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Gericht/Institution:vzbv
Erscheinungsdatum:15.09.2020
Quelle:juris Logo

vzbv-Stellungnahme zu Inkasso-Regeln

 

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert in einer Stellungnahme zur Inkassoreform Inkassokosten für Schulden bis 200 Euro auf 15 Euro zu begrenzen.

Am 16.09.2020 findet im Deutschen Bundestag die Anhörung zur Inkassoreform statt. Auch der vzbv wird als Sachverständiger angehört. Die anstehende Gesetzesreform schafft aus Sicht des vzbv nicht ausreichend Abhilfe: Verbraucher haben viel zu häufig mit überhöhten Inkassokosten zu kämpfen. Für automatisierte Mahnschreiben und standardisierte Ratenzahlungsvereinbarungen verlangen Inkassounternehmen unverhältnismäßig viel Geld vom Schuldner.

Bereits im ersten Halbjahr 2020 traten bundesweit mehr als 6.000 Beschwerden bei den Verbraucherzentralen zum Thema Inkasso auf. „

Der vzbv fordert im Einzelnen:

1. Effektive Begrenzung von Inkassokosten

Der vzbv fordert eine klar nachvollziehbare, effektive Begrenzung von Inkassokosten vor allem bei der Eintreibung niedriger Forderungen. Diese Kostenbegrenzung muss in einem einfachen, klar verständlichen Gesetz an den tatsächlichen Aufwand angepasst werden. Zumindest müssten die Inkassokosten bei Schulden bis 200 Euro auf maximal 15 Euro begrenzt werden. Außerdem sollten Inkassokosten erst dann entstehen dürfen, wenn der Verbraucher vorher in einer Mahnung gesondert auf diese Gefahr hingewiesen wurde.

2. Starke Informationspflichten mit klaren Rechtsfolgen

Verbraucher sind darauf angewiesen, dass Inkassounternehmer bestimmte Informationen mitteilen, wenn sie Geld verlangen. Dazu gehören die Identität des Gläubigers und der zuständigen Aufsichtsbehörde. Diese und andere Informationen müssen Inkassounternehmen nach dem Gesetzentwurf zwingend mitteilen. Wenn sie sich aber daran nicht halten, droht keine Folge. Der vzbv fordert deswegen: Inkassokosten dürfen erst dann entstehen, wenn alle Informationspflichten klar und einfach lesbar erfüllt sind.

3. Starke und zentrale Aufsicht

Für die Einhaltung des Gesetzes müsse außerdem eine starke, zentrale Aufsichtsbehörde etabliert werden, die Verstöße proaktiv aufdecke und effektiv gegen diese vorgehe.

Weitere Information
PDF-Dokument Stellungnahme des vzbv zu fairen Regeln für Inkasso v. 07.09.2020 (PDF, 446 KB)

Quelle: Newsletter des Verbraucherzentrale Bundesverbandes v. 15.09.2020



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