Gericht/Institution:BRAK
Erscheinungsdatum:24.01.2018
Quelle:juris Logo

Nach Absage von Atos: BRAK bestätigt Durchführung des beAthon

 

Die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) hat mitgeteilt, dass der sogenannte beAthon zur Überprüfung des besonderen elektronischen Anwaltspostfachs (beA) trotz Absage des technischen Dienstleisters stattfindet.

Die BRAK hält am sog. beAthon fest, obwohl der technische Dienstleister der BRAK, die Firma Atos, seine Teilnahme abgesagt und die von Atos beauftragte Subunternehmerin angewiesen hat, dem beAthon ebenfalls fern zu bleiben. Der beAthon findet gleichwohl wie geplant am 26.01.2018 statt. Allerdings hat die BRAK die Zielsetzung des beAthon verändern müssen: Die eingeladenen externen Experten werden zusammen mit den Gutachtern der BRAK Fragestellungen und Vorgehensweisen erörtern. So soll ein Fragenkatalog an Atos erarbeitet werden, den die BRAK ihrem Dienstleister zur Beantwortung übergeben wird.

Am 22.01.2018 hatte Atos die BRAK darüber informiert, dass Atos – trotz bisher erteilter mündlicher Zusage – nicht am beAthon teilnehmen wird. Trotz Bemühungen der BRAK blieb der Dienstleister auch am 23.01.2018 bei seiner Absage.

Der Präsident der BRAK, Ekkehart Schäfer, stellt dazu fest: "Wir bedauern die Absage von Atos sehr. Gerne hätten wir gemeinsam mit externen Kritikern die von Atos zur Verfügung gestellte Lösung zur Behebung der Problematik in der Verbindung zwischen der beA-Komponente Client-Security und beA-Webanwendung erörtert und gegebenenfalls weitere Schritte bis zur erneuten Inbetriebnahme des beA diskutiert." Schäfer weiter: "Leider werden wir die von Atos entwickelte neue Lösung ohne weitere Überprüfung noch nicht online gehen lassen können. Denn die BRAK steht zu ihrem Wort, das beA erst dann wieder in Betrieb zu nehmen, wenn alle relevanten Fragen zur Sicherheit von beA geklärt sind. Der beAthon ist Teil dieses Klärungsprozesses."

In der Diskussion geht es um die Verbindung der beA-Komponente Client-Security mit der beA-Webanwendung. Ursache der gemeldeten Sicherheitsrisiken ist im Wesentlichen ein Schwachpunkt eines Zertifikats, das für die Anmeldung zur beA-Plattform benötigt wird. Ein Mitglied des Chaos Computer Clubs hatte den Schwachpunkt entdeckt und dem BSI und der BRAK am 20.12.2017 gemeldet. Die Zertifizierungsstelle sperrte nach dieser Meldung das entsprechende Zertifikat.

Am 22.12.2018 hatte Atos der BRAK ein aktualisiertes Zertifikat zur Verfügung gestellt, das die angemahnten Sicherheitsrisiken allerdings nicht behob, sondern nach Installation zusätzlich noch Sicherheitsrisiken für die PC-Umgebung des beA-Nutzers nach sich zog. Die BRAK hatte infolge dieses Ereignisses die beA-Plattform insgesamt außer Betrieb nehmen lassen.

Schäfer führt dazu aus: "Aufgrund dieser Ereignisse erleidet das beA aktuell eine tiefe Vertrauenskrise bei den 164.500 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten. Ohne Maßnahmen wie einen Dialog mit kritischen Experten in Form des beAthon und das von der BRAK in Auftrag gegebene Gutachten, in dem die von Atos entwickelte Lösung überprüft wird, kann daher das beA nicht wieder in Betrieb genommen werden. Wir sind enttäuscht, dass unser technischer Dienstleister sich nicht an diesem vertrauensbildenden Prozess beteiligt."

Am 09.01.2018 hatten die Präsidentinnen und Präsidenten der 28 Rechtsanwaltskammern in ihrer Sondersitzung zum beA beschlossen, den sog. beAthon durchzuführen. Auf ihrer regulären Sitzung am 18.01.2018 hatten die Präsidentinnen und Präsidenten dann das Verfahren zur erneuten Inbetriebnahme des beA bekräftigt. Demnach wird das Unternehmen secunet die durch Atos bereitgestellte neue Version des beA begutachten. Die auf dem beAthon geäußerte Kritik der externen Experten soll in dem Gutachten berücksichtigt werden.

Quelle: Pressemitteilung der BRAK Nr. 3/2018 v. 24.01.2018


Das ganze IT-Recht.
Auf einen Klick.

Das juris PartnerModul IT-Recht

juris PartnerModul IT-Recht

Beantwortet alle Fragen aus dem IT-rechtlichen Alltag, z.B. DSGVO, BDSG, TMG, TKG, unter Berücksichtigung von UWG oder StGB.

Jetzt hier gratis testen!

Cookies erleichtern uns die Bereitstellung und Verbesserung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Webseiten erklären Sie sich einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Der Nutzung können Sie in unserer Datenschutzrichtlinie widersprechen.

Einverstanden
X