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Gericht/Institution:LG Hannover
Erscheinungsdatum:04.06.2021
Entscheidungsdatum:02.06.2021
Aktenzeichen:11 O 3/20
Quelle:juris Logo

Klage auf Rückzahlung bei Bauminvestment in Brasilien abgewiesen

 

Das LG Hannover hat in einem Verfahren zweier Kläger gegen ein Schweizer Unternehmen, das Bauminvestments in Brasilien als „nachhaltige" Investitionsmöglichkeit anbietet, entschieden, dass die Kläger - trotz eines teilweisen Totalverlustes der gekauften Bäume - kein Geld zurückerhalten.

Die Kläger hatten bei dem Schweizer Unternehmen in den Jahren 2014 und 2015 Teak- und Balsabäume in Brasilien gekauft. Im Jahr 2019 teilte das Unternehmen mit, dass sich mit den Balsabäumen insbesondere wegen Veränderungen im örtlichen Absatzmarkt kein Gewinn mehr erzielen lasse und den Klägern empfohlen, diese Bäume fällen, schreddern und unterpflügen zu lassen. Mit der daraufhin erhobenen Klage haben die Kläger ihr Geld zurückverlangt.

Die 11. Kammer des LG Hannover hat die Klage abgewiesen und geht bei seiner Entscheidung davon aus, dass den Klägern wegen Zeitablaufs kein Widerrufsrecht mehr zusteht.

Weiter hat die Kammer entschieden, dass die Kläger wirksam Eigentum an den Bäumen erworben haben und insofern nicht getäuscht worden sind. Eine Hinweispflicht des beklagten Unternehmens auf die Möglichkeiten eines Totalverlustes bei dem Bauminvestment habe nicht bestanden, weil sich den Käufern ein solches Risiko bei vernünftiger Betrachtung des Investments hätte aufdrängen müssen. Auch hätte das beklagte Unternehmen nicht offenbaren müssen, dass ihr Geschäftsführer zuvor bereits für ein anderes Unternehmen tätig war, welches nach Ansicht der Kläger gescheitert sei und bei dem zahlreiche Anleger in Millionenhöhe geschädigt worden sein sollen.

Die Zivilkammer hatte über Fragen des Internationalen Privatrechts zu entscheiden. So wurde zur Frage des Baumerwerbs brasilianisches Recht und im Übrigen deutsches Recht angewandt; die Anwendbarkeit des Schweizer Rechts, welches eigentlich zwischen den Parteien vertraglich vereinbart war, hat die Kammer verneint.

Gegen das Urteil des Landgerichts vom 02. Juni 2021 ist die Berufung zum Oberlandesgericht Celle möglich.

Quelle: Pressemitteilung des LG Hannover v. 03.06.2021



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