X

Wir möchten auf unserer Webseite Cookies und pseudonyme Analysetechniken auch unserer Dienstleister verwenden, um diesen Internetauftritt möglichst benutzerfreundlich zu gestalten. Außerdem möchten wir und unsere Dienstleister damit die Besuche auf unserer Webseite auswerten (Webtracking), um unsere Webseite optimal auf Ihre Bedürfnisse anzupassen.

Wenn Sie dieses Banner anklicken oder schließen, erklären Sie sich damit jederzeit widerruflich einverstanden (Art. 6 Abs.1 a DSGVO).

Weitere Informationen, auch zu Ihrem jederzeitigen Widerrufsrecht, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

Gericht/Institution:BReg
Erscheinungsdatum:21.02.2018
Quelle:juris Logo

Neuer Mindestlohn für alle im Baugewerbe

 

Im Baugewerbe, dem Dachdeckerhandwerk und der Gebäudereinigung kommen die neuen tarifliche Mindestlöhne ab März 2018 allen Beschäftigten zugute - auch in Betrieben, die nicht tariflich gebunden sind.

Das Kabinett hat dafür die Mindestlohnverordnungen gebilligt. Im Baugewerbe, dem Dachdeckerhandwerk und der Gebäudereinigung gelten seit dem 01.01.2018 neue Mindestlöhne. Diese haben die Tarifparteien Ende 2017 ausgehandelt. Das Bundeskabinett billigte am 21.02.2018 zwei Verordnungen, die diese Branchenmindestlöhne nun für alle allgemeinverbindlich erklärt. Der Branchenmindestlohn gilt auch für Beschäftigte, die von ausländischen Unternehmen nach Deutschland entsandt werden, um hier zu arbeiten. Die Mindestlohnverordnungen treten am 01.03.2018 in Kraft.

Dachdeckerhandwerk: Der Abschluss macht den Unterschied

Dem Dachdeckerhandwerk gehören in Deutschland rund 64.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an. Etwa 80% haben einen Facharbeiterabschluss. Beim Mindestlohn wird nun erstmalig nach dem Qualifikationsniveau unterschieden. Ob der Betrieb in Ost- oder Westdeutschland angesiedelt ist, spielt hingegen keine Rolle mehr. Gelernte Dachdecker erhalten statt 12,25 Euro nun mindestens 12,90 Euro, Ungelernte mindestens 12,20.

Gilt ab voraussichtlich Mindestlohn für Ungelernte Mindestlohn für Fachkräfte
01.03.2018 12,20 Euro 12,90 Euro
01.01.2019 12,20 Euro 13,20 Euro

Die Laufzeit der Mindestlohnverordnung im Dachdeckerhandwerk endet am 31.12.2019.

Gebäudereinigung: Bundeseinheitlicher Mindestlohn ab Ende 2020

In der Gebäudereinigung arbeiten rund 1 Mio. Menschen. Für all diese Beschäftigte steigt der Mindestlohn. In den alten Bundesländern (inklusive Berlin) sind für Reinigungskräfte in Gebäuden (Lohngruppe 1) mindestens 10,30 Euro pro Zeitstunde zu zahlen. In den neuen Bundesländern haben sie Anspruch auf 9,55 Euro. Glas- und Fassadenreiniger (Lohngruppe 6) steht ein Stundenlohn von mindestens 13,55 Euro in den alten und 12,18 Euro in den neuen Bundesländern zu. In den Folgejahren werden die Lohnuntergrenzen schrittweise angehoben, wodurch sich Ost und West weiter angleichen. Ab 01.12.2020 zieht die Lohnuntergrenze in Ost und West gleich: Sie liegt dann bundeseinheitlich bei 10,80 Euro in der Lohngruppe 1 und 14,10 Euro in der Lohngruppe 6.

West (mit Berlin) Ost
Gilt ab
Lohngruppe 1 Lohngruppe 6 Lohngruppe 1 Lohngruppe 6
01.03.2018 10,30 Euro 13,55 Euro 9,55 Euro 12,18 Euro
01.01.2019 10,56 Euro 13,82 Euro 10,05 Euro 12,83 Euro
01.01.2020 10,80 Euro 14,10 Euro 10,55 Euro 13,50 Euro
bundeseinheitlich
Lohngruppe 1 Lohngruppe 6
01.12.2020 10,80 Euro 14,10 Euro

Die Mindestlohnverordnung in der Gebäudereinigung tritt am 31.12.2020 außer Kraft.

Baugewerbe: Mindestlohn steigt überall

5000.000 Menschen arbeiten in der Baubranche. Mit der neuen Verordnung gelten im Baugewerbe flächendeckend höhere Mindestlöhne. Ungelernte nach Lohngruppe 1 – dazu zählen Werker oder Maschinenwerker – erhalten einen Stundenlohn von mindestens 11,75 Euro. Das gilt bundesweit. Ab 01.03.2019 stehen ihnen dann 12,20 Euro zu. Bei der Höhe des Mindestlohnes für Facharbeiter (Lohngruppe 2) wird regional unterschieden: In Ostdeutschland entspricht er einheitlich der Lohngruppe 1. In Westdeutschland liegt er zunächst bei 14,95 Euro pro Zeitstunde und steigt ab 01.03.2019 auf 15,20 Euro. Fachkräften in Berlin steht ein Mindestlohn von 14,80 Euro zu. Er erhöht sich ab 01.03.2019 auf 15,05 Euro.

Region

Gilt ab

Lohngruppe 1

(Werker, Maschinenwerker)

Lohngruppe 2

(Fachwerker, Maschinisten, Kraftfahrer)

West voraussichtlich
01.03.2018 11,75 Euro 14,95 Euro
01.03.2019 12,20 Euro 15,20 Euro
Berlin voraussichtlich
01.03.2018 11,75 Euro 14,80 Euro
01.03.2019 12,20 Euro 15,05 Euro
Ost einheitlicher Mindestlohn
voraussichtlich
01.03.2018 11,75 Euro
01.03.2019 12,20 Euro

Die Mindestlohnverordnung im Baugewerbe gilt bis 31.12.2019

Wer bestimmt die Höhe des Mindestlohns?

Geregelt wird der allgemeine gesetzliche Mindestlohn durch das Mindestlohngesetz (MiLoG). Bei seiner Einführung 2015 betrug er 8,50 Euro brutto. Zum 01.01.2017 wurde er auf 8,84 Euro erhöht. Das hatte die Mindestlohnkommission vorgeschlagen. Sie prüft alle zwei Jahre, ob der Mindestlohn anzupassen ist. Dabei orientiert sie sich an der Entwicklung der Tariflöhne. Darüber hinaus können von den Tarifpartnern branchenbezogene Mindestlöhne vereinbart werden. Sie dürfen nicht unter dem allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn liegen. Die Bundesregierung kann sie per Rechtsverordnung für allgemeinverbindlich erklären.

Quelle: Pressemitteilung der BReg v. 21.02.2018


Das ganze Arbeitsrecht.
Auf einen Klick.

juris PartnerModul Arbeitsrecht premium

partnered by C.F. Müller | De Gruyter | DFV | Erich Schmidt Verlag | Handelsblatt Fachmedien | Verlag Dr. Otto Schmidt

Jetzt hier gratis testen!