Gericht/Institution:VG Aachen
Erscheinungsdatum:20.09.2019
Aktenzeichen:6 K 1578/19
Quelle:juris Logo

Umfassendes Tierhaltungsverbot weitgehend bestätigt

 

Das VG Aachen hat festgestellt, dass einem Ehepaar aus Monschau die Haltung und Betreuung von Wirbeltieren jeder Art weitestgehend untersagt bleibt.

Die Städteregion Aachen hatte einem Ehepaar aus Monschau die Haltung und Betreuung von Wirbeltieren jeder Art untersagt. Grund dafür waren massive Mängel in der Tierhaltung, die bei zahlreichen Kontrollen über Jahre hinweg festgestellt worden waren. So hat die Tierschutzbehörde insbesondere beanstandet, dass von den über 80 Hunden lediglich einer art- und tierschutzgerecht gehalten werde. Die übrigen seien auf viel zu kleinem Raum und in den eigenen Exkrementen gehalten worden. In der Folge habe es in den Zwingern einen beißend stechenden Ammoniakgeruch gegeben, dem die Hunde dauerhaft ausgesetzt gewesen seien. Ihre Pflege sei überdies massiv vernachlässigt worden. Viele Hunde seien – zum Teil erheblich – krank gewesen. Zudem habe es bei der Mehrzahl der Hunde massive Verhaltensstörungen und Deprivationen gegeben.

Der Ehemann und die Behörde haben einen Vergleich geschlossen.

Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts besteht kein Zweifel daran, dass die Eheleute mit der Haltung so vieler Tiere überfordert seien. Nach dem Vergleich bleibe das Tierhaltungsverbot im Wesentlichen aufrechterhalten. Dem Kläger werde lediglich gestattet, zwei Hunde zu halten. Bedingung sei, dass einer der Hunde kastriert werde (der andere sei bereits kastriert) und der Kläger ein Betreuungskonzept vorlege. Aus diesem soll hervorgehen, wie die Hunde tierschutzgerecht gehalten werden sollen. Insbesondere habe der Kläger sicherzustellen, dass die Hunde regelmäßig – mindestens alle sechs Stunden – ausgeführt werden, und zwar auch außerhalb des Grundstücks, damit sie Sozialkontakte zu anderen Hunden haben könnten.

Die Ehefrau des Klägers, gegen die bereits ein strafrechtliches Tierhaltungsverbot besteht, hat die Klage gegen die an sie gerichtete Ordnungsverfügung zurückgenommen.

juris-Redaktion
Quelle: Pressemitteilung des VG Aachen v. 20.09.2019


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