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Gericht/Institution:Saarländisches Ministerium für Bildung und Kultur
Erscheinungsdatum:15.05.2020
Quelle:juris Logo

Saarländischer Schul-Fahrplan vorgestellt: Kombination aus Präsenzunterricht und Lernen von zuhause

 

Bis zu den Sommerferien wird es für alle Schüler im Saarland sowohl Präsenzunterricht an den Schulen als auch weiterhin Lernen von zuhause geben.

Dafür hat das Ministerium für Bildung und Kultur (MBK) in Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden, den Schulträgern, Schulleitungen, Lehrer-Organisationen sowie Eltern- und Schülervertretungen einen konkreten Fahrplan erarbeitet.

In der ersten Stufe des Wiedereinstiegs in den Präsenzunterricht sind zum 04.05.2020 bereits die Schüler der Abschlussjahrgänge sowie die Viertklässler an die Schulen zurückgekehrt. Mit der Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts für Schüler der 12. Jahrgangsstufen der Gemeinschaftsschulen und der 11. Jahrgangsstufen der Gymnasien wurde die zweite Stufe seit dem 11.05.2020 erfolgreich umgesetzt. Daran anknüpfend werden nun in einem weiteren Schritt ab dem 18.05.2020 zunächst Schüler mit besonderen Förderbedarfen und ab dem 25.05.2020 schrittweise alle weiteren Schüler Präsenzunterricht an den Schulen erhalten. Dabei wird es einen wochen- beziehungsweise tageweisen Wechsel zwischen Präsenzunterricht und dem Lernen von zuhause geben.

Es gehe darum, möglichst zügig alle Schüler in den Präsenzunterricht zu bringen. Das sei letztlich eine Frage der Bildungsgerechtigkeit. Man wisse, dass auch das Lernen von zuhause umso besser gelinge, je enger die Zusammenarbeit zwischen Schülern und ihren Lehrkräften sei. Mit dem Lernen von zuhause kämen nicht alle Schüler gleich gut zurecht, aus ganz unterschiedlichen Gründen. Der familiäre Hintergrund spiele eine große Rolle, die Wohnsituation, die technische Ausstattung und der individuelle Förder- und Unterstützungsbedarf der Schüler ebenfalls. Auch Kinder, die gerade erst Deutsch lernen, bräuchten dringend wieder den persönlichen Kontakt zu ihren Lehrern.

Deshalb wird in der Woche ab 18.05.2020 zunächst ein besonderer Schwerpunkt auf Angebote für Schüler mit besonderem Förder- und Unterstützungsbedarf gelegt. Die Bildungsministerin des Saarlandes, Christine Streichert-Clivot, ist zuversichtlich, dass mit dem weiteren Fahrplan ab dem 25.05.2020 ein gutes Wechselspiel von Präsenzunterricht und Lernen von zuhause erreicht wird.

In der Woche ab dem 25.05.2020 wird es dann für alle Grundschuljahrgangsstufen und die Klassenstufen 5 und 6 Präsenzunterricht geben. In der Woche ab dem 02.06.2020 werden auch die Klassenstufen 7 und 8 in den Präsenzunterricht einbezogen.

Die Planungen für die einzelnen Schulformen vom 25.05.2020 bis zum 03.07.2020 im Überblick:

Grundschulen:

Alle Schüler der Grundschulen sollen ab dem 25.05.2020 in einem wochenweise rollierenden System zwischen Präsenzunterricht und Lernen zuhause wechseln. Der wochenweise Wechsel der Lerngruppen an den Schulen weicht von den Regelungen für die weiterführenden Schulen ab. An den Grundschulen sind auch jahrgangsübergreifende Lerngruppen möglich.

Förderschulen:

Die Schüler der Förderschulen steigen ab dem 25.05.2020 in die schulischen Präsenzphasen mit einem wöchentlichen oder in 14-tägigen Rhythmus ein. Die Schulen entscheiden in Abstimmung mit der zuständigen Schulaufsicht entsprechend der jeweiligen Standortkapazitäten und unter Abwägung der pädagogischen und organisatorischen Bedingungen, welche Schülergruppe je Standort zu welchem Zeitpunkt und für welche Dauer Präsenzunterricht erhält.

Gemeinschaftsschulen und Gymnasien:

Die weitere Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts erfolgt an den beiden Schulformen in der Woche ab dem 25.05.2020 für die Schüler der Klassenstufen 5 und 6. Ab dem 02.06.2020 folgen die Klassenstufen 7 und 8. Diese Jahrgänge werden an den Gemeinschaftsschulen bis zum Schuljahresende an jeweils zwei Wochentagen in der Schule unterrichtet – mit Ausnahme der Schüler der Klassenstufe 5, die in der Woche vom 25. bis 29.05.2020 an drei Wochentagen in die Schule kommen.

