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Gericht/Institution:Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt
Erscheinungsdatum:12.08.2020
Quelle:juris Logo

Modell-Projekt "Corona-Warn-Buzzer" startet

 

Ein sächsisches Firmenkonsortium will einen "Corona-Warn-Buzzer" für eine Reihe von Personengruppen entwickeln, die nicht über ein Smartphone verfügen und daher nicht ins Nachverfolgungssystem der Corona-Warn-App eingebunden sind.

Mit der Corona-Warn-App hat die Bundesregierung ein Instrument zur Verfügung gestellt, mit dem Corona-Virus-Infektionsketten nachvollzogen und unterbrochen werden können. Eine Reihe von Personengruppen, insbesondere Senioren und Kinder, verfügen allerdings nicht immer über ein Smartphone und sind daher nicht ins Nachverfolgungssystem eingebunden. Der Anteil der Menschen ohne Smartphone in der Altersgruppe der über 70-jährigen beträgt rund 40%. Um diese Lücke zu schließen, will ein sächsisches Firmenkonsortium einen "Corona-Warn-Buzzer" entwickeln, der im Prinzip als App ohne Smartphone funktioniert. Der Freistaat Sachsen fördert das Projekt, das am 11.08.2020 im Kabinett vorgestellt wurde. Während der gesamten Entwicklungsphase soll der Sächsische Datenschutzbeauftragte eingebunden werden. Er hat das Projekt bereits geprüft und keine grundsätzlichen Bedenken erhoben.

Gesundheitsministerin Petra Köpping: "Es ist wichtig, dass wir gemeinsam mit verschiedenen Partnern aus Wirtschaft und Forschung weiter an den richtigen Ideen arbeiten. Denn die Coronavirus-Pandemie ist noch lange nicht vorüber. Ich freue mich, dass wir einen weiteren Schritt gehen können, der gerade für die Risikogruppen ein Stück mehr Sicherheit bietet. Ich danke auch dem Bürgermeister der Stadt Augustusburg für die Bereitschaft, hier mitzuwirken und so das Projekt voranzubringen." Die Idee: Das Gerät zeichnet seine Kontakte in Gebäuden oder unter freiem Himmel auf, ohne den Ort der Kontakte festzustellen oder gar die Kontakte zu personalisieren. Das System merkt sich nur, welche Mobiltelefone oder andere Warn-Buzzer sich für eine bestimmte Dauer kritisch nahe waren (sog. Tracing). Smartphones oder andere Buzzer werden via Bluetooth erkannt.

Die Kommunikation zur Datenbank des Robert Koch Instituts läuft über Mobilfunk (NB-IoT). Die Alarmierung des Nutzers geschieht im Falle eines Kontakts zu einem Covid-19 Erkrankten via LED und Ton. Die gespeicherten Daten werden nach 14 Tagen wieder gelöscht.

In Augustusburg (Mittelsachsen) soll während der Entwicklungsphase noch im Jahr 2020 eine größere Anzahl von Prototypen der Corona-Warn-Buzzer zunächst unter realen Bedingungen getestet werden. Bürgermeister Dirk Neubauer: "Als Stadt, die von einem Covid-19-Ausbruch direkt betroffen war, wissen wir, wie kompliziert Kontaktverfolgungen sind. Das Projekt ist ein extrem innovativer Ansatz, lokale Alarmsysteme effektiv und sicher umzusetzen. Das gibt mehr Sicherheit für alle. Ohne Handy-App und mit sicheren Daten, gehalten in Sachsen. Ich freue mich, dass wir hier als Modellpartner als erste Stadt vorangehen können." Folgende sächsische Firmen sind an der Entwicklung des Projektes beteiligt: Digades GmbH (Zittau), FEP Fahrzeugelektronik Pirna GmbH, Exelonix GmbH (Dresden) sowie das Barkhausen Institut der Technischen Universität Dresden.

Quelle: Pressemitteilung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt v. 12.08.2020



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