Gericht/Institution:OLG Celle
Erscheinungsdatum:12.10.2018
Entscheidungsdatum:11.10.2018
Aktenzeichen:2 AR Ausl 57/18
Quelle:juris Logo

Tatverdächtiger im Mordfall Viktoriya Marinova wird nach Bulgarien ausgeliefert

 

Das OLG Celle hat gegen einen 20-jährigen Bulgaren, der verdächtigt wird, die Fernsehmoderatorin Viktoriya Marinova vergewaltigt und anschließend getötet zu haben, einen Auslieferungshaftbefehl erlassen.

Der Verdächtigte wurde aufgrund eines Europäischen Haftbefehls am 09.10.2018 in Stade vorläufig festgenommen. Dem Festgenommenen wird von den bulgarischen Justizbehörden vorgeworfen, am 06.10.2018 in Ruse (Bulgarien) die 30-jährige Fernsehmoderatorin Viktoriya Marinova vergewaltigt und anschließend getötet zu haben. Anschließend soll er das Mobiltelefon und Schmuck des Opfers entwendet haben. Am 10.10.2018 hat das AG Stade den Festgenommenen angehört und im Anschluss angeordnet, dass der Verfolgte bis zur Entscheidung des Oberlandesgerichts festzuhalten ist. Der Festgenommene habe gegenüber dem Amtsgericht eingeräumt, am 06.10.2018 mit dem Opfer in einen verbalen Streit geraten zu sein. Er habe unter starkem Einfluss von Alkohol und Drogen gestanden und der Frau mit der Faust ins Gesicht geschlagen, worauf diese hingefallen sei. Er habe sie danach hochgehoben und in einen Busch geworfen, sei dann aber weitergegangen. Er habe das Opfer nicht töten wollen und bestritten, sie vergewaltigt zu haben.

Das OLG Celle hat gegen den Bulgaren auf entsprechenden Antrag der Generalstaatsanwaltschaft Celle die förmliche Auslieferungshaft angeordnet.

Nach Auffassung des Oberlandesgerichts sind durchgreifende Gründe, die der Auslieferung entgegenstehen könnten, derzeit nicht ersichtlich und weniger einschneidende Maßnahmen als der Vollzug der Auslieferungshaft erschienen nicht geeignet, deren Zweck – nämlich die Durchführung der Auslieferung – zu gewährleisten. Der Festgenommene verbleibt somit bis zur Durchführung seiner Auslieferung nach Bulgarien in der Bundesrepublik Deutschland in Haft.

Die Generalstaatsanwaltschaft Celle hat die Auslieferung des Festgenommenen – der gegen seine Auslieferung keine Einwendungen erhoben und sich mit einem beschleunigten vereinfachten Auslieferungsverfahren nach Bulgarien einverstanden erklärt hat – bewilligt. Das Gesetz sieht für den Vollzug der Auslieferung eine Frist von zehn Tagen vor. Mit der Auslieferung des Beschuldigten ist demnach in Kürze zu rechnen.

juris-Redaktion
Quelle: Pressemitteilung des OLG Celle Nr. 51/2018 v. 12.10.2018


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