Gericht/Institution:BGH
Erscheinungsdatum:22.02.2018
Entscheidungsdatum:02.11.2017
Aktenzeichen:3 StR 360/17
Quelle:juris Logo

Rentnerin mit Müllsack erstickt: BGH bestätigt Urteil im Fall getöteter Arzt-Witwe

 

Der BGH hat die Verurteilung eines 61-jährigen Mannes zu zehn Jahren Freiheitsstrafe wegen der Tötung einer Arzt-Witwe aus Bad Rothenfelde bestätigt.

Die Schwurgerichtskammer des LG Osnabrück hatte den Angeklagten mit Urteil vom 13.03.2017 (6 Ks 12/16) wegen Totschlags schuldig gesprochen. Mordmerkmale hatte das Landgericht nicht festgestellt. Nach durchgeführter Beweisaufnahme stand für das Landgericht fest, dass der inzwischen 61-jährige Angeklagte die Rentnerin am 05.02.2016 in seiner Wohnung in Hilter tötete. Die Frau sei gegen 14:00 Uhr zum Mittagessen bei dem Angeklagten erschienen. Nachdem er im Anschluss daran einige Besorgungen für oder mit der Rentnerin erledigt habe, sei es nach der Rückkehr in die Wohnung des Angeklagten zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen der 79-jährigen Frau und dem Angeklagten gekommen, in deren Verlauf der psychisch labile Angeklagte der Rentnerin einen Müllsack über den Kopf gestülpt und diesen mit einem Klebeband um den Hals fixiert habe. Nachdem die Frau erstickt sei, habe der Angeklagte sie komplett in Müllsäcke gewickelt und die Leiche in seinem Auto verstaut. Noch am selben Abend habe er die Leiche aus dem Haus geschafft und spätestens am Morgen des Folgetages in der Nähe eines Wanderparkplatzes bei Dissen im Wald vergraben.

Der BGH hat die Revisionen des Angeklagten und der Staatsanwaltschaft verworfen.

Nach Auffassung des BGH weist das Urteil des LG Osnabrück keine Rechtsfehler auf. Die Beweiswürdigung des Landgerichts beruhe auf einer bewertenden Gesamtschau aller maßgeblichen objektiven und subjektiven Tatumstände des Einzelfalls und sei nicht zu beanstanden. Nach Verwerfung der Revision ist das Strafverfahren nunmehr abgeschlossen. Der Verurteilte muss die Haftstrafe verbüßen.

Vorinstanz
LG Osnabrück, Urt. v. 13.03.2017 - 6 Ks 12/16

Quelle: Pressemitteilung des LG Osnabrück Nr. 6/2018 v. 22.02.2018


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