Gericht/Institution:FG Düsseldorf
Erscheinungsdatum:11.12.2018
Entscheidungsdatum:31.07.2018
Aktenzeichen:10 K 3355/16 F,U
Quelle:juris Logo

Aufwendungen für Herrenabende sind gemischt veranlasst

 

Das FG Düsseldorf hat entschieden, dass Aufwendungen für die Ausrichtung von "Herrenabenden" wegen einer privaten Mitveranlassung nur hälftig als Betriebsausgaben abgezogen werden können.

Die Klägerin ist eine Partnerschaft von Rechtsanwälten. Sie machte Aufwendungen für sog. Herrenabende als Betriebsausgaben geltend. Zu diesen Veranstaltungen, die im Garten eines der Partner der Klägerin stattfanden, lud die Klägerin ausschließlich Männer ein. Der Teilnehmerkreis bestand aus Mandanten, Geschäftsfreunden und Persönlichkeiten aus Verwaltung, Politik, öffentlichem Leben und Vereinen. Die Gäste wurden begrüßt, bewirtet und unterhalten. Die Klägerin machte geltend, dass die Aufwendungen der Pflege und Vorbereitung von Mandaten gedient hätten und daher voll abzugsfähig seien.
Das FG Düsseldorf hatte die Klage abgewiesen. Der steuerlichen Berücksichtigung der Aufwendungen stehe das Abzugsverbot für Aufwendungen für Jagd oder Fischerei, für Segel- oder Motoryachten und ähnliche Zwecke entgegen.
Der BFH hatte auf die Revision der Klägerin diese Entscheidung aufgehoben. Das vom Finanzgericht angenommene Abzugsverbot komme nur zur Anwendung, wenn den Gästen ein besonderes qualitatives Ambiente oder ein besonderes Unterhaltungsprogramm geboten werde. Die Sache wurde an das FG Düsseldorf zur weiteren Sachaufklärung zurückverwiesen.

Das FG Düsseldorf hat in seiner neuen Entscheidung die Aufwendungen hälftig als Betriebsausgaben zum Abzug zugelassen.

Nach Auffassung des Finanzgerichts kommt das Abzugsverbot zwar nach der weiteren Aufklärung des Sachverhalts nicht zur Anwendung, weil den Gästen weder ein besonderes qualitatives Ambiente noch ein besonderes Unterhaltungsprogramm geboten worden ist. Die Aufwendungen für die Herrenabende seien aber gemischt veranlasst, weil sowohl Gäste aus dem privaten wie auch aus dem beruflichen Umfeld der Partner der Klägerin teilgenommen hätten.

Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig; es wurde Nichtzulassungsbeschwerde seitens der Finanzverwaltung eingelegt.

Vorinstanzen
FG Düsseldorf, Urt. v. 19.11.2013 - 10 K 2346/11 F
BFH, Urt. v. 13.07.2016 - VIII R 26/14

juris-Redaktion
Quelle: Pressemitteilung des FG Düsseldorf v. 11.12.2018


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