einem alten Bahnwärterhäuschen in Lindau – Stadteil Zech begeben zu haben, um dort, gemeinschaftlich mit einem nicht näher bekannten Dritten, einen lange geplanten Einbruch zu verüben. Im Haus soll dann der 38-Jährige Angeklagte den Inhaber getötet haben und das Anwesen anschließend gemeinsam mit dem Dritten ("Adrian") in Brand gesteckt haben.

Nach Durchführung der Beweisaufnahme war das Landgerichts davon überzeugt, dass der 38-Jährige Angeklagte in das Haus eingedrungen und dort mit dem Hausinhaber zusammengetroffen war. Anschließend habe der Angeklagte diesem den Kiefer gebrochen, es sei zu massiven Misshandlungen mit stumpfer Gewalt gekommen. Anschließend habe der Angeklagte den Hausinhaber bis zum Todeseintritt gewürgt, um den Einbruchsversuch zu verschleiern. Der Angeklagte habe in der Wohnung des Getöteten geeignete Gegenstände entzündet, sodass das Haus in Brand geriet und zerstört wurde. Das Landgericht schloss aus, dass ein Dritter an der Tat beteiligt war.

Das Landgericht stützte seine Überzeugung von der Täterschaft unter anderem auf zahlreiche DNA-Spuren sowie Zeugenaussagen, denen zufolge der Angeklagte in der Nähe des Tatorts gesehen worden war. Das Landgericht hatte an sechs Verhandlungstagen 20 Zeugen vernommen und vier Sachverständige angehört. Nicht zur Grundlage seiner Überzeugung machte das Landgericht die Aussage eines Hauptbelastungszeugen, dem der 38-Jährige während seiner Untersuchungshaft die Tat gestanden haben soll. Das Landgericht sah diese als nicht verwertbar an.

Das LG Kempten ging von einer hohen Gefährlichkeit des Angeklagten aus, der zuletzt elf Jahre Freiheitsstrafe verbüßt hatte und wegen eines Sexual- und Gewaltdelikts unter offener Bewährung stand. Das Landgericht ordnete die Unterbringung in der Sicherungsverwahrung an.

Dem jüngeren der beiden Angeklagten war vorgeworfen worden, vor dem Anwesen mit einem Fahrzeug gewartet zu haben, um seine Mittäter und etwaige Beute abholen zu können. Das Landgericht konnte diese Überzeugung nicht gewinnen, sodass der Angeklagte vom Vorwurf des versuchten bandenmäßigen Diebstahls freigesprochen wurde. Er ist für die zu Unrecht erlittene Untersuchungshaft zu entschädigen.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Quelle: Pressemitteilung des LG Kempten v. 09.08.2018


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