Gericht/Institution:BReg
Erscheinungsdatum:14.07.2017
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Zehn Jahre Elterngeld

 

Vor rund zehn Jahren hat die Bundesregierung das Elterngeld eingeführt und zieht nun eine Resonanz.

Mehr als acht Millionen Mütter und Väter haben die Familienleistung bisher bezogen. Die Resonanz ist eindeutig: 82% sagen, das Elterngeld sei besonders wichtig für ihr Familieneinkommen.

Die Einführung des Elterngeldes am 01.01.2007 markiere einen Richtungswechsel in der Familienpolitik. Mit den sog. Partnermonaten, die der Familie nur dann zustehen, wenn beide Elternteile Elterngeldmonate in Anspruch nehmen, seien erstmals beide Eltern in ihrer Familienverantwortung angesprochen worden. Väterliches Engagement werde durch zusätzliche Elterngeldmonate belohnt.

Inzwischen nehmen 34% der Väter Elterngeldmonate in Anspruch – in einigen Regionen sind es sogar bis zu 58%. Vor der Einführung des Elterngeldes waren es durchschnittlich etwa zwei Prozent. Vielen Müttern bietet dies die Möglichkeit, früher wieder in den Beruf einzusteigen.

Väter in die Familienarbeit einbeziehen

"Wir arbeiten daran – das finde ich sehr spannend – Mütter und Väter gleichermaßen in die Familienarbeit einzubeziehen, weil vollkommen klar ist, dass Gleichberechtigung nicht gelebt werden kann, wenn die Frauen für Familie und Beruf zuständig sind und die Männer und Väter nur für den Beruf", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Demografiegipfel im März 2017 in Berlin. Interessant sei, dass der Anteil der Väter, die das Elterngeld nutzten, kontinuierlich auf inzwischen über ein Drittel gestiegen sei. Das gebe mehr Müttern die Chance, auch erwerbstätig zu sein. "Das gibt auch die Möglichkeit, dass Arbeitgeber nicht mehr genau sagen können, wer sich denn Zeit für die Familie nimmt. Das verändert natürlich auch die Gesamteinstellung zum Thema Familie und Beruf", betonte die Kanzlerin.

Elterngeld und ElterngeldPlus

Das Elterngeld gleicht fehlendes Einkommen aus, wenn Eltern ihr Kind nach der Geburt betreuen. Eltern, die sich Erwerbs- und Familienarbeit partnerschaftlich teilen möchten, werden besonders durch das im Jahr 2015 eingeführte ElterngeldPlus unterstützt. Eltern können zwischen Elterngeld (Basiselterngeld) und ElterngeldPlus wählen oder beides miteinander kombinieren.

Das Basiselterngeld fängt fehlendes Einkommen auf, wenn Eltern nach der Geburt für ihr Kind da sein wollen und deshalb ihre berufliche Arbeit unterbrechen oder einschränken. Den Eltern stehen gemeinsam insgesamt 14 Monate zu, wenn sich beide an der Betreuung beteiligen und den Eltern dadurch Einkommen wegfällt. Sie können die Monate frei untereinander aufteilen. Ein Elternteil kann dabei mindestens zwei und höchstens zwölf Monate für sich in Anspruch nehmen.

Mit dem ElterngeldPlus wurde die Leistung im Jahr 2015 modernisiert. Es erkennt insbesondere die Pläne derjenigen an, die schon während des Elterngeldbezugs wieder in Teilzeit arbeiten wollen. Mütter und Väter haben damit die Möglichkeit, länger als bisher Elterngeld in Anspruch zu nehmen. Sie bekommen doppelt so lange Elterngeld (in maximal halber Höhe): Aus einem bisherigen Elterngeldmonat werden zwei ElterngeldPlus-Monate. Eltern, die sich für ein partnerschaftliches Zeitarrangement entscheiden, erhalten einen Partnerschaftsbonus: Sie bekommen vier zusätzliche ElterngeldPlus-Monate, wenn sie in dieser Zeit gleichzeitig zwischen 25 und 30 Wochenstunden arbeiten.

Höhe und Anspruchsvoraussetzungen

Die Höhe des Elterngeldes orientiert sich am monatlich verfügbaren Nettoeinkommen, das der betreuende Elternteil vor der Geburt des Kindes hatte. Eltern mit höheren Einkommen erhalten 65%, Eltern mit niedrigeren Einkommen bis zu 100% dieses Voreinkommens.

Das Elterngeld beträgt mindestens 300 Euro (150 Euro bei ElterngeldPlus) und höchstens 1.800 Euro (900 Euro bei ElterngeldPlus) monatlich. Das Mindestelterngeld von 300 Euro erhalten alle, die nach der Geburt ihr Kind selbst betreuen und höchstens 30 Stunden in der Woche arbeiten. Das Mindestelterngeld erhalten also auch Studierende, Hausfrauen oder Hausmänner und Eltern, die wegen der Betreuung älterer Kinder nicht gearbeitet haben.

Quelle: Newsletter Bundesregierung aktuell v. 14.07.2017


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