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Gericht/Institution:Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland
Erscheinungsdatum:25.08.2020
Quelle:juris Logo

Coronavirus: Kommission in Gesprächen mit fünftem Impfstoffhersteller

 

Die EU-Kommission hat am 24.08.2020 Sondierungsgespräche mit Moderna über den Ankauf eines potenziellen Impfstoffs gegen Covid-19 abgeschlossen.

Moderna ist das fünfte Unternehmen, mit dem die Kommission Gespräche abgeschlossen hat; zuvor war dies bereits mit Sanofi-GSK am 31.07.2020, mit Johnson & Johnson am 13.08.2020 sowie mit CureVac am 18.08.2020 der Fall. Mit AstraZeneca wurde am 14.08.2020 eine Vereinbarung über eine Abnahmegarantie unterzeichnet.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte: "Nach intensiven Verhandlungen hat die Europäische Kommission am 24.08.2020 Gespräche mit einem fünften Pharmaunternehmen abgeschlossen, um der europäischen Bevölkerung einen raschen Zugang zu einem Impfstoff gegen das Coronavirus zu ermöglichen. Wir investieren in Unternehmen, die auf unterschiedliche Technologien setzen, um unsere Chancen auf Impfstoffe zu erhöhen, die sicher und wirksam sind. Gespräche mit anderen Unternehmen laufen weiter, denn wir wollen sicherstellen, dass schnell Impfstoffe auf dem Markt verfügbar sind. Die europäischen Investitionen in Impfstoffe gegen das Coronavirus werden der ganzen Welt zugutekommen und uns helfen, das Virus zu besiegen."

Auf der Grundlage des geplanten Vertrags mit Moderna könnten alle EU-Mitgliedstaaten den Impfstoff erwerben, und er könnte Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen gespendet oder an anderen europäische Länder weitergegeben werden. Die Kommission würde voraussichtlich über einen vertraglichen Rahmen für den Ankauf von zunächst 80 Mio. Dosen – zuzüglich einer Option auf den Ankauf weiterer 80 Millionen Dosen – im Namen aller EU-Mitgliedstaaten verfügen, die geliefert werden, sobald sich ein Impfstoff als sicher und wirksam gegen Covid-19 erwiesen hat. Die Kommission steht in intensiven Gesprächen mit weiteren Impfstoffherstellern.

Die für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zuständige EU-Kommissarin Stella Kyriakides ergänzte: "Das Ergebnis der Gespräche mit Moderna zeigt, dass wir unsere Zusage einhalten, uns Zugang zu einem sicheren und wirksamen Impfstoff zu verschaffen. Ich stelle mit Freude fest, dass wir unserem Ziel, über ein diversifiziertes Impfstoffportfolio zu verfügen, immer näher kommen, denn dies ist entscheidend für die Gewährleistung des Erfolgs und für den Schutz unserer Bürgerinnen und Bürger vor dem Coronavirus."

Moderna ist ein US-amerikanisches Unternehmen, das die Entwicklung einer neuen Impfstoffklasse auf Basis von Boten-Ribonukleinsäure (mRNA) vorantreibt. Die mRNA spielt eine grundlegende Rolle in der Humanbiologie, denn sie überträgt Informationen, die von den Körperzellen in die Herstellung von Proteinen umgesetzt werden, einschließlich Proteinen, die Krankheiten vorbeugen oder bekämpfen können.

Die abgeschlossenen Sondierungsgespräche sollen zu einer Abnahmegarantie führen, die aus dem Soforthilfeinstrument finanziert wird, das eigene Mittel für die Schaffung eines Portfolios potenzieller Impfstoffe mit unterschiedlichen Profilen und von verschiedenen Herstellern vorsieht.

Hintergrund

Der Abschluss der Sondierungsgespräche mit Moderna ist ein wichtiger Schritt hin zur Unterzeichnung einer Abnahmegarantie und damit zur Umsetzung der von der Kommission am 17.06.2020 angenommenen Europäischen Impfstrategie. Ihr Ziel ist es, allen europäischen Bürgern innerhalb von zwölf bis 18 Monaten hochwertige, sichere, wirksame und erschwingliche Impfstoffe zu sichern. Zu diesem Zweck vereinbart die Kommission gemeinsam mit den Mitgliedstaaten Abnahmegarantien mit Impfstoffherstellern, die den Mitgliedstaaten das Recht einräumen, eine bestimmte Anzahl von Impfstoffdosen zu einem bestimmten Preis zu erwerben, sobald ein Impfstoff verfügbar wird.

Die Europäische Kommission setzt sich zudem dafür ein, dass alle, die einen Impfstoff benötigen, ihn auch erhalten – überall in der Welt und nicht nur zu Hause. Niemand wird sicher sein, bevor nicht alle sicher sind.

Deshalb hat die Kommission seit dem 04.05.2020 im Rahmen der weltweiten Coronavirus-Krisenreaktion, der globalen Aktion für den universellen Zugang zu Tests‚ Behandlungen und Impfstoffen gegen das Coronavirus und für die weltweite Erholung, fast 16 Mrd. Euro mobilisiert.

Quelle: EU-Aktuell v. 25.08.2020



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