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Gericht/Institution:BR
Erscheinungsdatum:03.07.2020
Quelle:juris Logo

Corona-Meldepflicht für Haustiere

 

Haustiere, die sich mit SARS-CoV-2 infiziert haben, sollen künftig über die Tierärzte den zuständigen Veterinärbehörden gemeldet werden: Der Bundesrat stimmte am 03.07.2020 einer entsprechenden Regierungsverordnung zu.

Ziel ist es, eine Übersicht über Vorkommen und Ausbreitung der Krankheit bei Tieren zu erhalten und weitergehende Erkenntnisse zur Epidemiologie zu gewinnen. Bisherige Forschungen hätten ergeben, dass z.B. Hunde und Katzen, Frettchen und Goldhamster für eine Infizierung mit dem Corona-Virus empfänglich sind – allerdings in unterschiedlicher Weise. Auch die Ausprägung klinischer Symptome und die Fähigkeit der Virusvermehrung und -ausscheidung variieren nach Angaben des Bundesministeriums.

Weitergehende Kenntnisse über Artenspektrum, Infektionswege und Interaktion zwischen Tier, Mensch und Umwelt lägen noch nicht vor. Sie seien jedoch nötig, um Risiken für die Gesundheit von Tierhaltern und Haustieren zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zum Schutz zu treffen. Mit der Meldepflicht könnte Deutschland auch internationalen Berichtsvorgaben für bestätigte Infektionsfälle bei Tieren erfüllen.

Ein Zwang zum Testen für Haustiere ist allerdings nicht vorgesehen, betont die Bundesregierung.

Die Verordnung soll rasch in Kraft treten, um möglichst viele Erkenntnisse während der aktuellen Pandemie zu gewinnen. Aus diesem Grund hat die Bundesregierung den Bundesrat gebeten, auf seine eigentlich sechswöchige Beratungsfrist zu verzichten und noch vor der Sommerpause über die Verordnung abzustimmen. Mit der Zustimmung des Bundesrates kann nun die Verkündung im Bundesgesetzblatt erfolgen.

Weitere Informationen
PDF-Dokument Verordnung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft: Dritte Verordnung zur Änderung der Verordnung über meldepflichtige Tierkrankheiten (BR-Drs. 328/20 – PDF, 296 KB)

Quelle: Pressemitteilung des BR v. 03.07.2020



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