Gericht/Institution:LG Bayreuth
Erscheinungsdatum:13.02.2019
Entscheidungsdatum:13.02.2019
Aktenzeichen:3 Qs 4/19
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Keine Untersuchungshaft für Manuel S. im Fall Peggy K.

 

Das LG Bayreuth hat im Fall Peggy K. entschieden, dass der Tatverdächtige Manuel S., der zugegeben hatte, an der Beseitigung der Leiche der 2001 in Lichtenberg verschwundenen 9-Jährigen beteiligt gewesen zu sein, nicht mehr in Untersuchungshaft muss.

Die Beschwerde der Staatsanwaltschaft Bayreuth gegen den Beschluss des AG Bayreuth vom 24.12.2018, mit dem der am 10.12.2018 vom AG Bayreuth gegen den Beschuldigten Manuel S. wegen des Tatvorwurfes des Mordes erlassene Haftbefehl aufgehoben wurde, sei als unbegründet zu verwerfen, so das Landgericht.

Nach Auffassung des Landgerichts kann das Teilgeständnis des Beschuldigten vom 12.09.2018 gegen den Beschuldigten verwendet werden. Anhaltspunkte für das Vorliegen von verbotenen Vernehmungsmethoden oder eines Verwertungsverbotes seien nicht ersichtlich. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen bestehe jedoch kein dringender Tatverdacht hinsichtlich der Begehung eines Mordes zum Nachteil von Peggy K. Nach umfassender Auswertung der gefertigten Videoaufzeichnung der Beschuldigtenvernehmung vom 12.09.2018 lägen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass unzulässiger Druck durch die vernehmenden Polizeibeamten auf den Beschuldigten ausgeübt worden sei. Auch eine Übermüdungs- oder Überforderungssituation des Beschuldigten habe zu keinem Zeitpunkt bestanden. Zudem sei der Beschuldigte nicht über die Schwere des ihm gemachten Tatvorwurfes im Unklaren gewesen. Vielmehr hätten sich keine Zweifel dahingehend ergeben, dass dem Beschuldigten während der gesamten Vernehmung bewusst gewesen sei, dass gegen ihn wegen des Verdachtes des Mordes zum Nachteil von Peggy K. ermittelt werde. Schließlich sei dem Beschuldigten das Recht auf Hinzuziehung eines Verteidigers zu keinem Zeitpunkt der Beschuldigtenvernehmung verwehrt worden. Die Hinzuziehung eines Verteidigers sei auch nicht von Amts wegen geboten gewesen. Zwar sei aufgrund des verwertbaren, aber zwischenzeitlich widerrufenen Teilgeständnisses des Beschuldigten, welches in weiten Teilen durch die bisherigen Ermittlungen bestätigt werde, ein dringender Tatverdacht im Sinne einer hohen Wahrscheinlichkeit hinsichtlich einer Beteiligung des Beschuldigten in Form der Verbringung des Körpers der Peggy K. zum Ablageort gegeben. Bezüglich einer weitergehenden Beteiligung des Beschuldigten hinsichtlich des Tatvorwurfes des Mordes bestehe nach derzeitigem Ermittlungs- und Aktenstand jedoch kein dringender Tatverdacht gegen den Beschuldigten, der den Erlass eines Haftbefehles rechtfertigen würde.

Weitergehende Auskünfte könnten im nichtöffentlichen Beschwerdeverfahren nicht erteilt werden.

juris-Redaktion
Quelle: Pressemitteilung des LG Bayreuth Nr. 2/2019 v. 13.02.2019


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