Gericht/Institution:BVerwG
Erscheinungsdatum:21.12.2017
Entscheidungsdatum:21.12.2017
Aktenzeichen:4 CN 8.16
Quelle:juris Logo
Norm:§ 29 BNatSchG

Hoher Buchener Wald im Ebracher Forst kein geschützter Landschaftsbestandteil

 

Das BVerwG hat entschieden, dass die Verordnung der Regierung von Oberfranken vom 10.08.2015, mit welcher die Verordnung über den geschützten Landschaftsbestandteil "Der Hohe Buchene Wald im Ebracher Forst" aufgehoben wurde, rechtmäßig ist.

Im April 2014 erließ das damals noch zuständige Landratsamt Bamberg die Verordnung über den geschützten Landschaftsbestandteil "Der Hohe Buchene Wald im Ebracher Forst" (Ausgangsverordnung). Der geschützte Landschaftsbestandteil weist eine Fläche von etwa 775 ha auf, ist Teil des FFH-Gebietes "Buchenwälder und Wiesentäler des Nordsteigerwaldes" und wurde u.a. zum Schutz der maßgebenden Lebensraumtypen und Arten des betreffenden FFH-Gebiets erlassen. Nach einer Änderung des Bayerischen Naturschutzgesetzes hob die nunmehr zuständige Regierung von Oberfranken diese Verordnung mit Wirkung zum 01.09.2015 wieder auf (Aufhebungsverordnung).
Den hiergegen vom Bund Naturschutz in Bayern e.V. erhobenen Normenkontrollantrag lehnte der Verwaltungsgerichtshof ab. Der Antrag sei zwar zulässig, aber unbegründet. Die Aufhebungsverordnung sei rechtmäßig, weil die Ausgangsverordnung unwirksam gewesen sei; sie sei von der Ermächtigungsnorm (§ 29 BNatSchG) nicht gedeckt gewesen. Die Aufhebung sei weder willkürlich noch werde hierdurch gegen Unionsrecht verstoßen.

Die Revision blieb vor dem BVerwG erfolglos.

Nach Auffassung des BVerwG ist die Aufhebungsverordnung wirksam. Sie finde in § 29 BNatSchG eine ausreichende Rechtsgrundlage. Der Aufhebung stehe auch höherrangiges Recht, insbesondere Unionsrecht, nicht entgegen. Der "Hohe Buchene Wald im Ebracher Forst" konnte nicht als geschützter Landschaftsbestandteil ausgewiesen werden, weil die hierfür erforderliche optische Abgrenzbarkeit des Schutzobjekts von seiner Umgebung nicht gegeben sei. Damit fehle es für die Ausgangsverordnung an einer Ermächtigungsgrundlage, womit diese unwirksam sei. Als unwirksame Verordnung könne sie zur Umsetzung der Vorgaben des Unionsrechts (hier Art. 4 Abs. 4, Art. 6 Abs. 2 FFH-Richtlinie) nichts beitragen. Ihre der Rechtssicherheit dienende Aufhebung sei deswegen nicht zu beanstanden.

Vorinstanz
VGH München, Urt. v. 28.07.2016 - 14 N 15.1870

Quelle: Pressemitteilung des BVerwG Nr. 91/2017 v. 21.12.2017


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