Gericht/Institution:LG Fulda
Erscheinungsdatum:28.12.2017
Entscheidungsdatum:28.12.2017
Aktenzeichen:2 Ks – 235 Js 10486/17
Quelle:juris Logo

Streit unter Asylbewerbern: Jugendhaft nach Totschlag in Hünfeld

 

Das LG Fulda hat im Prozess wegen tödlicher Messerstiche in der Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Hünfeld den 18 Jahre alten Angeklagten wegen Totschlags zu einer Jugendstrafe von vier Jahren und neun Monaten verurteilt.

Ein Asylbewerber aus Afghanistan, der in einer Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge lebte, hatte in Hünfeld seinen Mitbewohner erstochen. Das Opfer der Attacke konnte zunächst noch in eine Bar flüchten, um dort Hilfe zu suchen, starb aber kurze Zeit später im Krankenwagen.

Das LG Fulda hat den Angeklagten wegen Totschlags zu einer Jugendstrafe von vier Jahren und neun Monaten verurteilt.

Nach Auffassung des Landgerichts stand aufgrund der Beweisaufnahme, insbesondere den überwiegend geständigen Angaben des Angeklagten, fest, dass der Angeklagte den Geschädigten am 04.07.2017 in der Unterkunft aufgrund eines im März erfolgten Übergriffs zu Lasten des Angeklagten zur Rede stellen wollte. Hierbei habe der Angeklagte ein Messer mit sich geführt. Als der Geschädigte dem Angeklagten das Messer entwinden wollte, habe der Angeklagte aus Angst davor, der Geschädigte könne ihn angreifen, sofern er in den Besitz des Messers gelangen sollte, zweimal zugestochen. Einer der Stiche sei bis in eine Herzkammer vorgedrungen, was letztendlich zum Herzstillstand führte. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Jugendstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten beantragt, die Verteidigung hatte ausgehend von Schuldunfähigkeit sowie Notwehr Freispruch beantragt.

Sowohl der Angeklagte als auch die Staatsanwaltschaft können binnen einer Woche Revision einlegen.

Quelle: Pressemitteilung des LG Fulda v. 28.12.2017


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