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Gericht/Institution:Medienservice Sachsen
Erscheinungsdatum:20.04.2020
Quelle:juris Logo

Eingeschränkter Schulbetrieb und Anspruch auf Notbetreuung in Sachsen erweitert

 

Für den eingeschränkten Schulbetrieb hat das sächsische Kabinett am 17.04.2020 in Abstimmung mit dem Kultusministerium eine Allgemeinverfügung des Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalts beschlossen, wonach Schulen in öffentlicher und freier Trägerschaft bis einschließlich 03.05.2020 geschlossen bleiben.

Unterricht und schulische Veranstaltungen finden in dieser Zeit für einen Großteil der Schüler nicht statt. Nur für die Schüler aller Abschlussklassen an den Gymnasien, Berufsbildenden Schulen, Oberschulen und Förderschulen werden die Schulen nach den Osterferien wieder geöffnet. Konsultationen, die Durchführung von Prüfungen und Prüfungsvorbereitungen können damit stattfinden.

Die Schulen werden ab dem 20.04.2020 vorerst ausschließlich für das Personal geöffnet, welches zur Vorbereitung der Schüler auf ihre Prüfungen notwendig ist. Erst ab dem 22.04.2020 beginnt die eigentliche Prüfungsvorbereitung für die Schüler. Konsultationen für Abiturienten sind allerdings schon ab dem 20.04.2020 möglich. Kindertageseinrichtungen bleiben weiterhin geschlossen und sind nur für Kinder in der Notbetreuung zugänglich.

Zudem wurde der Anspruch auf Notbetreuung von Kindern in Kindertageseinrichtungen, Grund- und Förderschulen erweitert. Für Kinder und Grundschüler, deren Eltern in systemrelevanten Sektoren beschäftigt sind, wird eine Notbetreuung angeboten. Die Bestimmungen dazu wurden jetzt erweitert und gelten ab dem 18.04.2020.

Die wesentlichen Änderungen:

1. Zu den systemrelevanten Berufen gehören u. a. auch folgende Sektoren: Notare, Rechtsanwälte, Steuerberater, Gerichtsvollzieher, Bestattungswesen, Verkaufspersonal im Einzelhandel, Handwerker, Beschäftigte der stationären Kinder-, Jugendlichen- und Behindertenhilfe, Tierpfleger, Schüler mit eigenen Kindern mit Betreuungsbedarf sowie das für den Schuldienst an Schulen in öffentlicher und freier Trägerschaft erforderliche Personal.

2. Ein Anspruch auf die Notfallbetreuung liegt nur vor, wenn beide Personensorgeberechtigten in systemrelevanten Berufen tätig sind.

3. Ausnahmsweise besteht auch ein Anspruch, wenn nur einer der Personensorgeberechtigten in folgenden Bereichen tätig ist:
• Gesundheitsvorsorge und Pflege,
• Rettungsdienst (einschließlich Berufsfeuerwehr),
• Öffentlicher Personennahverkehr,
• Polizei- und Justizvollzugsdienst,
• Schuldienst und Kindertagesbetreuung,
• Schüler in Abschlussklassen mit eigenen betreuungspflichtigen Kindern,
• Kommunal- oder Staatsverwaltung (sofern man mit Aufgaben der Bekämpfung der Corona-Pandemie betraut ist).

Voraussetzung für den Anspruch auf Notbetreuung ist allerdings, dass eine Betreuung durch den anderen Personensorgeberechtigten nicht abgesichert werden kann.

Die entsprechende Allgemeinverfügung tritt am 18.04.2020 in Kraft.

juris-Redaktion
Quelle: Pressemitteilung des Medienservice Sachsen v. 17.03.2020



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