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Autor:Prof. Dr. Dirk Heckmann
Erscheinungsdatum:11.12.2020
Quelle:juris Logo
Fundstelle:jurisPR-ITR 25/2020 Anm. 1
Herausgeber:Prof. Dr. Dirk Heckmann, Technische Universität München
Zitiervorschlag:Heckmann, jurisPR-ITR 25/2020 Anm. 1 Zitiervorschlag

Editorial 25/2020 - Mehr Diversität für die Digitalisierung

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

das Jahr 2020 ist bald vorbei – Gott sei Dank, möchte man angesichts der schwierigen Zeit fast sagen. Resümierend ist festzustellen, dass uns viele unerfreuliche Themen beschäftigt haben, doch auf der anderen Seite lassen sich den vergangenen 12 Monaten auch positive Aspekte abgewinnen. Trotz vieler Debatten, die häufig von einer lauten Minderheit angetrieben wurden, zeigten sich doch deutlich der Zusammenhalt, die gegenseitige Rücksichtnahme und ein gestärktes Gemeinschaftsgefühl. Auch die Digitalisierung in Schule, Verwaltung und im Arbeitsleben hat einen Aufschwung erfahren, der in dieser Form wohl unter normalen Umständen nicht möglich gewesen wäre.

Doch es gibt (nicht nur) in diesem Bereich noch viel zu tun: Wir brauchen datenschutzkonforme, nutzerfreundliche Lösungen für Homeoffice, Fernunterricht und digitale Behördengänge, für kontaktlose Online-Arztbesuche und vieles mehr. Die Erfahrung zeigt, dass unterschiedliche Perspektiven und divers zusammengesetzte Teams bei der Entwicklung und Umsetzung neuer Technologien immens wertvoll sind. Eine neue Initiative, die die Bundesregierung am 30.11.2020 auf ihrem Digital-Gipfel vorgestellt hat, widmet sich genau dieser Thematik: Unter dem Stichwort #SheTransformsIT sollen mehr Frauen für Digitalisierung begeistert und digitale Kompetenzen gestärkt werden. Unterstützt wird die Initiative von zahlreichen Unternehmen und prominenten Vertreterinnen aus Politik, Wirtschaft, Medien, Wissenschaft und Gesellschaft – und Unterstützung verdient sie von uns allen; für mehr Innovation, mehr Erfolg und mehr Parität, in der Digitalisierung und darüber hinaus.

In der Ausgabe des jurisPR-ITR 25/2020, der letzten Ausgabe für dieses Jahr, befasst sich zunächst Jan Spoenle mit einer Entscheidung des OLG München (Urt. v. 25.06.2020 - 29 U 2333/19) zum Thema Influencer-Werbung und zur Annahme einer geschäftlichen Handlung bei Posts, in welchen zwar verschiedene Hersteller gezeigter Produkte getaggt werden, für die jedoch von jenen kein Entgelt entrichtet wurde (Anm. 2).

Anschließend erwartet Sie ein Beitrag von Sarah Rachut zur Entscheidung des BGH (Beschl. v. 27.08.2020 - III ZB 30/20), der sich mit der Frage befasst hat, ob durch die Übermittlung eines ca. 14.000 Seiten starken PDF die rechtskräftige Verpflichtung, den Erben einer verstorbenen Social Media-Nutzerin Zugang zu dem vollständigen Benutzerkonto und den darin enthaltenen Kommunikationsinhalten der Erblasserin zu verschaffen, als erfüllt anzusehen ist (Anm. 3).

Matthias Wenn bespricht ein Urteil des OLG Hamburg vom 18.06.2020 (5 U 33/19) zur Störerhaftung nach einem Hackerangriff (Anm. 4).

Stefan Ernst ist mit einer Anmerkung zur Entscheidung des LG Hamburg (Urt. v. 04.09.2020 - 324 S 9/19) zum Anspruch auf Ersatz immaterieller Schäden bei DSGVO-Verstößen vertreten (Anm. 5).

Schließlich bespricht Ulrich Wahlers eine Entscheidung des LArbG Berlin-Brandenburg (Beschl. v. 24.08.2020 - 12 TaBVGa 1015/20) zum Recht eines Arbeitgebers, von seinem Gesamtbetriebsrat zu verlangen, vor dem Hintergrund der Covid-19-Pandemie auf eine Präsenztagung zu verzichten und den stellvertretenden Gesamtbetriebsratsvorsitzenden in einer virtuellen Sitzung zu wählen (Anm. 6).

Ich wünsche Ihnen eine unterhaltsame Lektüre, besinnliche und erholsame Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Ihr Prof. Dr. Dirk Heckmann



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