In den letzten drei Wochen des Schuljahres werden auch die Schüler der Einführungsphase (Klassenstufe 11 an Gemeinschaftsschulen) an jeweils insgesamt fünf Wochentagen in der Schule unterrichtet.

Nach Abschluss der schriftlichen Prüfungen für den Hauptschulabschluss (HSA) und den mittleren Bildungsabschluss (MBA) werden die Prüflinge von der Teilnahme am Unterricht freigestellt. Die Schüler der Klassenstufen 9 und 10, die eine Übergangsberechtigung anstreben, lernen in der Zeit der schriftlichen Abschlussprüfungen zuhause. Danach können sie in Absprache mit den Lehrkräften individuelle Lernangebote in der Schule wahrnehmen.

An den Gymnasien erfolgt die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts für die Klassenstufen 5, 6, 7 und 8 weitestgehend analog zu den Gemeinschaftsschulen. Nach den schriftlichen Abiturprüfungen werden die Schüler der Klassenstufe 9 an insgesamt fünf Wochentagen, die Schüler der Einführungsphase (Klassenstufe 10) an vier Wochentagen bis zum Schuljahresende unterrichtet. Das Lernen von zuhause wird weiterhin aufrechterhalten.

Berufliche Schulen:

An den beruflichen Schulen sind zwei weitere Stufen der Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts vorgesehen. Ab dem 18.05.2020 kehren die Schüler der Jahrgangsstufe 12 der gymnasialen Oberstufe wieder in den Präsenzunterricht zurück, ebenfalls weitere Stufen in der dualen und schulischen Ausbildung (Grundstufe/Fachstufe) sowie die Klassen des Übergangsbereichs (Berufsgrundbildungsjahr (BGJ), Berufsgrundschule (BGS), Berufsvorbereitungsjahr (BVJ)).

Ab dem 08.06.2020 werden die weiteren Klassenstufen in den folgenden Schulformen beschult:
• Berufliches Oberstufengymnasium Klassenstufe 11 (BOG),
• Fachoberschulen Klassenstufe 11 (FOS),
• Berufsfachschulen Klassenstufe 10 (BFS),
• Höhere Berufsfachschulen Klassenstufe 11 (HBFS),
• weitere Stufen in der dualen Ausbildung (Grundstufe/Fachstufe) und Fachschule für Sozialpädagogik Klassenstufe 11 (FSP).

Nach Abschluss der schriftlichen Prüfungen werden an den beruflichen Schulen die Prüflinge von der Teilnahme am Unterricht freigestellt.

In den Vollzeitschulformen der beruflichen Schulen werden die Schüler in der Regel durchschnittlich mit 15 bis 20 Wochenstunden beschult, in den Teilzeitschulformen durchschnittlich mit 6 bis 12 Wochenstunden. 

Hygiene und Infektionsschutz, Schutz für Risikogruppen:

Maßgeblich bleibt das Einhalten der Vorgaben des Infektionsschutzes, wie sie im Musterhygieneplan des Landes niederlegt sind, vor allem in Bezug auf Abstandsregelungen und daraus folgenden Obergrenzen für einzelne Lerngruppen. Abhängig von der Entwicklung des Infektionsgeschehens können jederzeit Anpassungen der derzeitigen Planungen erforderlich sein.

Um bei der Ankunft der Schüler in den Schulen das Einhalten der Abstandsregelungen zu erleichtern, kann der morgendliche Unterrichtsbeginn abweichend von den gewohnten Regelungen gestaffelt werden, sodass etwa für einen Teil der Schüler der Unterricht bereits um 7:45 Uhr beginnt und weitere um 8:00 Uhr, dann 8:15 Uhr usw. folgen.

Schüler, die einer Risikogruppe angehören oder in deren Haushalt eine Person lebt, die einer Risikogruppe angehört, erhalten mit Attest und nach Rücksprache mit der Schule weiter ein Angebot für das Lernen von zuhause.

Lehrkräfte, die einer Risikogruppe angehören oder in deren Haushalt eine Person lebt, die einer Risikogruppe angehört, werden weiterhin vom Präsenzunterricht ausgenommen, unterstützen aber den Online-Unterricht von zuhause aus.

juris-Redaktion
Quelle: Pressemitteilung des Saarländischen Ministeriums für Bildung und Kultur v. 14.05.2020



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