Gericht/Institution:Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland
Erscheinungsdatum:13.12.2017
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Endokrine Disruptoren: Mitgliedstaaten billigen Kriterien für Pflanzenschutzmittel

 

Auf der Sitzung des Ständigen Ausschusses für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel (SCOPAFF) am 13.12.2017 in Brüssel haben die Mitgliedstaaten die Kriterien für die Identifizierung von endokrinen Disruptoren im Rahmen der Pflanzenschutzmittelgesetzgebung gebilligt.

Nach der Verabschiedung durch Parlament und Rat können dann alle in Pestiziden verwendeten Wirkstoffe, die als Umwelthormone für Mensch oder Tier eingestuft werden, einer Prüfung unterzogen und vom Markt genommen werden, so Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis.

Endokrine Disruptoren sind – sowohl natürlich vorkommende als auch chemische – Stoffe, die die Funktion des Hormonsystemes stören und dadurch schädigende Wirkung bei Menschen oder Tieren hervorrufen können. Erst vor relativ kurzer Zeit hat man begonnen, die Toxizität chemischer Stoffe unter dem Gesichtspunkt solcher hormonell schädigenden Wirkungen zu betrachten, was hilft zu verstehen, wie bestimmte schädliche Wirkungen entstehen. Das EU-Rechtssystem ist weltweit das erste, in dem wissenschaftliche Kriterien über endokrine Disruptoren rechtlich verankert werden.

Die nun gebilligten Kriterien berücksichtigen die Auffassungen des Europäischen Parlamentes vom 04.10.2017 zu einem früheren Verordnungsentwurf, der im Juli 2017 von den Mitgliedstaaten gebilligt wurde. Sie enthalten daher keine spezifische Bestimmung für die sog. "Wachstumsregulatoren". Die wissenschaftlichen Kriterien für Biozide (bspw. Handdesinfektionsmittel) sind bereits am 07.12.2017 in Kraft getreten und werden ab dem 07.06.2018 verpflichtend. Die Europäische Agentur für chemische Stoffe (ECHA) und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) haben letzte Woche eine öffentliche Konsultation zu dem Entwurf des technischen Leitfadens eingeleitet, um die Kriterien umzusetzen, sobald sie für Biozide und Pestizide anwendbar sind. Die öffentliche Konsultation läuft bis zum 31.01.2018.

Quelle: EU-Aktuell v. 13.12.2017


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