Gericht/Institution:Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
Erscheinungsdatum:11.04.2018
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Europäische Börsenaufsicht erlässt Maßnahmen zum Schutz von Verbrauchern

 

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat am 23.03.2018 Produktinterventionsmaßnahmen hinsichtlich binärer Optionen und Differenzkontrakte (Contracts for Difference - CFDs) zugunsten von Kleinanlegern beschlossen.

Vermarktung, Vertrieb und Verkauf binärer Optionen an Privatkunden werden verboten. In Bezug auf CFDs gelten künftig Hebelbeschränkungen, automatische Verlustbegrenzungen, ein Nachschusspflichtverbot, Vermarktungsbeschränkungen und eine verpflichtende Risikowarnung. So muss der Prozentsatz der Kleinanlegerkonten des CFD-Anbieters, in denen Verluste verzeichnet werden, angegeben werden.

Analysen der zuständigen nationalen Behörden zum CFD-Handel in verschiedenen EU-Staaten zeigten, dass in 74% bis 89% der Kleinanlegerkonten üblicherweise Anlageverluste verzeichnet werden, wobei der durchschnittliche Verlust pro Kunde zwischen 1.600 Euro und 29.000 Euro beträgt. Die Untersuchungen der zuständigen nationalen Behörden zu binären Optionen hätten ebenfalls durchgängige Verluste in Kleinanlegerkonten aufgezeigt.

Eine binäre Option ist ein Finanzderivat bei dem auf den Eintritt eines bestimmten Ereignisses spekuliert wird. Tritt ein zuvor definiertes Ereignis ein, erhält der Käufer einen festgelegten Betrag, andernfalls verfällt die Option ersatzlos. Als Basiswerte kommen Indizes, Aktien, Währungspaare oder auch Rohstoffe in Frage. Es kann auf fallende oder steigende Kurse spekuliert werden. Ein Differenzkontrakt (CFD) ist ein Derivat, dessen Wert sich aus der Differenz der Kurse des Basiswerts, etwa einer Aktie oder einer Währung, zum Zeitpunkt des Kaufes und Verkaufes des CFDs ergibt. Wie bei Termingeschäften muss eine Sicherheitsleistung (Margin) hinterlegt werden, woraus sich ein Hebeleffekt ergibt. Der Hebel zeigt an, wie sich der Einsatz vervielfachen kann. Je größer der Hebel, desto größer ist aber auch das Risiko. Anleger gehen üblicherweise mit einem Vielfachen ihres Einsatzes ins Risiko. Wenn sie die Wette verlieren müssen sie oft sehr hohe Beträge ausgleichen.

Die ESMA beabsichtigt, diese Maßnahmen in den kommenden Wochen in den EU-Amtssprachen zu erlassen. Anschließend wird die ESMA eine amtliche Mitteilung auf ihrer Website veröffentlichen. Daraufhin werden die Maßnahmen im Amtsblatt der EU veröffentlicht. Die Maßnahmen in Bezug auf binäre Optionen treten einen Monat und die Maßnahmen in Bezug auf CFD zwei Monate nach dieser Veröffentlichung in Kraft.

Quelle: Newsletter des Verbraucherzentrale Bundesverbandes e.V. v. 11.04.2018


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