Gericht/Institution:ArbG Wuppertal
Erscheinungsdatum:14.12.2018
Aktenzeichen:5 Ca 1714/18
Quelle:juris Logo

Kündigung der Intendantin des Tanztheaters Pina Bausch unwirksam

 

Das ArbG Wuppertal hat entschieden, dass die Kündigung der Intendantin des Tanztheaters Pina Bausch unwirksam ist.

Die Klägerin war bei der Beklagten, die ein weltweit bekanntes Tanztheater betreibt, ab 01.05.2017 als Intendantin beschäftigt. Der Arbeitsvertrag der Parteien ist auf fünf Jahre befristet und sieht die Möglichkeit einer ordentlichen Kündigung des Arbeitsverhältnisses nicht vor. Nach monatelangen Unstimmigkeiten zwischen den Parteien kündigte die Beklagte das Arbeitsverhältnis im Juli 2018 außerordentlich fristlos. Sie warf der Klägerin in erster Linie vor, keinen umsetzbaren Spielplan für die folgenden Spielzeiten vorgelegt zu habe. Außerdem hat die Beklagte den Arbeitsvertrag angefochten, weil die Klägerin sie vor ihrer Einstellung nicht darüber informiert habe, dass sie – was nach jetzigen, von der Klägerin bestrittenen Informationen der Beklagten angeblich der Fall sein soll – bei ihrem vorherigen Arbeitgeber fristlos gekündigt oder zumindest suspendiert worden sei.

Das ArbG Wuppertal hat der dagegen gerichteten Klage der Intendantin stattgegeben.

Nach Auffassung des Arbeitsgerichts ist die Anfechtung des Arbeitsvertrags unwirksam, weil die Klägerin die Beklagte bei ihrer Einstellung nicht getäuscht hat. Insoweit sei es nicht darauf angekommen, ob und ggf. welche Konflikte es zwischen der Klägerin und ihrem früheren Arbeitgeber gegeben hatte. Jedenfalls habe sie sich damals mit ihrem vorherigen Arbeitgeber geeinigt und deshalb nichts Weiteres offenbaren müssen. Auch die fristlose Kündigung des Arbeitsvertrags sei unwirksam. Im Zusammenhang mit der Erstellung des Spielplans für die kommenden Spielzeiten könne keine Verletzung der vertraglichen Pflichten der Klägerin festgestellt werden, die eine außerordentliche Kündigung des Arbeitsverhältnisses rechtfertigen könnte, und sie sei insoweit vor Ausspruch der Kündigung auch nicht wirksam abgemahnt worden. Schließlich seien die Voraussetzungen einer sog. Druckkündigung nicht gegeben, da es die Beklagte selbst im Falle, dass einige Mitarbeiter die Kündigung der Klägerin verlangt hätten, versäumt habe, zunächst ausreichend zu vermitteln und sich schützend vor die Klägerin zu stellen.

juris-Redaktion
Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen v. 14.12.2018


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