Gericht/Institution:Hessisches Landessozialgericht
Erscheinungsdatum:27.02.2018
Entscheidungsdatum:02.02.2018
Aktenzeichen:L 3 U 247/16
Quelle:juris Logo

Ex-Bundesligafußballer mit Marketingunternehmen: Keine Entschädigung für Beinbruch bei Benefizspiel

 

Das LSG Darmstadt hat entschieden, dass ein Ex-Bundesligafußballer, der als freiwillig versicherter Selbstständiger ein Marketingunternehmen betreibt, keine Entschädigung nach einem Beinbruch bei einem im Rahmen des Unternehmens organisierten Benefizspiel erhält.

Ein 52-jähriger ehemaliger Bundesligafußballer betreibt ein Marketingunternehmen. Er versicherte sich hinsichtlich dieser Tätigkeit freiwillig bei der Berufsgenossenschaft. Im März 2015 nahm er als Spieler an einem Benefiz-Fußballspiel teil, zu dessen Vorbereitung auch ein Auftrag an sein Unternehmen erteilt worden war. Bei diesem Spiel zog er sich eine Schienbeinfraktur zu. Die Berufsgenossenschaft lehnte seinen Antrag auf Entschädigung ab. Es liege kein Arbeitsunfall vor, weil das Fußballspielen nicht in einem inneren Zusammenhang mit der versicherten Marketingtätigkeit stehe. Der Fußballer berief sich hingegen darauf, dass Tätigkeitsschwerpunkt seines Unternehmens die Organisation von Veranstaltungen und die Vermittlung von prominenten Persönlichkeiten insbesondere aus dem Bereich des Sports sei. Hierzu gehöre auch seine aktive Spielteilnahme.

Das LSG Darmstadt hat der Berufsgenossenschaft Recht gegeben.

Nach Auffassung des Landessozialgerichts ist maßgeblich für den Zusammenhang der schädigenden Verrichtung mit der versicherten Tätigkeit sei die objektive Handlungstendenz. Bei freiwillig versicherten Selbstständigen werde der Umfang des Versicherungsschutzes allein durch den objektiv festzustellenden und angemeldeten Unternehmensgegenstand bestimmt. Es komme daher darauf an, ob der Betroffene eine versicherte Tätigkeit habe ausüben wollen und dies durch objektive Umstände bestätigt werde. Insoweit sei auf den objektiv festzustellenden und angemeldeten Unternehmensgegenstand abzustellen. Einzelvertragliche Verpflichtungen gegenüber Kunden seien hingegen unbeachtlich. Andernfalls könne ein Versicherter beliebig den Umfang des Versicherungsschutzes bestimmen – ohne Beiträge nach dem entsprechenden Gefahrtarif zu zahlen.

Der unternehmerisch tätige Ex-Fußballprofi sei zwar hinsichtlich der Akquise anderer Spieler unfallversichert, nicht hingegen während der eigenen Teilnahme an einem Benefizspiel.

Die Revision wurde nicht zugelassen.

Quelle: Pressemitteilung des LSG Darmstadt v. 02/2018 v. 27.02.2018


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