Materialien zum Bürgerlichen Gesetzbuch
für das Königreich Sachsen


Herausgegeben von
Christian Hattenhauer (Universität Heidelberg)
Frank L. Schäfer (Universität Freiburg)
Gefördert durch die
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Bürgerliches Gesetzbuch für das Königreich Sachsen
Materialien in Form vollständiger Quellen
 

Herzlich willkommen

in dieser Datenbank präsentieren Prof. Dr. Christian Hattenhauer (Institut für geschichtliche Rechtswissenschaft der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg) und Prof. Dr. Frank L. Schäfer (Institut für Rechtsgeschichte der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) die Ergebnisse eines durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft geförderten Projektes zur Edition der Gesetzesmaterialien des Bürgerlichen Gesetzbuch des Königreichs Sachsen von 1863/65.

Das sächsische BGB ist für die Privatrechts- und Kodifikationsgeschichte des 19. Jahrhunderts von zentraler Bedeutung. Nach den noch der Vernunftrechtsepoche zuzurechnenden deutschen Kodifikationen (preußisches Allgemeines Landrecht von 1794, badisches Landrecht von 1809/10 als angepasste Fassung des Code civil, österreichisches Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch von 1811/12) ist das sächsische BGB die einzige während des 19. Jahrhunderts in Kraft getretene Zivilrechtskodifikation eines deutschen Einzelstaates; andere Projekte, etwa in Hessen-Darmstadt oder Bayern, gelangten nicht über das Entwurfsstadium hinaus. Gegen den Widerstand kodifikationsfeindlicher Stimmen sorgten die mit der Gesetzgebung befassten sächsischen Praktiker durch die Kodifikation für Rechtssicherheit. Danach bestand in Sachsen mit seinem gegenüber dem übrigen Deutschland homogenen Wirtschaftsraum und einem ungeheuren wirtschaftlichen Aufschwung ein besonderes Bedürfnis. Im Vordergrund der Gesetzgebung standen die Interessen von Handel und Wirtschaft, bei Widersprüchen zwischen gemeinrechtlicher Lehre und Verkehrsbedürfnis entschied man sich meist für letzteres. Dabei blieb stets im Blick, dass es eines Tages zu einem gemeindeutschen BGB kommen könnte. Das in der Praxis erfolgreiche sächsische BGB war denn auch für die Gesetzgebung des deutschen BGB von 1896/1900 Ansporn und Vorbild.

Die Edition der größtenteils in Dresden befindlichen und fast vollständig erhaltenen ungedruckten Materialien zum sächsischen BGB schließt eine Lücke in der Privatrechtsgeschichte des 19. Jahrhunderts. Mit der frei verfügbaren Datenbank, die sich zur Darstellung der Entwicklungen und Zusammenhänge besonders eignet, beschreiten wir digitales Neuland. Sollten Sie bei der Benutzung Unstimmigkeiten oder Fehler bemerken, bitten wir um Mitteilung.

Christian Hattenhauer, Heidelberg Frank L. Schäfer, Freiburg