Gericht/Institution:LG Landau (Pfalz)
Erscheinungsdatum:15.05.2019
Entscheidungsdatum:14.05.2019
Aktenzeichen:5 Ns 7111 Js 4222/17
Quelle:juris Logo
Norm:§ 17 TierSchG

Freiheitsstrafe wegen quälerischer Misshandlung von Wirbeltieren

 

Das LG Landau hat eine Tierärztin zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von neun Monaten ohne Bewährung wegen quälerischer Misshandlung von Wirbeltieren sowie Betruges in zwei Fällen verurteilt und ein Verbot des Haltens und Betreuens von Tieren für die Dauer von vier Jahren angeordnet.

Das AG Landau hatte die Tierärztin zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt sowie ein Verbot der Betreuung und Haltung von Tieren für fünf Jahre sowie ein dreijähriges Berufsverbot ausgesprochen. Es hatte die Angeklagte zweier Verstöße gegen das Tierschutzgesetz, davon einmal wegen der Haltung von Hunden und Katzen in ihren beiden Hausanwesen, einmal wegen der Haltung zweier Kängurus in ihrer Tierarztpraxis sowie zweier Betrugstaten betreffend Beträge im unteren dreistelligen Euro-Bereich für schuldig befunden. Mit der Berufung waren nur der Schuldspruch betreffend die beiden Kängurus, die Betrugsvorwürfe und insbesondere der Strafausspruch im Ganzen angegriffen worden.

Die Berufung der Angeklagten hatte teilweise Erfolg. Das LG Landau hat die Verurteilung wegen Tierquälerei von Hunden und Katzen sowie Betruges aufrechterhalten, die Angeklagte jedoch wegen des Vorwurfes der Tierquälerei im Hinblick auf die beiden Kängurus freigesprochen.

Nach Auffassung des Landgerichts war zu berücksichtigen, dass eine Strafbarkeit nach dem hier einschlägigen § 17 Tierschutzgesetz nur in Betracht kommt, wenn über einen längeren Zeitraum oder wiederholt Tieren erhebliche Schmerzen oder Leiden zugefügt werden. Erhebliche Leiden der Kängurus durch die nicht artgerechten Haltungsbedingungen habe die sachverständig beratene Kammer nicht hinreichend sicher feststellen können.

Für die Strafzumessung müsse das Landgericht sämtliche strafschärfenden und strafmildernden Gründe berücksichtigen. Strafmildernd sei hier zu Gunsten der Angeklagten ins Gewicht gefallen, dass sie bisher nicht vorbestraft und zumindest teilweise geständig war, dass auch ihre von einer Sachverständigen festgestellte Persönlichkeitsstörung ursächlich für ihr Verhalten gewesen sei, sie darüber hinaus ihre berufliche Existenz durch den Verlust ihrer Zulassung als Tierärztin verloren habe und die Folgen ihrer Tat sie bereits bis jetzt einen hohen fünfstelligen Euro-Betrag gekostet hätten. Strafverschärfend habe das Landgericht das Ausmaß der Taten und das Verhalten der Angeklagten nach der Tat berücksichtigt.

juris-Redaktion
Quelle: Pressemitteilung des LG Landau v. 14.05.2019


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