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Gericht/Institution:Justizministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern
Erscheinungsdatum:15.05.2020
Quelle:juris Logo

Bundesländer ermöglichen späteren Freischuss im Jura-Studium

 

Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern haben entschieden, dass das Sommersemester 2020 wegen der Corona-Krise bei der Regelung zum Freiversuch nicht berücksichtigt wird.

Mecklenburg-Vorpommern: Jura-Studierende können "Freischuss" später nachholen – Prüfungstermine im Juli 2020

Die Klausuren der ersten juristischen Prüfung, die ursprünglich im April 2020 angesetzt waren, wurden neu terminiert. Die 47 zugelassenen Kandidatinnen und Kandidaten der Universität Greifswald treten nun geplant in der Zeit vom 20. bis 28.07.2020 an. Sollte auch dieser Termin aufgrund der Corona bedingten Entwicklung verschoben werden müssen, wird darüber rechtzeitig informiert.

Justizministerin Katy Hoffmeister hat darüber hinaus mit dem Landesjustizprüfungsamt entschieden, dass das Sommersemester 2020 nicht auf den sog. Freischuss angerechnet wird. "Wegen der Ausbreitung des Coronavirus und der damit verbundenen Einschränkungen haben wir uns wie auch andere Bundesländer zu diesem Schritt entschlossen. Da dieses Jahr nicht mit anderen Jahren zuvor vergleichbar ist, gibt es dieses Angebot im Zuge der Chancengleichheit. Daher gilt auch für alle Jura-Studierenden an der Universität Greifswald, egal in welchem Fachsemester sie im Sommersemester 2020 waren, dass das Semester nicht angerechnet wird, wenn es am Ende um einen Freiversuch geht. Erfolgreich abgelegte Scheine und Prüfungsleistungen bleiben anerkannt", so die Ministerin.

Nordrhein-Westfalen verlängert Freiversuchsfrist im Jurastudium

Nach Abstimmung mit den anderen Ländern haben die Vorsitzenden der drei Justizprüfungsämter bei den Oberlandesgerichten in Düsseldorf, Hamm und Köln unter Beteiligung des Ministeriums der Justiz entschieden:

Für alle Studierenden im Fach "Rechtswissenschaft mit Abschluss erste Prüfung" bleibt das Sommersemester 2020 bei der Berechnung der Freiversuchsfrist unberücksichtigt. In diesem Semester erbrachte Prüfungsleistungen können trotzdem anerkannt werden. Bei ihrer Entscheidung ließen sich die Beteiligten vor allem von dem Gebot der Chancengleichheit für alle Prüflinge leiten, also auch für diejenigen, die bereits vor dem Sommersemester 2020 ihr Studium beendet haben.

Rheinland-Pfalz: Sommersemester 2020 wird nicht auf "Freischuss-Regelung" angerechnet

Aufgrund der Einschränkungen des Hochschulbetriebs durch die Pandemie des Corona-Virus wird das derzeit laufende Sommersemester 2020 für Jurastudierende nicht auf den sog. "Freischuss" im Rahmen der ersten juristischen Prüfung in Rheinland-Pfalz angerechnet werden. Dies gab Justizminister Herbert Mertin am 15.05.2020 nach Abstimmung mit der Präsidentin des Landesprüfungsamts für Juristen, Birgit Nennstiel, in Mainz bekannt.

Justizminister Mertin erklärte hierzu: "Obwohl die juristischen Fakultäten der Universitäten Mainz und Trier online in das Sommersemester 2020 gestartet sind und den Umständen entsprechend vorbildlich bemüht sind, ein vollwertiges Angebot für die Studierenden der Rechtswissenschaft zu gewährleisten, müssen wir feststellen, dass die Corona-Pandemie doch gewisse Einschränkungen mit sich bringt. Diese wollen wir mit einer Anpassung der ‚Freischuss-Regelung‘ kompensieren".

Konkret bedeutet dies, dass das Sommersemester 2020 bei der Berechnung der Studienzeit für die Zulassung zum sog. Freiversuch in Rheinland-Pfalz nach § 5 Abs. 5 Satz 1 des Juristenausbildungsgesetzes (JAG) unberücksichtigt bleiben wird. Dies wird automatisch geschehen, ein Antrag ist hierfür nicht erforderlich. Die neue Regelung gilt für alle im Sommersemester 2020 in Rheinland-Pfalz immatrikulierten (künftigen) Kandidaten. Es wird nicht danach unterschieden, in welchem Fachsemester sich die Studierenden während des Sommersemesters 2020 befanden. Gelingt es, im Sommersemester 2020 Scheine zu erwerben, werden diese als Zulassungsvoraussetzungen dennoch anerkannt. Es bleibt aber dabei, dass es nur einen Freiversuch gibt.

juris-Redaktion
Quelle: Pressemitteilungen des Justizministeriums Mecklenburg-Vorpommerns Nr. 38/2020, des Ministeriums der Justiz Rheinland-Pfalz und Presseservice des Ministeriums der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen v. 15.05.2020



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