Gericht/Institution:LG Freiburg (Breisgau)
Erscheinungsdatum:12.03.2019
Entscheidungsdatum:11.03.2019
Aktenzeichen:1 Ks 300 Js 26674/18 Ak 10/18
Quelle:juris Logo
Norm:§ 57a StGB

Lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes in Bad Krozingen

 

Das LG Freiburg hat einen 55-Jährigen wegen Mordes an einer 57-jährigen Frau in Bad Krozingen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Die Hauptverhandlung begann am 19.02.2019 und dauerte fünf Tage. Nach den Feststellungen des Landgerichts hat der zu den objektiven Tatumständen geständige Angeklagte, ein deutscher Staatsangehöriger, der sich in dieser Sache seit dem 19.09.2018 in Untersuchungshaft befindet, am 17.01.2003 in Bad Krozingen die ihm bekannte und zu dieser Zeit 57 Jahre alte Heidrun P. in seine Gewalt gebracht und schließlich in einem Waldstück bei Ehrenkirchen durch zahlreiche, mit großer Kraft ausgeführte Messerstiche getötet. Den Leichnam versteckte er hinter einem neben dem Wegesrand liegenden Baumstamm und bedeckte den Körper mit Laub und Reisig. Nach der Tat hat der Angeklagte dann mit der EC-Karte des Opfers 500 Euro an einem Geldautomaten abgehoben. Zwei weitere Abhebungsversuche an demselben Automaten seien erfolglos gewesen. Das Fahrzeug seines Opfers hat der Angeklagte dann auf dem Autobahnparkplatz Neuenburg-West abgestellt. Die Leiche von Heidrun P. konnte erst am 23.03.2003 durch Spaziergänger gefunden werden. Unter anderem durch einen Hinweis aus dem Umfeld des Angeklagten und einen im Jahr 2018 erlangten DNA-Treffer kam es zur Festnahme des Angeklagten mehr als 15 Jahre nach der Tat. Das LG Freiburg hat das Mordmerkmal der sonstigen niedrigen Beweggründe bejaht, die von der Staatsanwaltschaft gleichfalls für gegeben angesehenen Mordmerkmale der Verdeckung einer Straftat und der Heimtücke dagegen nicht angenommen. Motive sind dann niedrig, wenn sie nach allgemeiner sittlicher Wertung auf tiefster Stufe stehen und deshalb als besonders verwerflich anzusehen sind. Dies hat das Landgericht im vorliegenden Fall deshalb bejaht, weil zwischen dem Anlass der Tötung, der Verbesserung der Arbeitssituation der Lebensgefährtin des Angeklagten, und der Tötung von Heidrun P. ein objektiv krasses Missverhältnis bestand. Die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld (§ 57a Abs. 1 Nr. 2 StGB) wurde nicht getroffen.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

juris-Redaktion
Quelle: Pressemitteilung des LG Freiburg v. 11.03.2019


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